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USA: World Diary mit Austro-Innovationen

Innovatives Pansen-Messsystem, Futtermittelzusatzstoffe, Beregnungsanlagen und Separatoren 'Made in Austria' bei größter Milchwirtschaftsmesse Amerikas

In Madison, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Wisconsin, findet diese Woche die World Dairy 2015 statt, der Treff der Milchwirtschaft in den USA. Wisconsin, auch  "Americas Dairyland" genannt, ist der größte Käseproduzent in den USA und die Nr. 2 in der Milch- und Butterproduktion. Wisconsin als Bundesstaat wäre nach USA, Deutschland und Frankreich der weltweit viertgrößte Käseproduzent. „Smart Farming liegt in Wisconsin voll im Trend, Automatisierung und Digitalisierung dringen zunehmend in Ställe vor“, berichtet Rudolf Thaler, österreichischer Wirtschaftsdelegierter aus Los Angeles. Die Transformation von Sensordaten in gezielte Informationen für den Farmer wird zunehmend zum Geschäft. Thaler: „Smart Farming ist immer auf der Suche nach innovativen Lösungen, was sich beim regen Interesse nach österreichischen Technologien zeigte.“ Melkroboter, Tracking- und Monitoring-Systeme, ferngesteuerte Lagoon Crawler u.v.m. waren am Messeparkett zu sehen.

Die steirische Firma smaXtec animal care ist Weltmarktführer bei der Erfassung von Körperdaten von Milchkühen und präsentierte am Stand des US-Distributors das innovative Pansen-Messsystem, das mittels Sensoren im Magen Temperatur und pH-Wert in Echtzeit erhebt. Die junge Grazer Firma verfügt über den größten Datenbestand und gibt Informationen zur Früherkennung von Krankheiten, Abkalbung und Besamungszeitpunkt. Bei einer Herde von tausenden Kühen reichen 10% als Sample. Damit kann schnell erhoben werden, wenn Kühe nicht fressen und in welcher Gruppe sich kranke Tiere befinden. Die Daten werden auf den Computer oder das Smartphone des Farmers überspielt und erlaubt eine rasche Reaktion. Diese Innovation erfordert viel Aufklärungsarbeit. Die Steirer haben sich mittlerweile einen Namen aufgebaut. Wenn ein Australier oder Amerikaner als Consultant beim Aufbau eines Projektes in Saudi Arabien herangezogen wird, wird die Firma im Regelfall kontaktiert.

Weitere österreichische Aussteller auf der World Diary: Bauer-North-America ortete starkes Interesse am mobilen Plug & Play Gülleseparator, der als Messeneuheit vorgestellt wurde. Bei der Beregnungstechnik besetzte der Weltmarktführer eine Nische mit kleineren Feldern und unebenem Terrain im Osten und Westen der USA. Für den Futtermittelzusatzhersteller Biomin laufen die US-Geschäfte dank Innovationen und Service ebenfalls gut. Alois Pöttinger Maschinenfabrik fokussierte heuer seine Messepräsenz vor allem auf Veranstaltungen, bei denen Maschinen und Geräte für Grünland und Ackerbau dominieren und nahm diesmal an der World Diary nicht teil. Trotz eines schwierigen Marktumfeldes ist es Pöttinger gelungen, die Umsätze in den USA um knapp 15% zu steigern. Die USA zählen damit - was den Maschinenvertrieb anbelangt - zu den Top fünf Umsatzzuwachsländern.

USA : Zweitgrößter Milchproduzent

Die USA sind nach der EU weltweit der Nr. 2 Milchproduzent. Insgesamt gibt es 9,2 Mio. Kühe in den USA - in der EU vergleichsweise 23,5 Mio. Die Milchproduktion pro Kuh lag 2014  in den USA bei 22.278 Pfund und in der EU bei 13.762 Pfund. Die Milchproduktion ist in den USA im Zeitraum 2002 bis 2014 von 170 Mio. Pfund auf 206 Mio. Pfund gestiegen und die durchschnittliche Herdengröße wuchs von 123 auf 204 Milchkühe. Der größte Milchproduzent unter den US-Bundesstaaten ist Kalifornien, gefolgt von Wisconsin und Idaho. Die Milchwirtschaftsbranche ist aber auf Konsolidierungskurs: In den letzten zehn Jahren wurden 17.000 Milchfarmen geschlossen, 2014 waren es allein 1.600 Betriebe. Hauptabnehmer von US-Milchprodukten sind Mexico, China und Kanada.

Tipps zur Marktbearbeitung

Thaler: „Wichtig ist, dem Kunden zuzuhören und das Produkt dementsprechend auf den amerikanischen Markt anzupassen. Der Erfolg auf anderen Märkten lässt sich nicht 1:1 auf die USA übertragen. Teilweise besteht ein altes Vorurteil, dass europäische Produkte zwar eine hohe Qualität haben, aber Reparaturen unter Umständen Wochen dauern.“ Die lokale Präsenz in Form einer eigenen Niederlassung und Servicestation ist daher als Verkaufsargument wichtig. Zur Infrastruktur gehört die Zwischenlagerung von Ersatzteilen und Maschinen. Gerade zu Beginn eines Automatisierungsschrittes wie beispielsweise der Anschaffung von Robotern oder Software durchläuft der Farmer eine Erfahrungskurve, die eine intensivere Betreuung erfordert. Der Besuch großer Messen wie der Dairy Expo schafft Gelegenheit zum Netzwerken. Am US-Markt erfolgreiche Unternehmen nehmen selbst oder über ihre Händler an den großen Branchenmessen wie auch diversen Regionalmessen teil, um gegenüber ihren Kunden Flagge zu zeigen. Das US-weite Händlernetz umfasst bisweilen hundert Unternehmen. Auf großen Messen wie der World Dairy können auch Kontakte mit potentiellen Kunden aus Lateinamerika und Asien geknüpft werden. „Die USA sind für innovative österreichische Technologien aufgrund ihrer großen landwirtschaftlichen Betriebsstrukturen ein attraktiver Absatzmarkt“, so Thaler abschließend. (PWK732/BS) 

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