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Wie zufrieden Selbständige im Einzelhandel und womit sie unzufrieden sind

Austrian Entrepreneurial Index: Aktuelle Erhebung untersucht den Grad des Optimismus der Einzelhändler/-innen

Nochmals vor die Wahl gestellt, würden sich die meisten Einzelhändler/-innen wieder im Einzelhandel selbständig machen. Und das, obwohl das Arbeitspensum in dieser Branche sehr hoch ist. Das ist eines der Ergebnisse einer Erhebung der KMU Forschung Austria im Auftrag der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Darin wurden die Angaben von knapp 400 Einzelhändler/inne/n berücksichtigt. 

„Einzelhändlerinnen und –händler sind also mit ihrer beruflichen Selbständigkeit im Großen und Ganzen zufrieden und sehen der zukünftigen Entwicklung ihrer Unternehmen mit Optimismus entgegen“, so Roman Seeliger, stellvertretender Geschäftsführer der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Das zeigt der „Austrian Entrepreneurial Index“, der von der KMU Forschung Austria neu entwickelt wurde. 

Der „Austrian Entrepreneurial Index“ ermöglicht die Zufriedenheitsmessungen in mehreren Dimensionen des Unternehmertums und bezieht sowohl Standortfaktoren, wirtschaftliche Rahmenbedingungen als auch die Zufriedenheit mit der Selbständigkeit ein, wodurch die Zufriedenheit der Einzelhändler/-innen auch nach einzelnen Teilaspekten gemessen werden konnte. Der Durchschnittswert über alle Bereiche liegt bei 5,9 (auf der Skala von 0 bis 10). In den erhobenen Teilaspekten zeigen sich hinsichtlich der Zufriedenheit der Einzelhändler/-innen jedoch teils deutliche Unterschiede. 

Ideenverwirklichung im Vordergrund

So schätzen die befragten Einzelhändler/-innen nach dem Teilindex „Economic Condition“ ihre zukünftige wirtschaftliche Entwicklung mit 6,0 (auf einer Skala 0 bis 10) besser ein als ihre derzeitige Geschäftslage (4,9). Zwar müssen Unternehmer/-innen im Einzelhandel ein hohes Maß an Arbeitszeit in ihren Beruf investieren. Dennoch sind die Zufriedenheitswerte in der Vereinbarkeit von Beruf einerseits und privaten Interessen sowie familiären Verpflichtungen andererseits hoch. „Das hängt sicherlich damit zusammen, dass die Freude an der Verwirklichung eigener Ideen im Vordergrund steht“, schlägt Seeliger die gedankliche Brücke zum ersten Teil der Studie ( „Gründungsmotive und Strategien“ ), die die Bundessparte Handel am 22. September 2016 veröffentlicht hat.

Relativ pessimistisch sehen Einzelhändler/-innen die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Österreichs (3,6). Negative Bewertungen gibt es vor allem im Teilindex Verwaltung und Abgaben. Die schlechteste Note erhält die (geringe) Reformbereitschaft der Politik, gefolgt vom Teilindex „Bürokratie und Verwaltung“.

„Das überwiegend positive Bild darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Einzelhandel in Österreich ein gesättigter und hoch kompetitiver Markt mit geringen Renditen ist und die Rahmenbedingungen im Bereich Bürokratie und Abgaben die unternehmerische Tätigkeit erschweren“, betont Seeliger die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtungsweise. (PWK721/JR)

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