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Gewerbe und Handwerk: Konjunktur-Druck auf die Betriebe nimmt zu

Schwierige Konjunkturlage verlangt Fortsetzung des Handwerkerbonus – Flüchtlingshilfe: Sparte wird österreichweit 50 Lehrplätze für Flüchtlinge anbieten

„Der konjunkturelle Druck auf die Betriebe der Bundessparte Gewerbe und Handwerk nimmt zu: Im ersten Halbjahr sind die Umsätze bzw. Auftragseingänge im Gewerbe und Handwerk um weitere 2,9 % gesunken. Betroffen ist davon nahezu der gesamte Bausektor, nur die Nahrungsmittelgewerbe und die chemischen Gewerbe verzeichnen einen positiven Trend“, betonte heute, Mittwoch, die Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Renate Scheichelbauer-Schuster im Rahmen der Quartals-Pressekonferenz. Trotz dieser weiteren deutlichen Eintrübung betont die Bundessparte als größter heimischer Lehrlingsausbilder ihre Solidarität in der Flüchtlingsfrage. „Wir haben uns dazu entschlossen, in den kommenden Wochen und Monaten 50 Lehrplätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Diese wollen wir nun so rasch wie möglich und in Zusammenarbeit mit lobby.16, einem gemeinnützigen Verein in der Bildungsbetreuung, anbieten“, so Scheichelbauer-Schuster.  

Flüchtlinge: Chance auf Ausbildung und Beruf geben

„Die aktuelle Flüchtlingssituation erfordert verstärkt bildungsbezogene Maßnahmen und daher eine enge Kooperation innerhalb der Wirtschaft und die Unterstützung durch Unternehmen unterschiedlicher Branchen. Gewerbe und Handwerk sind aus meiner Sicht deswegen so relevant, weil Flüchtlinge oftmals über großes handwerkliches Geschick verfügen“, unterstreicht Veronika Krainz, Geschäftsführerin von Lobby.16.

Für Michael Stuller von der k.u.k. Hofzuckerbäckerei Heiner habe sich die Bereitschaft, einen Lehrling aufzunehmen, aus dem Wunsch heraus ergeben, rasch zu helfen. „Wir haben uns sehr rasch – auch aus persönlichen Motiven heraus – dazu entschlossen, einen Lehrling aus dem Kreis der Flüchtlinge zusätzlich aufzunehmen und diesem dadurch die Chance auf eine Ausbildung und damit einen zukünftigen Beruf zu geben“, so Stuller. Gerade in einem Gewerbe- und Handwerksbetrieb sei die Bereitschaft gegeben, hier eine Initiative zu setzen, denn klassische KMU und Familienbetriebe leben immer schon eine besondere Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. 

Unterdurchschnittliches Wirtschaftswachstum für Gewerbe und Handwerk

„Das Stimmungsbarometer ist weiter sehr niedrig, es hat sich im Jahresabstand nur leicht von minus 10 auf minus 8 % verbessert. Betriebe mit auffallend schlechter Geschäftslage befinden sich in den Bereichen Bauhilfsgewerbe, Gärtner und Konditoren“, analysierte der Direktor der KMU Forschung Austria, Walter Bornett. Der Auftragsbestand in den investitionsgüternahen Branchen sei um minus 3,5 % weiter gesunken. Im Rahmen eines unterdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums in Österreich habe sich das Gewerbe und Handwerk schlechter entwickelt als z.B. der Handel oder der Dienstleistungssektor.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist der Trend in der Personalplanung: Der Bedarf liegt dabei mit + 0,3 % leicht über dem Niveau des Vorjahresquartals. Damit kann das Gewerbe und Handwerk seine Position als Arbeitgeber Nummer 1 weiter halten. Eine Ursache für diese anhaltende Personalnachfrage wird im Fachkräftemangel in manchen Branchen liegen, z.B. bei Installateuren oder im chemischen Gewerbe. 

Für die Zukunft hat sich die Erwartungslage leicht entspannt, obwohl der Saldo zwischen steigender und sinkender Auftragserwartung noch immer deutlich bei minus 9 % Punkten liegt. Besonders negative Erwartungen gibt es nach wie vor im Bau- und Ausbaugewerbe  sowie bei den Gärtnern und Floristen.

Konjunkturimpulse dringend benötigt

Sowohl Bornett als auch die Obfrau unterstrichen, dass Gewerbe und Handwerk dringend deutliche Konjunkturimpulse benötigen. „Der Handwerkerbonus - die Förderung der Arbeitsleistung von Handwerkern im Ausmaß von 20 %, max. 600 Euro pro Einreicher - hat sich dabei als wichtige Nachfragestütze erwiesen. Wir wissen, dass der Handwerkerbonus wirkt!“, so Scheichelbauer-Schuster. 

So hat der Handwerkerbonus zu einer ordentlichen Reduktion der Schwarzarbeit geführt: Ca. 1/3 der Haushalte beschäftigen offizielle Handwerker anstatt Pfuscher, wenn die Arbeitsleistung durch einen Handwerkerbonus gefördert wird. Dadurch finanziert sich der Handwerkerbonus selbst, denn der Staat nimmt zumindest gleichviel an Steuern ein wie er für die Förderaktion ausgibt. 

Handwerkerbonus wirkt!

Der Handwerkerbonus verbesserte die Geschäftslage und den Umsatz der betroffenen Unternehmen: Etwa ein Fünftel der Unternehmen spürte hohe oder eher hohe Auswirkungen, weitere 55% berichteten über zumindest geringe Auswirkungen auf den Umsatz.

Der Handwerkerbonus zeigt klare Beschäftigungseffekte in den betroffenen Unternehmen: 23% der Betriebe erklärten, dadurch MitarbeiterInnen im Betrieb gehalten zu haben, die sonst vielleicht freigesetzt werden hätten müssen. Weitere 10% dieser Betriebe berichteten von zusätzlichen Einstellungen. Gerade in jenen Branchen, in denen die meisten Förderanträge eingelangt sind (Bodenleger, Maler und Lackierer, Tischler und Elektroinstallateure), weisen auch die Konjunkturdaten der KMU-Forschung auf eine verbesserte Position im Vergleich zum Vorjahresquartal hin.

Gesamtwirtschaftlicher Turnaround notwendig 

„Der „Handwerkerbonus“ hat sich also als voller Erfolg erwiesen. Besonders für kleinere Aufträge wurde der Handwerkerbonus verstärkt in Anspruch genommen, das sind jene, die sonst im ‚Schwarzarbeitsbereich‘ versickern könnten. Auch wenn das WIFO eine leichte Erholung für 2016 prognostiziert: 1,4 Prozent Wirtschaftswachstum werden weder helfen, die angespannte Situation am Jobmarkt zu beseitigen, noch wird das zarte Wachstum dazu führen, dass die Betriebe schwarze Zahlen schreiben. Was wir brauchen, sind Investitionsanreize und Konjunkturimpulse, um einen Turnaround zu schaffen“, so Scheichelbauer-Schuster abschließend. (PWK720/us)

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