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Arbeitszeitflexibilisierung: Es geht um Regelungen für das 21. Jahrhundert

Gleitsmann: Rechtlicher Rahmen muss zum Zukunfts-Bild der Arbeitswelt passen

Nach einer aktuellen Umfrage glauben 87% der Arbeitnehmer, dass globaler Wettbewerb, anspruchsvollere Kunden, Schwankungen bei Aufträgen usw heute von Unternehmen und Mitarbeitern gleichermaßen mehr Flexibilität verlangen als früher. „Es wäre schön, wenn auch die Vertretung der Arbeitnehmer diese Erkenntnis annehmen und nicht reflexartig alle Vorschläge zur Flexibilisierung ablehnen würde“, unterstreicht Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Das - letztlich auch vom ÖGB mitgetragene - Regierungsprogramm sieht zumindest bei Gleitzeit die Möglichkeit vor, an einzelnen Tagen bis zu 12 Stunden zu arbeiten. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit soll demnach unverändert bei 50 Stunden bleiben. „Es geht also nur um eine flexiblere Arbeitszeitverteilung über die Woche - und nicht um eine Arbeitszeitverlängerung“, stellt Gleitsmann klar. Bei Gleitzeit kann der Arbeitnehmer in bestimmten Grenzen Beginn und Ende seiner Arbeitszeit selbst bestimmen. Da die Arbeitszeit selbstbestimmt ist, fallen meist auch keine Überstunden an. Gleitzeit ist vor allem an Büroarbeitsplätzen üblich. 

Der Vergleich zeigt: Je fortschrittlicher, desto flexibler

Im internationalen Vergleich sieht man: je fortschrittlicher und zukunftsorientierter eine Wirtschaft, desto flexibler auch die Arbeitszeitregelungen. Österreich ist in der Arbeitszeit weit restriktiver als andere Länder: Schweden und Finnland kennen gar keine gesetzliche Höchstarbeitszeit pro Tag oder Woche. In Deutschland gibt es keinen gesetzlichen Überstundenzuschlag, die Tarifverträge sehen meist 25% Zuschlag vor. In Österreich sieht das Arbeitszeitgesetz 50% Zuschlag für Überstunden vor, grundsätzlich darf nicht länger als 10 Stunden pro Tag gearbeitet werden.

Bürokratie- und Straf-Wildwuchs eindämmen

Auch im Arbeitnehmerschutz brauchen wir dringend Entlastung, betont Gleitsmann: „Die Flut an Vorschriften ist für den einzelnen Unternehmer nicht mehr überschaubar. Dazu kommt: Alle Vorschriften sind mit hohen Verwaltungsstrafen bewehrt, die durch die Kumulation existenzbedrohend für unsere Betriebe werden können. Wird eine Mittagspause nicht aufgezeichnet, kann der Unternehmer gestraft werden wegen Nichtaufzeichnung, wegen Nichteinhaltung von Pausen und wegen Verletzung der Höchstarbeitszeit. Sind 10 Mitarbeiter betroffen, droht dem Betrieb schon ein 30-facher Strafrahmen. Das ist untragbar, dieser Bürokratie- und Strafwildwuchs gehört kräftig gestutzt. Wir brauchen einen rechtlichen Rahmen, der zum Bild der Arbeitswelt von heute und morgen passt.“  (PWK717/PM)

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