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Gewerbe- und Handwerkskonjunktur: Rückschritt im ersten Halbjahr

Auftragseingänge wertmäßig um 1,3 Prozent gesunken – stabile Beschäftigung erwartet – Betriebsanlagenrecht zentraler Baustein bei Reform der Gewerbeordnung

Während die ersten Monate des Jahres von leichtem Optimismus geprägt waren, müssen wir anhand der Halbjahreszahlen feststellen: Die Konjunktur entwickelt sich nicht wie erwartet und wir machen im ersten Halbjahr 2016 einen Schritt zurück“, betonte heute, Sonntag, die Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Renate Scheichelbauer-Schuster. Im Durchschnitt sind die Auftragseingänge bzw. Umsätze im 1. Halbjahr 2016 gegenüber dem 1. Halbjahr 2015 wertmäßig um 1,3 % gesunken. Trotz dieser „Durststrecke“ sei es beachtlich, dass die heimischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe weiterhin den Personalstand konstant halten wollen.

Über die Gründe für die rückläufigen Konjunkturzahlen könne derzeit nur gemutmaßt werden. Höchst wahrscheinlich habe sich die Steuerentlastung der heimischen Bevölkerung nicht in zusätzlichen Aufträgen niedergeschlagen, sondern werde eher angespart oder in andere Konsumgüter investiert, so die Obfrau. Dabei seien die Rückmeldung in Hinblick auf den vor dem Sommer verlängerten Handwerkerbonus gut. Das Volumen von 20 Millionen Euro für 2016 werde angesichts dieser Zahlen für viele Kleinbetriebe ein möglicherweise überlebenswichtiger Impuls sein.

Konkret meldeten 21 % der Betriebe Steigerungen um durchschnittlich 12,1 %, 
bei 53 % der Betriebe lagen die Auftragseingänge auf Vorjahresniveau und 
26 % der Betriebe verzeichneten Rückgänge um durchschnittlich 16,1 %. 
“Damit hat sich das österreichische Gewerbe und Handwerk schlechter entwickelt als andere Sektoren der österreichischen Wirtschaft“, unterstreicht der Direktor der KMU Forschung Austria, Walter Bornett.

Im dritten Quartal beurteilen 23 % der Betriebe die Geschäftslage mit "gut" (Vorjahr: 18 %), 
57 % mit "saisonüblich" (Vorjahr: 56 %) und 
20 % der Betriebe mit "schlecht" (Vorjahr: 26 %). 
“Auch wenn sich im Vergleich zum Vorquartal die Stimmungslage leicht verbessert hat und nun per Saldo im positiven Bereich liegt, zeigt sich, dass kaum Optimismus bei den Betrieben vorhanden ist, Für das vierte Quartal rechnen 82 Prozent mit keiner Veränderung oder sogar einer Verschlechterung“, so Bornett.

Gewerbe und Handwerk als Beschäftigungs- und Ausbildungsmotor

Umso mehr müsse man hervorheben, dass für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2016 12 % der Betriebe den Beschäftigtenstand um durchschnittlich 13,9 % erhöhen wollen, 
 84 % der Betriebe den Personalstand konstant halten und 
4 % der Betriebe die Zahl der Mitarbeiter um durchschnittlich 15,9 % verringern wollen. 
“Im Durchschnitt ergibt sich daraus eine geplante Erhöhung des Beschäftigtenstandes um 1,3 %. Der Personalbedarf liegt damit über dem Niveau des Vergleichsquartals des Vorjahres“, so Bornett. „Gewerbe und Handwerksbetriebe sind der Ausbildungs- und Beschäftigungsmotor am heimischen Standort. Dass unsere Betriebe ihre Fachkräfte trotz der schwierigen Situation halten wollen, ist ein starkes Signal“, unterstreicht Scheichelbauer-Schuster.

Leichtes Plus im dritten Quartal zu erwarten

In den investitionsgüternahen Branchen ist der durchschnittliche Auftragsbestand im Vergleich zum 3. Quartal des Vorjahres um 6,5 % gestiegen. Im Auftragsbestand nach Kundengruppen – Privat, Öffentlich und Direktvergabe – zeigt sich in den vergangenen 5 Quartal ein einheitliches Bild. Rund 80 Prozent der Aufträge stammen von privaten/gewerblichen Auftraggebern, 12 Prozent von der öffentlichen Hand und etwa 8 Prozent stammen aus Direktvergaben durch Bund, Länder und Gemeinden. Die Auftragsauslastung liege für etwas mehr als ein Drittel der Betriebe (35 Prozent) zwischen einer und vier Wochen. Lediglich 8 Prozent der Betriebe verfügen über einen Auftragsbestand, der sie über einen Zeitraum von 20 Wochen planen lassen.

Im konsumnahen Bereich verzeichneten 21 % der Betrieb Umsatzsteigerungen gegenüber dem 3. Quartal 2015 (Vorjahr: 12 %), 
 62 % keine Veränderung (Vorjahr: 65 %) und 17 % Umsatzrückgänge (Vorjahr: 23 %). 
Per Saldo (Anteil der Betriebe mit Umsatzsteigerungen abzüglich Umsatzrückgängen) überwiegen die Betriebe mit Umsatzsteigerungen um 4 %-Punkte, sodass sich die Situation demnach gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres verbessert hat.

„Diese Zahlen zeigen, dass sich die Schere für die Gewerbe und Handwerksbetriebe weiter öffnet. Denn die Auftragseingänge haben einen immer geringeren Vorlauf, das Kostenargument gewinnt weiter an Bedeutung“, so Bornett, der darauf verweist, dass 50 Prozent der Betriebe angeben, sofort Aufträge übernehmen zu können. „Angesichts der schlechten Zahlen des ersten Halbjahrs und der gedämpften Erwartungen für den Rest des Jahres bin ich trotz der verbesserten Zahlen im dritten Quartal für das Gesamtjahr 2016 skeptisch, ob sich eine positive Entwicklung noch ausgeht oder wir nicht eher ein Minus zu erwarten haben.“

Reform der Gewerbeordnung: Fokus auf Betriebsanlagenrecht

Als „ganz zentralen Baustein“ erachtet Scheichelbauer-Schuster das Betriebsanlagenrecht im Rahmen einer Reform der Gewerbeordnung: „Eine Modernisierung des Betriebsanlagenrechts ist ein wesentlicher Schritt, um unsere Betriebe von Bürokratie, Wartezeiten und Kosten zu entlasten. Hier besteht Handlungsbedarf. Die Vorschläge der Wirtschaft reichen von Erweiterungen der Genehmigungsfreistellungen über eine Senkung der Verfahrenskosten, mehr Spielraum bei Anlagenänderungen ohne neue Behördenverfahren bis zum Schutz vor nachträglichen Nachbarbeschwerden“, so die Obfrau auch in Replik auf das am Samstag vorgestellte Positionspapier des Kärntner Landeshauptmanns Peter Kaiser.(PWK713/us)

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