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Leitl: bilateraler Handel mit Großbritannien läuft überdurchschnittlich gut

Handelsbilanz mit dem Vereinigten Königreich ist traditionell eine der positivsten weltweit – WKÖ bietet Hilfe bei Einführung der Dualen Ausbildung an

Anlässlich des Österreich-Besuchs des britischen Handelsministers (Minister of  State for Trade and Investment), Lord Francis Anthony Aylmer Maude of Horsham, traf eine britische Delegation unter seiner Leitung im Haus der Wirtschaft in Wien mit österreichischen Wirtschaftsvertretern zusammen. Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), wies in seiner Eröffnungsrede auf die guten bilateralen Wirtschaftsbeziehungen hin: “Im Vorjahr nahmen die österreichischen Warenexporte nach Großbritannien überdurchschnittlich um 9,5 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro zu.“ Im ersten Halbjahr 2015 setzte sich der starke Exportanstieg im Vergleich zur Vorjahresperiode mit fünf Prozent fort. Leitl: „Unsere Handelsbilanz mit Großbritannien ist traditionell eine der positivsten weltweit und machte im Vorjahr 1,6 Mr. Euro aus. Das Vereinigte Königreich ist exportseitig die Nummer acht unter den wichtigsten Zieldestinationen der österreichischen Exportwirtschaft. Importseitig nimmt Großbritannien den zwölften Platz ein.“  

Der größte Anteil der österreichischen Warenexporte aber auch -importe mit dem Vereinigten Königreich erfolgt im Bereich Automotive. Großbritannien ist mit 1,5 Mio. Fahrzeugen (2014) hinter Deutschland und Spanien zum drittgrößten europäischen Automobilproduzenten aufgestiegen. 46 Prozent der österreichischen Ausfuhren und 42 Prozent der Einfuhren aus Großbritannien bestehen aus Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen. Auch der Austausch von Dienstleistungen entwickelt sich sehr positiv. 2014 stiegen die heimischen Dienstleistungsexporte um 9,1% auf 1,95 Mrd. Euro. Aus dem Vereinigten Königreich wurden Dienstleistungen im Wert von 1.89 Mrd. Euro bezogen. Leitl: „Die Direktinvestitionen sind ein weiterer Beleg für die enge wirtschaftliche Verflechtung unserer Länder.“ Österreichische Unternehmen hatten per Ende 2014 in Großbritannien insgesamt 6,9 Mrd. Euro investiert und beschäftigten rund 32.600 Personen vor Ort. Die britischen Investitionen in Österreich beliefen sich zum gleichen Zeitpunkt auf 3 Mrd. Euro mit rund 12.000 Beschäftigten in Österreich.  

Österreichische Technologie ist gefragt

Österreichische Unternehmen haben gute Chancen als Zulieferer von Autokomponenten und Produktionsanlagen, aber auch als Fertigungspartner – so gab Jaguar Land Rover kürzlich bekannt, dass einzelne Automodelle künftig in Graz bei Magna Steyr gefertigt werden, da die britischen Werke nicht ausreichend Kapazität für das geplante Wachstum haben. Energieeffizienz im Bauen sowie der Einsatz von erneuerbaren Energien sind aktuell wichtige Themen im Vereinigten Königreich, die durch ambitionierte Ziele der CO2-Reduktion sowie Förderprogramme stark vorangetrieben werden. Österreichische Unternehmen sind in diesem Bereich im Vereinigten Königreich gut etabliert und können zahlreiche Erfolgsprojekte vorweisen. Allen voran ist österreichische Technologie im Bereich Holzbau und Biomasse gefragt. Aber auch im Bereich Solar-, Wind- und Wasserkraft ist Österreich gut aufgestellt. So entsteht etwa derzeit in Swansea das größte britische Gezeitenkraftwerk, an welchem die Firma Andritz federführend beteiligt ist. Hervorzuheben ist auch die hervorragende Infrastruktur im Vereinigten Königreich für klinische Studien. Großbritannien ist somit ein attraktiver Standort für Forschungskooperationen österreichischer Biotech-Unternehmen. 

Die Reindustrialisierung ist der britischen Regierung seit Jahren ein großes Anliegen, auch um ein Gegengewicht zum Sektor der Finanzdienstleistungen zu schaffen. Österreich hat einen guten Ruf im Bereich der Produktionsanlagen sowie auch deren Montage. Das große Ziel der Regierung, die Re-Industrialisierung der britischen Wirtschaft voranzutreiben, ist aber noch nicht abgeschlossen. Der Wiederaufbau einer breiten Produktionsbasis im Land schreitet nur langsam voran und wird noch Jahre dauern. Eines der Kernprobleme ist allerdings das Fehlen von Facharbeitern bzw. einer geeigneten Ausbildung derselben. Daher ist auch das Interesse an einem System der „Dualen Ausbildung“, wie es in Österreich existiert, sehr groß. Die britische Regierung hat es sich zum Ziel gesetzt, in der fünfjährigen Legislaturperiode drei Millionen neuer Lehrstellen zu schaffen. „Österreich bietet gerne Zusammenarbeit in diesem Bereich zur Erreichung dieses ehrgeizigen Zieles an“, so Leitl abschließend. (PWK700/BS)

Der britische Handelsminister Lord Francis Anthony Aylmer Maude of Horsham und WKÖ-Präsident Christoph Leitl
Der britische Handelsminister Lord Francis Anthony Aylmer Maude of Horsham und WKÖ-Präsident Christoph Leitl


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