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Bad Ischl: „70 Jahre Sozialpartnerschaft heißt in die Zukunft blicken“

Leitthema 2016 „Migration & Integration“ als Herausforderung der Gegenwart und Zukunft – 70.000 Euro für Jugendliche mit Problemen am Arbeitsmarkt

„Migration & Integration“ – Chancen und Herausforderungen dieses Zukunftsthemas stehen im Mittelpunkt des Bad Ischler Dialoges, der heuer bereits zum zehnten Mal stattfindet. Aber auch das 70-jährige Bestehen der Sozialpartnerschaft in Österreich gibt im Rahmen des Dialoges Anlass, auf Erfolge der Sozialpartner in der Vergangenheit und Herausforderungen und Handlungsfelder der Zukunft zu blicken.

Kaske: Bildung ist der Schlüssel für Integration

Für Rudi Kaske, Präsident der Bundesarbeitskammer, ist Bildung der Schlüssel für die Integration. Derzeit leben in Österreich rund 1,8 Millionen Menschen, die einen sogenannten Migrationshintergrund haben. Und jeder fünfte Schüler, jede fünfte Schülerin spricht eine andere Umgangssprache als Deutsch. „Es wird viele Anstrengungen brauchen, damit mit einer so bunten Mischung an Sprachen und mit so unterschiedlichen Bedürfnissen richtig umgegangen und das Potenzial jedes einzelnen gehoben wird“, sagte Kaske. „Um allen die Chance auf möglichst viel Bildung zu geben und den Abschluss einer höheren Schule zu ermöglichen, machen wir uns stark für eine transparente und gerechte Schulfinanzierung auf Basis des Chancen-Index.“

Auch die duale Ausbildung müsse attraktiver gemacht werden für Lehrlinge, deren Umgangssprache eine andere als Deutsch ist. Noch sind solche Jugendliche in Betrieben deutlich seltener zu finden als in den überbetrieblichen Lehrwerkstätten.

Ein wichtiger Punkt für Kaske ist, dass im Ausland erworbene Qualifikationen in Österreich einfacher anerkannt werden. „Effiziente und raschere Verfahren wären für alle nützlich: Für die, die neu nach Österreich gekommen sind und in ihrem bisherigen Beruf wieder starten wollen. Und auch für die öffentliche Hand, weil mehr Eigenständigkeit heißt weniger Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung.

Leitl: Mut machen - Veränderungen proaktiv gestalten -Talente entwickeln

„Die Sozialpartner haben in den vergangenen 70 Jahren sehr vieles geleistet für dieses Land. Nicht immer perfekt, manchmal auch kritisiert – aber immer im Bemühen der Philosophie des Dialoges und vernünftigen Kompromisses“, unterstrich WKÖ-Präsident Christoph Leitl. „Das Miteinander hat Österreich in der Nachkriegszeit groß gemacht, nicht ein Gegeneinander“, so Leitl .

„Oft haben wir Sozialpartner auch harte, weit voneinander liegende Standpunkte, deren Lösung Zeit braucht. Aber im Sinne des konstruktiven Miteinander schaffen wir den Interessenausgleich immer wieder. Nicht umsonst wird Österreich international dank Sozialpartnerschaft für die Erhaltung des sozialen Friedens bewundert. Wir schaffen gemeinsam unzählige Betriebsvereinbarungen, und mehr als 700 Kollektivverträge werden Jahr für Jahr nahezu geräuschlos ausverhandelt“. 

Das hohe Ansehen der Sozialpartner in der Bevölkerung – „wir sind wie ein Vertrauensanker“ – gilt es zu bewahren: „Und mit diesem Vertrauenskapital im Rücken werden sich die Sozialpartner auch weiterhin bemühen, Lösungen für Österreich aufzuzeigen.“

Dabei steht beim heurigen Bad Ischler Dialog der Themenbereich Migration & Integration im Vordergrund -  eines der Kernthemen, dem man sich gegenwärtig und zukünftig stellen müsse. „Integration hat viele Facetten. Der wichtigste Aspekt ist aber Bildung und die gesteuerte, nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt“, betonte der WKÖ-Präsident.

Als wesentliche Zukunftsperspektiven der Sozialpartnerschaft definierte Leitl: „Angst nehmen und Mut machen, Veränderungen proaktiv gestalten – und Talente entwickeln und die damit verbundenen Chancen nützen.“

Foglar: Zukunftsweisendes Projekt anlässlich des 70-jährigen Jubiläums

„Die Sozialpartnerschaft war eines der wichtigsten Elemente des Wiederaufbaus nach der Zeit des Austrofaschismus und der Naziherrschaft in Österreich“, sagte ÖGB-Präsident Erich Foglar anlässlich des Doppeljubiläums 70 Jahre Sozialpartnerschaft – 10 Jahre Bad Ischler Dialog: „Wir feiern aber nicht unsere Vergangenheit mit aufwendigen Filmen und dicken Broschüren, wir blicken in die Zukunft. Ein großes Anliegen ist uns, dass junge Menschen eine Chance bekommen. Neben ihrem Engagement für zahlreiche bereits bestehende Projekte, investieren die Sozialpartner 70.000 Euro in die Zukunft benachteiligter Jugendlicher und spenden sie an Organisationen wie Jugend am Werk oder Caritas. Damit werden Ausbildungsprojekte unterstützt.“

In Richtung der zuletzt wieder lauter werdenden Gegner der Sozialpartnerschaft meinte Foglar. Die Sozialpartnerschaft ist auch im 21. Jahrhundert noch zeitgemäß, da sie von dem Grundgeist getragen ist, das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Das sichert den sozialen  Frieden und zu diesem gibt es keine Alternative“.

„Migration und Integration sind die Kernthemen, die uns in den nächsten Jahren beschäftigen werden. Nichts kann Migration aufhalten, daher haben wir uns diesem Thema zu stellen, ob wir wollen oder nicht. Brennendste Frage: Wie gelingt es uns, Menschen, die in der EU sind, zu integrieren, wenn sie bleiben wollen“, so Foglar zum heurigen Schwerpunktthema in Bad Ischl. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Grundkonsens: „Mit Polarisierung und Populismus lässt sich dieses Problem nicht lösen.“

Schultes: Asylberechtigte ausbilden und gezielt in Landwirtschaft einsetzen

„In jenen Bereichen der Land- und Forstwirtschaft, in denen keine Stammarbeitskräfte zur Verfügung stehen, können ausgebildete Asylberechtigte Arbeit finden, wenn rasch die gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen werden“, so LKÖ-Präsident Hermann Schultes. Die Sprachausbildung und die Qualifikation für die Tätigkeit würden Organisationen, wie der Maschinenring organisieren, als Kooperationspartner stünden das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald- und Landwirtschaft sowie der Landarbeiterkammertag zur Verfügung. Das gesetzliche Instrument für den Einsatz von ausgebildeten anerkannten Flüchtlingen bildet dabei die Überlassung von Arbeitskräften. „Wir brauchen rasch diese Regelung, denn so können wir die Asylberechtigten qualifizieren, ihnen einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen und sie auf diese Weise besser in die Gesellschaft integrieren“, verlangte Hermann Schultes, Präsident der LK Österreich, der aus Anlass des 70-Jahr-Jubiläums der Sozialpartnerschaft hervorhob, „dass es in der Sozialpartnerschaft nicht um Streitbeilegung, sondern um gegenseitiges Verständnis geht, aus dem heraus proaktiv Lösungen gesucht und gefunden werden. Die Sozialpartner, also wir alle gemeinsam müssen auch in Zukunft über die Vertretung der eigenen Interessen hinaus Bewusstsein für die Herausforderungen der anderen Partner entwickeln und so die Basis für künftige Problemlösungen legen.“

Im Rahmen der Auftakt-PK unterzeichneten die Sozialpartner-Präsidenten eine gemeinsame Deklaration, die die künftige wirtschafts-und sozialpolitische Handlungsfelder absteckt. Die Deklaration sowie das gemeinsame Papier zu Migration und Integration können im Internet auf http://www.sozialpartner.at/ abgerufen werden. (PWK699/PM)

v.l: LKÖ-Präsident Hermann Schultes, WKO-Präsident Christoph Leitl, ÖGB-Präsident Erich Foglar und AK-Präsident Rudi Kaske unterzeichnen eine gemeinsame Sozialpartner-Deklaration
v.l: LKÖ-Präsident Hermann Schultes, WKO-Präsident Christoph Leitl, ÖGB-Präsident Erich Foglar und AK-Präsident Rudi Kaske unterzeichnen eine gemeinsame Sozialpartner-Deklaration


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