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Österreichische Baudienstleistungen im Ausland gefragt

Umfrage unter Architektur-, Ingenieur- und Ziviltechnikerunternehmen - Deutschland und Skandinavien beliebteste Zukunftsmärkte

Eine von AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA, Austrian Development Agency (ADA) sowie dem Verband der Ziviltechniker- und Ingenieurbetriebe (VZI) in Auftrag gegebene Umfrage legt jetzt die erfolgreichsten Schwerpunktländer und Tätigkeitsfelder sowie die Herausforderungen für österreichische Betriebe bei Bau- und Consultingaufträgen im Ausland offen. „Die Umfrageergebnisse bestätigen unser Bild als Verband, der die Interessen der großen Architektur-, Ziviltechniker- und Ingenieurbetriebe vertritt. Das Tätigkeitsfeld der Österreicher im Ausland ist breit, die Abgaben in Österreich sind jedoch hoch und der Anteil der Wertschöpfung, der im Inland gehalten werden kann, ist aus unserer Sicht gering. Um im internationalen Wettbewerb erfolgreich zu sein, brauchen wir in Österreich ein neues Zusammenrücken der Wirtschaft“, fordert Andreas Gobiet, Präsident des Verbands der Ziviltechniker- und Ingenieurbetriebe (VZI). 

Die Umfrageergebnisse waren Grundlage einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion am 20. September in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Wien.

Ob Architektur, innovative Gebäudetechnik, Vermessung, Tunnelbau, Wasser oder Energieeffizienz – die Expertise österreichischer Architektur-, Ingenieur- und Ziviltechnikerunternehmen ist weltweit gefragt. Die Exportleistungen kommerzieller Dienstleistungen, darunter des Architektur- und Ingenieurwesens, betrugen 2015 über 35 Milliarden Euro bzw. rund zehn Prozent des BIP. Von volkswirtschaftlicher Relevanz ist dies deshalb, weil jeder Euro an Architektur- und Ingenieurdienstleistungen rund sechs Euro an Warenlieferungen ins Ausland nach sich zieht.

Rund 95 Prozent der befragten Architektur-, Ingenieur- und Ziviltechnikerunternehmen gaben an, bereits im Ausland tätig gewesen oder derzeit tätig zu sein. „Dieses Ergebnis zeigt, dass die Tätigkeit im Ausland auch für kleine Büros ein Thema ist, denn rund ein Drittel der befragten Unternehmen gab an, weniger als zehn Mitarbeiter zu beschäftigen“, so Michael Otter, stellvertretender Leiter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA. 

Top-Regionen: Europa, Asien, Afrika 

Für rund 80 Prozent der im Ausland tätigen Befragten ist der europäische Raum der erfolgreichste; etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen nannte den asiatischen Raum und etwas weniger als ein Drittel ist oder war in Afrika und Nordamerika tätig. An vierter Stelle liegen mit weniger als zehn Nennungen Lateinamerika und Ozeanien.

Als derzeitige Schwerpunktländer in Europa liegen Zentral- und Ost- bzw. Südosteuropa (CEE/SEE-Länder) und Deutschland ganz vorne. Interessant ist: Bei den zukünftigen Wunschgebieten innerhalb Europas sind Deutschland gefolgt von Skandinavien, Schweiz und England vorne, die CEE/SEE-Länder rücken jedoch an letzte Stelle. 

Dabei halten sich sowohl in Europa als auch in den Fernmärkten öffentliche und private Auftraggeber die Waage, österreichische Unternehmen werden nach eigener Einschätzung von beiden gleichermaßen beauftragt. 

Top-Bereiche: Hoch- und Tiefbau, Energieconsulting, Wasserbau- und Umwelttechnik

Mit 22 und 17 Prozent stellen der Hoch- und Tiefbau den größten Anteil dar, gefolgt von Energieconsulting mit 15 Prozent, Wasserbau- und Umwelttechnik mit zwölf Prozent, Vermessungswesen sowie Industrielle- und Gebäudetechnik mit jeweils neun und acht Prozent sowie Raum- und Landschaftsplanung mit fünf Prozent.

Finanzierung, Arbeitsrecht und lokale Rahmenbedingungen als größte Hürden

Von rund 48 Prozent der Befragten wird die Finanzierung von Projekten als größtes Hindernis betrachtet, gefolgt von den Bestimmungen des österreichischen Arbeitsrechts und lokalen Rahmenbedingungen, die Projekte oftmals verhindern. Hinter letzterem verbirgt sich das Stichwort Korruption: Während sich rund die Hälfte der Befragten als unverwundbar im Hinblick auf Korruption einschätzte, gaben jeweils knapp 30 Prozent der Umfrageteilnehmer an, sich in korruptionsanfälligen Märkten grundsätzlich nicht für Aufträge zu bewerben bzw. sind der Überzeugung, dass Projekte aufgrund diesbezüglicher lokaler Rahmenbedingungen in der Vergangenheit bereits gescheitert sind.

Hoher Konkurrenzdruck aus Schwellenländern

Der Blick in die Zukunft ist immerhin für rund 40 Prozent der Befragten eher pessimistisch: Sie schätzen die zukünftigen Chancen, zu Aufträgen im Ausland zu kommen, deutlich schlechter ein als heute. Als häufigster Grund dafür wird der Konkurrenzdruck von Billigstanbietern, insbesondere aus den Schwellenländern, genannt. Ebenso angeführt werden hohe Steuern und Abgaben, die das Honorarvolumen österreichischer Dienstleister nach oben schrauben und diese damit im internationalen Wettbewerb benachteiligen.

Jene, die in eine positive Zukunft blicken, setzen auf zukunftsweisende Technologien wie BIM, Lebenszyklusbetrachtungen im Planungsprozess und das hohe Know-how aus Österreich, das insbesondere in Entwicklungsländern gefragt ist. „Wenn wir bis 2030 weltweit Armut bekämpfen und Hunger beseitigen wollen, müssen wir alle an einem Strang ziehen. Mit der Technologie und dem Fachwissen österreichischer Betriebe können wir eine große Hebelwirkung erzielen und so noch mehr für die Menschen in Entwicklungsländern erreichen. Die Umfrageergebnisse haben uns darin bestärkt, die Zusammenarbeit mit österreichischen Dienstleistungsbetrieben in Zukunft weiter auszubauen,“ betont ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter.

Die Ergebnisse der Umfrage können unter office@vzi.at kostenlos angefordert werden.
(PWK686/SR)

von links: Andreas Gobiet (VZI), Harald Waiglein (BMF), Gunter Schall (ADA), Ferdinand Schipfer (Österr. Kontrollbank), Christoph Huter (Enterprise Europe Network), Michael Otter (AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA)  (Foto: VZI)
von links: Andreas Gobiet (VZI), Harald Waiglein (BMF), Gunter Schall (ADA), Ferdinand Schipfer (Österr. Kontrollbank), Christoph Huter (Enterprise Europe Network), Michael Otter (AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA) (Foto: VZI)

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