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Gutes Einvernehmen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht schlecht reden

Gleitsmann: Mitarbeiter sehen Überstunden in positivem Licht 

Überstunden werden in Österreich zum überwiegenden Teil im Einvernehmen zwischen Arbeitgebern und ihren Arbeitnehmern geleistet. „Dieses Einvernehmen sollte man nicht schlechtreden“, betont Martin Gleitsmann, Leiter der sozialpolitischen Abteilung n der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), in Bezug auf jüngste AK-Aussagen. „Überstunden sind kein Druckmittel oder ungeliebtes Übel, wie dies die AK darzustellen versucht. Wenn man die Arbeitnehmer selbst nach ihrer Meinung und ihren Erfahrungen fragt, zeigt sich ein ganz anderes, nämlich ein positives, konstruktives Bild“, betont Gleitsmann und verweist auf eine aktuelle (August) Umfrage des market Institutes unter ArbeitnehmerInnen.

Diese belegt: Die österreichischen Arbeitnehmer sind nicht nur zum Großteil (91%) überzeugt, dass flexibles Arbeiten immer wichtiger wird, sondern mehrheitlich (55%) auch der Auffassung, dass beide Seiten von flexiblen Arbeitszeiten profitieren. 83% sehen Überstunden im Rahmen der notwendigen Flexibilisierung als sinnvoll an.

Problemlose Überstundengestaltung

Das Zusammenspiel bei der Einteilung der Überstunden im Betrieb funktioniert offensichtlich sehr gut: Sieben von zehn Befragten sagen, sie haben selbst Einfluss auf die Arbeitszeitgestaltung. Und 78% betonen, dass die Einteilung von Überstunden in ihrem Betrieb problemlos ist. 

Auch bei der Vergütung ist die negative Haltung der AK nicht nachvollziehbar: Nur 2% (!) sagen, ihre Überstunden werden nicht bezahlt. „Von einem Ungleichgewicht oder unfairer Handhabung kann also nicht die Rede sein. Dass die Statistik Austria, die von der AK zitiert wird, 50 Millionen angeblich unbezahlte Überstünden deklariert, liegt an der Erhebungsmethode: Überstunden, die vereinbarungsgemäß pauschal oder mit Zeitausgleich vergütet werden, werden oft als nicht (in Geld) bezahlt wahrgenommen.“ Und dass die Abgeltung von Überstunden durch Zeit statt Geld für die Arbeitnehmer immer wichtiger wird, ist ein durch Erhebungen belegter Trend, weil man sich so etwa verlängerte Wochenenden oder zeitliche Puffer für die Kinderbetreuung schaffen kann. 

Moderne Arbeitswelt verlangt mehr Flexibilität 

Gleitsmann: „Ganz offensichtlich sind Überstunden nicht nur gelebte, sondern auch gewünschte Praxis von Arbeitgebern wie Arbeitnehmern gleichermaßen. Überstunden werden den Dienstnehmern nicht aus bösen Absichten, wahllos oder gegen ihren Willen aufgebürdet – sondern fallen eben an, wenn es die Arbeit erfordert, werden dann erledigt und korrekt vergütet“.

Übrigens ist die Zahl der in Österreich geleisteten Über- und Mehrstunden nach Statistik Austria seit 2007 um 115 Millionen zurückgegangen, das ist fast eine Stunde pro Woche und Erwerbstätigem.

„Die von Arbeitnehmerseite geforderte ‚intelligente‘ Verteilung von Arbeitszeit ist also längst gelebte Praxis. Wo Betriebe und ihre Belegschaften dabei aber an starre, rechtliche Rahmen stoßen, brauchen wir zeitgemäße, flexible Novellierungen. Maße von gestern kann man nicht mehr an Dimensionen von heute anlegen, das gilt auch für Modelle der Arbeitszeiterfassung.“ (PWK679/PM)

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