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Reform der Gewerbeordnung: Kollektivvertragszuordnung und Qualität der Lehrlingsausbildung gewährleisten

Sozialpartner im Gewerbe und Handwerk fordern Augenmerk auf faire Wettbewerbsbedingungen

Anlässlich der Forderungsübergabe für die Kollektivvertragsverhandlungen des Metallgewerbes mit rund 200.000 Beschäftigten haben die beiden Sozialpartner – Gewerkschaft PRO-GE und die Bundessparte Gewerbe und Handwerk – eine gemeinsame Positionierung für die geplante Reform der Gewerbeordnung beschlossen. Die Sozialpartner fordern das zuständige Wirtschaftsministerium auf, dass die Reform auf keinen Fall Verschlechterungen bei der Lehrausbildung, den Wettbewerbsbedingungen oder bei der Qualität für die KonsumentInnen bringen darf.
„Handwerk und Gewerbebetriebe sind mit rund 46.000 Ausbildungsplätzen der größte Lehrlingsausbildner in Österreich. Es wäre fatal, würde die Novelle der Gewerbeordnung dazu führen, dass diese wichtigen Ausbildungsplätze für unsere Jugend in wesentlichen Branchen bald nicht mehr zur Verfügung stehen, da nur qualifizierte Betriebe ausbilden können und wollen“, sagen Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk und Rainer Wimmer, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE.

Wettbewerbsfähigkeit und Qualifikation stehen im Vordergrund

Für die Sozialpartner stehen die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und die hohe Qualifikation der Beschäftigten im Vordergrund. Nur so könne die Qualität in allen Belangen erhalten bleiben: Bei der Lehrausbildung, dem ArbeitnehmerInnenschutz und beim KonsumentInnenschutz. Eine Grundvoraussetzung dafür ist, dass auch künftig die Zuordnung zu den Fachorganisationen in der Wirtschaftskammer und damit zu den Kollektivverträgen gewährleistet ist. „Es wird bei einem geplanten einheitlichen, freien Gewerbeschein auch notwendig sein, dass es eine gesetzlich verpflichtende Deklarationspflicht über die konkreten Tätigkeiten gibt. Nur so können faire Wettbewerbsbedingungen für die Betriebe sichergestellt und Lohndumping verhindert werden“, betonen Scheichelbauer-Schuster und Wimmer. Eine Streichung von reglementierten Gewerben würde diesen Zielen diametral entgegen stehen. „Wir fordern im Sinne des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes Österreich, dass die Vorteile einer Qualifikation von Beginn an von der Regierung erkannt werden und unserer Jugend nicht die Ausbildungsgrundlage entzogen wird“, so die Sozialpartner.
„Viele Handwerks- und Gewerbebetriebe sind stolze Traditionsunternehmen.

Stolze Unternehmer mit Qualität und Qualifikation

Gleichzeitig sind die vielen Facharbeiterinnen und Facharbeiter stolz auf ihre Qualitätsarbeit. Beides darf nicht durch eine Novelle der Gewerbeordnung gefährdet werden. Dies wäre für den Wirtschaftsstandort Österreich kontraproduktiv“, so Scheichelbauer-Schuster und Wimmer. Wenn Selbständigkeit bedeute, ohne Qualifikation ein Unternehmen gründen zu können, werde eine Welle an unqualifizierten Ein-Mann-Betrieben – vor allem aus dem benachbarten Ausland – die Folge sein. Dadurch würden insbesondere die Arbeitsplätze der heimischen Facharbeiter akut gefährdet. Die Sozialpartner betonen abschließend, dass unter anderem eine Entbürokratisierung bei der Genehmigung von Betriebsanlagen vorrangig ist. (PWK674/US)

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