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JW-Rohrmair-Lewis zu Pensionen: „Endlich handeln statt reden!“

Realitätsverweigerung und Reformblockade gleicht Staatsversagen. JW unterstützt Forderung von WKÖ-Präsident Leitl nach Umdenken bei der Bedeutung von Arbeit.

„Seit Jahrzehnten läuft das österreichische Pensionssystem schon aus dem Ruder und wird nur durch die zunehmende Budgetüberschuldung vor dem Kollaps bewahrt. Die Verweigerung von echten Strukturreformen gleicht deshalb einem Staatsversagen und nimmt den zukünftigen Generationen jeden Gestaltungsspielraum. Wir müssen endlich handeln statt reden“, pocht Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW), auf eine rasche und umfassende Pensionsreform.  

„Dass wir die demografische Realität nicht länger ignorieren können und ein Pensionsautomatismus kommen wird, ist allen Experten klar. Mit jedem Tag, an dem wir solch notwendige Reformschritte verschleppen, vernichtet ein aus dem Ruder laufendes Pensionssystem die Zukunftsinvestitionen in Familien, Forschung und Entwicklung sowie Digitalisierung. Eine Pensionsautomatik ist also rasch umzusetzen - besser gestern als heute“, konkretisiert Rohrmair-Lewis eine Kernforderung der JW. 

Arbeitsfreude statt Arbeitsleid 

Die heutige Forderung von WKÖ-Präsident Leitl nach einem generellen Umdenken bei der Bedeutung von Arbeit begrüßt der JW-Bundesvorsitzende ausdrücklich, verortet er doch eine verzerrte Vorstellung hinter so mancher Reformblockade: „Im Gegensatz zur verherrlichten Pension wird die Berufstätigkeit in Österreich oft als Zustand hingestellt, den man so schnell wie möglich hinter sich bringen soll. In der öffentlichen Auffassung muss daher das Bild von Arbeitsleid verschwinden und Arbeitsfreude, Selbstbestimmung und aktives Gestalten in den Vordergrund treten.“ 

Vorzeige-Sozialstaat Schweden zeigt wie’s geht 

Als Vorbild gilt Schweden, das bereits vor Jahren umfassende Reformschritte gesetzt hat. Das Pensionssystem wurde an die demografischen Realitäten angepasst und somit nachhaltig gesichert. Demnach steigt das Pensionsantrittsalter mit der Lebenserwartung jedes Jahr in kleinen Schritten automatisch, die Höhe der Pension ergibt sich transparent aus den eingezahlten Beiträgen sowie der statistisch noch zu erwartenden Lebensdauer. Und zwischen Männern und Frauen herrscht selbstverständlich Gleichheit. „Die Reformen in Schweden sollen ein leuchtendes Vorbild für uns in Österreich sein. Sie zeigen, dass man gerade als verantwortungsbewusster Sozialstaat die notwendigen Schritte im Pensionsbereich setzen muss, will man die Sozialsysteme auch für die Zukunft sichern“, konstatiert Rohrmair-Lewis. 

Rasche Anhebung des Pensionsantrittsalters  

Als eine der wenigen Jugendorganisationen fordert die JW seit Jahren entschlossene Maßnahmen, die zur Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters führen. Dazu zählen u.a. die Abschaffung von Pensionsprivilegien, die Schließung der etlichen Schlupflöcher für Frühpensionen, ein sofortiges Ende der Hacklerregelung und wirksame Anreize sowie Beschäftigungsinitiativen für einen längeren Verbleib in der Berufstätigkeit. „Mir ist es schleierhaft, warum wir bei jährlichen Budgetzuschüssen von weit über 10 Milliarden Euro, bei einer Staatsverschuldung von 87% und bei der anstehenden Pensionierungswelle der Babyboomer-Generation noch immer diskutieren müssen? Wir brauchen rasch einen Krisengipfel, der einen straffen Zeitplan für die Reformschritte fixiert“, konkretisiert Rohrmair-Lewis abschließend. (PWK660/PM)

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