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Europa zwischen Himmel und Hölle – wohin entwickelt sich das einstige Friedensprojekt?

Diskussion über „Zukunft Europas und die Zukunft der europäischen Wirtschaft“ mit WKÖ-Präsident Leitl und IHS-Chef Kocher

Die „Zukunft Europas und die Zukunft der europäischen Wirtschaft“ stand im Fokus des Kamingespräches der Wirtschaftskammer Österreich am Dienstagabend im Rahmen der Wirtschaftsgespräche beim Europäischen Forum Alpbach. In einer lebhaften Diskussion mit zahlreichen Studierenden aus ganz Europa beleuchteten WKÖ-Präsident Christoph Leitl und Prof. Martin Kocher, Verhaltensökonom an der Universität München und neuer Direktor des IHS, aus wirtschaftlicher und aus wissenschaftlicher Sicht, wohin sich die Europäische Union, einst getragen von der Friedens- und Sicherheitsidee, entwickelt.

Brexit als Chance – Europa unterschiedlicher Geschwindigkeiten

Im Fokus stand das Brexit-Votum – sowie Analyse und Konsequenzen des Vertrauensverlustes und der Orientierungslosigkeit, die sich in der gesamten Europäischen Union abzeichnen. Leitl: „Der Brexit tut mir im Herzen weh, doch er sollte jetzt dafür genutzt werden, Spannungen in Europa zu lösen. Wir brauchen eine Vertiefung der Zusammenarbeit und ein weiteres Zusammenrücken in Richtung einer föderalistischen Union.“

Dabei liege es auf der Hand, dass ein Gleichschritt aller Länder nicht möglich sein kann: „Eine 30er Gemeinschaft, wie sie die EU in Zukunft sein kann, kann sich nicht gleichförmig vorwärts bewegen. neben einer Freihandelszone mit bis zu 1 Milliarde Einwohnern  - bei der zum Beispiel auch die Türkei oder Russland eines Tages Mitglieder sein könnten - müssen wir den europäischen Staaten unterschiedliche Geschwindigkeiten einräumen und brauchen daher einen inneren Kreis von EU-Staaten, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch enger zusammen arbeiten wollen. 

v.l.: WKÖ-Präsident Christoph Leitl, Esther Mitterstieler (NEWS) und Verhaltensökonom Martin Kocher
v.l.: WKÖ-Präsident Christoph Leitl, Esther Mitterstieler (NEWS) und Verhaltensökonom Martin Kocher


Zwischen Himmel und Hölle – mehr Lösungskompetenz, mehr Transparenz

Die Konsequenzen des Brexit sind derzeit sehr schwer abzuschätzen und hängen von der Ausgestaltung des Austrittsvertrages ab, betonte Martin Kocher.  „Das große Problem ist aber die Unsicherheit, die dadurch erzeugt wird“.

Der Ökonom sieht die EU an einem Scheidepunkt: „Europa befindet sich quasi in der Zwischenwelt, man weiß nicht, ob es in den Himmel geht oder in die Hölle. Beides ist derzeit theoretisch möglich. Das jetzige Zwischenstadium ist jedenfalls auf Sicht schwer aufrecht zu erhalten.“

Es brauche mehr Problemlösungskompetenz auf europäischer Ebene - ebenso wie Leistungstransparenz, betonte Kocher: „Globalisierung und Integration in EU hat vielen Menschen Vorteile gebracht, jedoch eher jenen in höheren Einkommensschichten als in niedrigeren. Die unteren 10 bis 20 Prozent haben kaum Profit gespürt, etwa wegen stärkerer Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Es gilt, genau diesen Menschen die Vorteile der Integration sichtbar zu machen.“ 

„Vor allem die jungen Menschen brauchen eine Zukunftsvision Europas“, ist Leitl überzeugt. Er plädiert daher für die Einrichtung eines Europa-Dialog-Jugendzentrums in Österreich, das Anlaufstelle für Fragen und Diskurs- und Ideenplattform sein soll. „Den Dialog mit den jungen Menschen zu suchen ist der einzige Weg, um deren Vorstellung von Europa zu konkretisieren und zu realisieren. Die Jugend ist die Triebfeder für das Europa von morgen“.

Genau in diese Kerbe schlug die WKÖ auch mit einem Ideenwettbewerb für Studierende, gesucht waren die besten drei Antworten auf diese Fragen: „Gibt es die EU im Jahr 2030 noch und wenn ja: in welcher Form? Und welche drei wichtigen Faktoren bzw. Maßnahmen sind dafür verantwortlich?“ Als Sieger wurden Michael Fellner, Ivan Tishchenko und Yvonne Völkl von Präsident Leitl mit einem Preisgeld prämiert. (PWK606/PM)

WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser (li.), WKÖ-Präsident Christoph Leitl (Mitte) und Verhaltensökonom Martin Kocher (ganz re.) umringt von den Preisträgern
WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser (li.), WKÖ-Präsident Christoph Leitl (Mitte) und Verhaltensökonom Martin Kocher (ganz re.) mit den Preisträgern

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