th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Private Krankenanstalten fordern bundesweit einheitlichen LKF-Punktewert

WKÖ-Hadschieff: Gleiches Entgelt für gleiche Leistung

Die Finanzierung der stationären Krankenhausleistungen soll durch einen bundesweit einheitlichen Wert je LKF-Punkt (Anm.: LKF = Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung) für öffentliche und private Krankenanstalten erfolgen, so die Forderung des Fachverbands der Gesundheitsbetriebe (WKÖ) und des Verbands der Privatkrankenanstalten Österreichs. Im Zuge einer Podiumsdiskussion, die am 22.8. in Alpbach stattfand, erörterten WKO-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller, Fachverbandsobmann Julian M. Hadschieff, Hauptverbandsvorsitzende und Stadträtin Sonja Wehsely, Gesundheitsunternehmer Heinz Lohmann aus Deutschland, Universitätsprofessor Gottfried Haber sowie Thomas Kreuz, Präsidiumsmitglied im Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs, Vor- und Nachteile dieser Forderung sowie Ansätze für eine mögliche Umsetzung. Basis der Diskussion war eine Studie von Gottfried Haber, die die unterschiedliche LKF-Bewertung zwischen öffentlichen und privaten Krankenanstalten in Frage stellt.

In Österreich liegt jeder medizinischen Indikation ein sogenannter LKF-Punktewert zu Grunde. Allerdings gibt es Unterschiede in der Bewertung – je nachdem, ob die Leistung von einer öffentlichen oder privaten Krankenanstalt erbracht wird. „Da das LKF-System durch unterschiedliche Bepunktung der Leistungen ohnehin eine Differenzierung auf Basis der variablen Kosten vornimmt, ist die unterschiedliche Gestaltung der LKF-Punktewerte selbst systematisch nur schwer argumentierbar. Eine Weiterentwicklung des prinzipiell ökonomisch sinnvollen LKF-Systems würde vor allem zu mehr Transparenz führen“, so Gottfried Haber zum Ergebnis der Studie.

Effizienter Mitteleinsatz und Transparenz

Daher fordern der Fachverband der Gesundheitsbetriebe sowie der Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs eine dringende Veränderung im Finanzierungssystem: „Ein bundesweit einheitlicher Wert je LKF-Punkt für öffentliche und private Krankenanstalten, ein effizienter Mitteleinsatz und Transparenz sind die essentiellen Schritte, um unser solidarisches Gesundheitssystem nachhaltig und langfristig abzusichern“, ist Julian M. Hadschieff überzeugt. Und er betont: „Unsere Verpflichtung ist das Wohl der Patientinnen und Patienten. Es geht immer um ein ‚sowohl als auch‘ und nie um ein ‚entweder oder‘, denn private Medizin ist ein integraler Bestandteil der österreichischen Gesundheitsversorgung. Auch Thomas Kreuz fordert dringend mehr Transparenz und Effizienz im Gesundheitssystem: „Die Intransparenz muss endlich ein Ende haben und Gesundheitsdienstleistungen sind bundesweit einheitlich zu kalkulieren.“

Einheitlicher Finanzierungstopf ist das Ziel

Für Hauptverbandschefin Ulrike Rabmer-Koller steht ebenfalls eine notwendige Harmonisierung im Zentrum, um das Gesundheitssystem insgesamt modern und leistungsfähig aufzustellen: „Wir brauchen Gesamtkonzepte und müssen die Effizienz erhöhen. Ein einheitlicher Finanzierungstopf muss unser Ziel sein, wobei im Mittelpunkt immer der Patient steht und das, was er an medizinischen Leistungen braucht.“ Auch Sonja Wehsely plädiert vor allem für mehr Transparenz, denn sie sei die Basis für einheitliche Entscheidungen. Aber „das LKF Modell ist kein abschließend sinnvolles System“, so die Stadträtin, fügt allerdings hinzu: „Es muss Gleiches mit Gleichem verglichen werden. Wenn wir uns anschauen, was der öffentliche und der private Bereich leisten, ist das kein Vergleich auf Augenhöhe.“ Dennoch sieht auch sie die Notwendigkeit einer Veränderung im System: „Wenn man den öffentlichen Bereich aufrechterhalten will, muss es Veränderungen geben und wir sind noch lange nicht am Ziel.“

Dieser Zwang zur Veränderung wird von Heinz Lohmann unterstrichen: „Auch in Deutschland hat es ein statisches System gegeben. Der Anlass, es aufzubrechen, war die Gesellschaft. Sie ändert sich, also muss sich auch das System ändern.“

Die Rolle der Privatkrankenanstalten stellt keiner der Diskutanten in Frage. Die Wahlfreiheit für Patientinnen und Patienten solle bleiben, denn Pluralismus ist auch im Gesundheitssystem wichtig. Auch darüber, dass es einer Veränderung bedarf, zeigen sich die Podiumsgäste einig. „Voneinander lernen ist angesagt. Wir müssen sicherstellen, dass die Versorgung funktioniert, und der Qualität noch viel mehr Augenmerk schenken“, so Hadschieff abschließend. Und Kreuz ergänzt: Es gibt einen eindeutigen Trend in Richtung Privatmedizin, der nicht zuletzt auf Lücken im öffentlichen System zurückzuführen ist. Eine beidseitige Entwicklung ist daher umso wichtiger.“ (PWK594/ES)

von links: Universitätsprofessor Haber, WKÖ-Vizepräsidentin Rabmer-Koller, Gesundheitsunternehmer Lohmann, Präsidiumsmitglied im Verband der Privatkrankenanstalten Kreuz, Stadrätin Wehsely und Fachverbandsobmann Hadschieff
von links: Universitätsprofessor Haber, WKÖ-Vizepräsidentin Rabmer-Koller, Gesundheitsunternehmer Lohmann, Präsidiumsmitglied im Verband der Privatkrankenanstalten Kreuz, Stadrätin Wehsely und Fachverbandsobmann Hadschieff

Das könnte Sie auch interessieren

  • Archiv 2016

Gleitsmann zu Entsenderichtlinie: Kontrollen auch von ausländischen Betriebe sind das Um und Auf für fairen Wettbewerb

Bestehende österreichische Regeln sehen bereits jetzt „gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“ vor mehr

  • Archiv 2016

Handwerkerbonus: Gewinn für die heimischen Unternehmen!

Korrektur zu kommunizierten Zahlen: Kein Verlust von Arbeitsplätzen mehr

  • Archiv 2016

Transporteure unterstützen Plattform für Lkw-Sicherheit

FV-Obmann Danninger: Bündelung der Zuständigkeiten ist wichtiger erster Schritt – Gesetzesanpassungen müssen der nächste sein mehr