th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Richtigstellung zu Agenda Austria: Liberalisierung der Gewerbeordnung in Deutschland war kein Erfolg

Deutlicher Rückgang bei der Lehrlingsanzahl, kein Jobwachstum, Betriebesterben nach EPU-Boom im deutschen Handwerk

Zu der heute, Donnerstag, publizierten Stellungnahme der Agenda Austria zu Effekten einer Liberalisierung der Gewerbeordnung in Deutschland, nimmt die Bundessparte Gewerbe und Handwerk der WKÖ folgende Richtigstellung der Faktenlage vor. Mit der Freigabe einer Vielzahl der reglementierten Gewerbe (2004: Reduktion von 94 auf 41) ist in Deutschland die Zahl der Lehrlinge im Handwerk um fast ein Viertel zurückgegangen. 95 Prozent der Lehrlinge werden heute in meisterpflichtigen Branchen ausgebildet, nur 5 Prozent in den nicht reglementierten Gewerben.

Zum Vergleich: 100.000 Lehrlinge befinden sich in Österreich in Ausbildung, 46.000 davon in Gewerbe und Handwerk. 8 von 10 der beliebtesten Lehrberufe stammen aus reglementierten Gewerben (Metalltechnik, Elektrotechnik,  KFZ-Technik, Installations- und Gebäudetechnik, Maurer, Tischler, Mechatronik, Friseur). Sämtliche Studien in Deutschland belegen, dass es eine „Entqualifizierungsspirale“ in den liberalisierten Handwerken in Deutschland gegeben hat. Die neu hinzukommenden Betriebe (meist EPU) sind vielfach nicht ausbildungswillig und –fähig. Die Altbetriebe, die ausgebildet haben, reduzieren ebenfalls ihre Ausbildungsbereitschaft in Deutschland. Umgelegt auf Österreich würde eine solche Entwicklung bedeuten: Da insgesamt rund 34% aller Jugendlichen eines Jahrganges in Österreich in die Lehre gehen, wäre eine solche Entqualifizierungsspirale die Basis für ein starkes Ansteigen der Jugendarbeitslosigkeit in Zukunft, da dann die Ausbildungsplätze fehlen. 

Auch der erwartete Boom an nachhaltigen Unternehmensneugründungen ist nicht eingetreten: Nach einem ersten Anstieg an EPU (von 80.000 auf 230.000) sind nach 5 Jahren mehr als die Hälfte wieder vom Markt verschwunden. Damit verbunden ist, dass keine zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen wurden, denn diese EPU haben unter dem Strich kein Personal eingestellt! 

Österreich kann im Handwerk nur mit hoher Qualität punkten

In einem Hochlohnland wie Österreich ist ein wesentlicher Vorteil für den Wirtschaftsstandort die hohe Qualifikation der Fachkräfte. Österreich kann im Handwerk nur mit hoher Qualität punkten und nicht mit einem Absenken der Qualifikation und damit der Qualität. 

Im Deutschen Bundestag haben in einer Debatte über die Auswirkungen der Liberalisierung der Handwerksordnung in Deutschland am 5.12.2014 Vertreter von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und von Die Linke eindeutige Kritik an der Liberalisierung im deutschen Handwerk geübt. Erst jüngst, am 7.7.2016, forderte die CDU/CSU eine Wiedereinführung der Reglementierung der liberalisierten Handwerke, da die negativen Auswirkungen der Liberalisierung in Deutschland immer deutlicher hervortreten. So zeigt sich etwa in den Baunebenbranchen, dass die Liberalisierung zu einem deutlichen Absinken des Qualitätsniveaus und einem deutschlandweiten Ausbleiben der Ausbildungsleistung geführt hat, sodass derzeit etwa die Ausbildung von Fliesenlegern, etc., gegen null tendiert. 

Generell zu behaupten, dass die Liberalisierung der Gewerbe in Deutschland ein Erfolgsmodell ist, ist schlichtweg falsch! (PWK589/US)

Das könnte Sie auch interessieren

  • Archiv 2016

Wirtschaft begrüßt Fortsetzung von Innovationsförderinitiativen

Impulse für FHs und außeruniversitäre Forschung als Innovationspartner der Unternehmen mehr

  • Archiv 2016

WKÖ-Initiative „HOPP AUF!“ sammelt Ideen für Österreich: Für den Aufschwung - gegen Raunzen

Österreich braucht gute Ideen von guten Leuten - WKO startet in Kooperation mit der Jungen Wirtschaft die Initiative „HoppAuf Österreich!“ mehr

  • Archiv 2016

Papierindustrie warnt vor negativen Auswirkungen des Heizkraftwerks Klagenfurt Ost

„Ökonomisch und ökologisch sinnloses Biomasse-Kraftwerk ist die schlechteste Lösung für Klagenfurt und Kärnten“ – „Bürger und Industrie werden dafür bezahlen müssen“ mehr