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Einzelhandel-Halbjahresbilanz – Handelsobmann Buchmüller: „Verspüren ein Haucherl Rückenwind“

Umsatzplus nominell 1,2%, real, 0,7% - Beschäftigungsplus: um 1.900 mehr Beschäftigte, Zuwachs im ersten Halbjahr damit leicht höher als im Gesamtjahr 2015

„Die Angebote des Einzelhandels in Österreich waren in der ersten Hälfte des heurigen Jahres stärker nachgefragt“, zeigt sich Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), erfreut: „Der Handel verspürt leichten Rückenwind, ein Haucherl quasi.“ Gemeinsam mit Ernst Gittenberger präsentierte der Handelsobmann heute, Donnerstag, die Ergebnisse der aktuellen Erhebung der KMU Forschung Austria zur Konjunkturentwicklung und Strukturanalyse im heimischen stationären Einzelhandel im ersten Halbjahr 2016. Eine positive Tendenz zeigt die Entwicklung des Quadratmeterumsatzes im heimischen Einzelhandel: Diese Kennzahl steigt, während die Verkaufsflächen und die Anzahl der Geschäfte rückläufig sind. 

Umsatzentwicklung im österreichischen Einzelhandel

Unter Berücksichtigung der Preisentwicklung im stationären Einzelhandel führt das nominelle Umsatzwachstum von 1,2 % im ersten Halbjahr 2016 zu einem realen Plus von 0,7 %. Damit ist das Absatzvolumen im stationären Einzelhandel in den ersten sechs Monaten des heurigen Jahres kräftiger als im Gesamtjahr 2015 gewachsen, da betrug der Wert +0,3%. Das geht aus der aktuellen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria hervor, die auf den Daten von rund 4.500 Geschäften basiert. 

Licht und Schatten bei der Umsatzentwicklung in den Branchen

Sieht man sich die Umsatzzahlen der einzelnen Branchen im Detail an, zeigt sich, dass in einigen Branchen die Entwicklung der Umsätze stabil ist, aber manche Handelssektoren mit Umsatzrückgängen konfrontiert sind“, kommentiert Handelsobmann Buchmüller die Zahlen. 43% der Einzelhandelsgeschäfte verzeichneten im ersten Halbjahr 2016 nominelle Umsatzzuwächse. 15% meldeten Umsätze auf Vorjahresniveau, während bei 42% der Einzelhandelsunternehmen die Erlöse zurückgegangen sind. Absolut betrug der Umsatz im stationären Einzelhandel in der ersten Jahreshälfte 2016 rund 28 Milliarden Euro netto. 

Lebensmitteleinzelhandel führt Branchenranking an - Entwicklung aber gedämpft

Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria erläutert die Detailergebnisse mit Blick auf die einzelnen Handelsbranchen: „Getragen wird das Konjunkturwachstum wie auch schon im Gesamtjahr 2015 vor allem von der dynamischen Entwicklung im Lebensmitteleinzelhandel.“ Der Lebensmitteleinzelhandel hat im ersten Halbjahr 2016 mit 2,2% zwar das höchste nominelle Umsatzplus erzielt, das Wachstum ist jedoch geringer als im Gesamtjahr 2015 ausgefallen. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass das Umsatzniveau bereits sehr hoch ist und nach der dynamischen Entwicklung 2015 nur schwer zu übertreffen sein wird. Ausschlaggebend für den Aufwärtstrend sind aber auch die umsatzstarken Branchen Elektroeinzelhandel und Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf.

326.700 Beschäftigte im Einzelhandel

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Einzelhandel ist im ersten Halbjahr 2016 mit +0,6% wieder etwas stärker angestiegen als im Gesamtjahr 2015 (+0,4%). In absoluten Zahlen bedeutet der Anstieg von 0,6 % ein Plus von 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Einzelhandel. „Die steigenden Beschäftigtenzahlen sind dabei nicht nur auf geringfügige Beschäftigungsverhältnisse zurückzuführen. In Summe waren in der ersten Jahreshälfte 2016 326.700 Beschäftige im Einzelhandel tätig. Es zeigt sich wieder einmal deutlich: Der Handel steht zu seinen Mitarbeitern. Sie stellen ein wichtiges Potenzial dar und sind das Öl im Motor der Handelsunternehmen“, hebt Buchmüller hervor.

Strukturanalyse im Einzelhandel – Flächenentwicklung weiter rückläufig

Nach wie vor liegt Österreich in Sachen Verkaufsflächendichte im europäischen Spitzenfeld. Zum Vergleich: In Österreich stehen jedem Einwohner 1,59 Quadratmeter Einzelhandelsverkaufsfläche zur Verfügung (in Summe 13,8 Millionen Quadratmeter). In Deutschland liegt dieser Wert mit 1,44 Quadratmeter pro Einwohner um knapp 10% unter jenem in Österreich. 

Seit 2013 sinkt die Verkaufsfläche im stationären Einzelhandel in Österreich, 2015 eben zum ersten Mal unter die 14 Millionen-Quadratmeter-Marke. „In den letzten 3 Jahren ist die Fläche um 610.000 Quadratmeter zurück gegangen, das entspricht einer Fläche, die 3 Mal so groß ist wie das große Einkaufszentrum im Süden von Wien“, sagt Iris Thalbauer, die neue Geschäftsführerin der WKÖ-Bundessparte Handel. Die Konsequenz dieser Entwicklung ist, dass der Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche im vergangenen Jahr um 3% gestiegen ist.

Was bringen die kommenden Monate aus Sicht der Händler/-innen?

Inwieweit die - durch die Belebung der Binnennachfrage – höheren verfügbaren Einkommen die Konjunkturentwicklung im heimischen Einzelhandel in den nächsten Monaten ankurbeln werden, bleibe abzuwarten, so Gittenberger. Laut den Erhebungsergebnissen der KMU Forschung Austria geht mit 92% der Großteil der Einzelhändler/-innen für die nächsten Monate von einer stabilen Geschäftsentwicklung aus. Nur 4% rechnen allerdings mit einer Verbesserung der Geschäftslage, während mit 4% ein ebenso großer Anteil der Befragten eine Verschlechterung erwartet. (PWK565/JR)

von links: Bundesspartenobmann Peter Buchmüller, Geschäftsführerin Iris Thalbauer und Ernst Gittenberger (KMU Forschung Austria)
von links: Bundesspartenobmann Peter Buchmüller, Geschäftsführerin Iris Thalbauer und Ernst Gittenberger (KMU Forschung Austria)

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