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Fachverband Hotellerie: „Brauchen Bekenntnis zum Standort Österreich und Wettbewerb auf Augenhöhe“

WKÖ-Fachverbandsobmann Egger fordert mehr ÖW-Mittel für Inlandsgast und Unterstützung der Politik bei Betriebsübergaben und Ausbildung 

Wie die heute, Mittwoch, von der Statistik Austria veröffentlichten Tourismus-Zahlen zeigen, hat die heimische Hotellerie mit einem Plus von 0,9% bei den Nächtigungen im Mai und Juni „ein passables Ergebnis erzielt. Damit sehen wir uns gut aufgestellt, zumal die Feiertagsverschiebung in diesem Zeitraum und die EM dominierend waren“, betonte Siegfried Egger, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, in der Sommer-Pressekonferenz des Fachverbandes.

Egger: Mehr Mittel für Tourismuswerbung im eigenen Land

Die Rahmenbedingungen für die heimische Hotellerie waren im vergangenen Jahr besonders schwierig, resümierte Egger und verwies unter anderem auf die Mehrwertsteuer-Erhöhung. „Dies trifft die Branche hart. Wenn wir schon mit diesen 13% belastet werden, dann brauchen wir ein klares Bekenntnis der Politik zum Standort Österreich. So sollte ein größerer Anteil der Mittel der ÖW für den Inlandsgast und die Werbung im eigenen Land ausgegeben werden.“

Teilerfolge konnte der Fachverband beim Meldegesetz erreichen – der bürokratische Mehraufwand konnte im neuen Gesetzesentwurf dank gezieltem Lobbying reduziert werden. Entschärfungen gibt es auch bei der Pauschalreise-Richtlinie: Auch hier hat der Fachverband Hotellerie - gemeinsam mit dem Fachverband Reisebüros - erreicht, dass kein zusätzlicher Gewerbeschein notwendig ist, wenn im Rahmen von pauschalen Zusatzleistungen, wie etwa Ski- oder Liftkarten, verkauft werden. „Die Pauschale ist unser Verkaufsinstrument Nummer eins – wir sind für dieses fertig geschnürte Urlaubspaket international bekannt und beliebt. Daher ist es erfreulich, dass der Pauschalverkauf nicht verkompliziert wird.“

Vieles tut sich im Tourismus auch im Bereich Arbeitszeit. Egger: „Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind sich einig, dass sich die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen ändern müssen – schließlich bestimmt der Gast am Ende des Tages die Arbeitszeit im Tourismus. Daher ist die Nachtruheverkürzung ein wichtiger Schritt. 

Zu den Paritätsklauseln in den AGB von Online-Buchungsplattformen zeigte sich Egger erfreut, dass es nun eine gesetzliche Lösung geben soll, die mehr Klarheit und Fairness für die Branche schaffen soll. Zuvor hatte der Fachverband ja gemeinsam mit der WKÖ-Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft sowie der ÖHV eine Initiative gestartet bzw. eine Klage vorbereitet, die nun nicht eingebracht werden musste. 

Familienbetriebe gleich fördern wie Startups 

„Auch zum Konzept Familienbetrieb erwarte ich mir von der Politik ein klares Bekenntnis“, betonte der Fachverbandsobmann. Gerade vor dem Hintergrund ausufernder Bürokratie brauche es Entlastung bei den Betriebsübergaben, forderte Egger eine Gleichstellung von jungen Betriebsübernehmern mit Startups, für die die Bundesregierung ja erst kürzlich ein Förder-Paket geschnürt hat. In Anlehnung dazu sei auch in der Hotellerie eine Befreiung von Lohnnebenkosten und Erleichterungen bei Betriebsanlagenüberprüfung für Jungunternehmer nach der Übernahme des – meist familiären – Betriebes erforderlich, so Egger. 

Kraus-Winkler: Dominantes Duopol bei den Onlinebuchungsplattformen

Susanne Kraus-Winkler, Obmann-Stellvertreterin und Präsidentin des europäischen Dachverbandes Hotrec, stellte eine aktuelle Erhebung vor, die sich mit dem digitalen Vertrieb in der Hotellerie beschäftigt. 

Demnach nimmt die Dominanz einiger weniger Online-Buchungsplattformen auf dem europäischen Hotelmarkt zu. Durchschnittlich wurden 2015 in Europa mehr als 22 Prozent aller Hotelübernachtungen über Online-Buchungsplattformen generiert (das ist ein Plus um 3 Prozentpunkte im Vergleich zur Erhebung 2013). Kraus-Winkler: „Der europäische Markt hat rund 200.000 Hotels, die zu einem hohen Anteil von rund 75% kleine Familienbetriebe sind. Denen gegenüber steht ein Duopol von zwei dominanten Onlineportalen.“ Allein die Priceline Group (Booking.com) hält einen Marktanteil von über 60 Prozent.

Wie die Erhebung weiters gezeigt hat, hat die Einführung der sogenannten „engen Paritätsklauseln“, die im Sommer 2015 europaweit auf Druck zahlreicher nationaler Wettbewerbsbehörden eingeführt worden sind, zu keiner Belebung des Wettbewerbs zwischen den Portalen geführt. Die Mehrheit der Hoteliers in Europa (91,5 Prozent) gab in der Befragung an, keine Kommissions-Vergünstigung der Online-Plattformen seit Einführung dieser Klauseln erhalten zu haben.

Airbnb: Steinleitner: Hotels mit Privatvermietern auf Augenhöhe bringen

Aus ihrer Erfahrung als Wiener Hotelbetreiberin berichtete Andrea Steinleitner, Stellvertreterin von Egger in der WKÖ und Obfrau der Fachgruppe Hotellerie in Wien. In der Bundeshauptstadt ist, wie in vielen europäischen Städten, die private Wohnungsvermietung ein problematisches Thema für Hoteliers. Allein in Wien werden mittlerweile ca. 5.600 Wohnungen privat an Touristen vermietet. 

Steinleitner: „Wir sehen in Wien einen Bettenboom, wobei es den Betrieben jedoch nicht gelungen ist, dabei mit den Preisen mitzuhalten, was die Situation für die ohnehin von der Bürokratie geplagten Betriebe noch schwieriger macht.“ Sie fordert daher von der Politik, dass sie für faire Rahmenbedingungen sorgt und einen Wettbewerb auf Augenhöhe zwischen Hotellerie und Privatvermietern sorgt: „Es ist Zeit, das Konzept des Gastgebertums wieder mehr in den Vordergrund zu rücken. Dafür brauchen wir aber Raum und Zeit. Ein Grund mehr, die bürokratischen Auflagen und steuerlichen Belastungen, die Zeit und Kosten der Hoteliers binden, dringend zu reduzieren.“ (PWK562/PM)

von links: FV-Geschäftsführer Matthias Koch, HOTREC-Präsidentin Susanne Kraus-Winkler, FV-Obmann Siegfried Egger und Andrea Steinleitner, Obfrau Fachgruppe Wien
von links: FV-Geschäftsführer Matthias Koch, HOTREC-Präsidentin Susanne Kraus-Winkler, FV-Obmann Siegfried Egger und Andrea Steinleitner, Obfrau Fachgruppe Wien

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