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FV-Gastronomie zum Allergen-Vorstoß von Rupprechter: Minister soll sich in Brüssel für Abschaffung der verpflichtenden Allergenkennzeichnung einsetzen

Umsetzung der EU-Richtlinie in Österreich maßvoll – aber Gäste kaum an der Kennzeichnung interessiert

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter hat sich nun auch zum Thema Allergenkennzeichnung in der Gastronomie zu Wort gemeldet und möchte die „Buchstabensuppe“ auf der Speisekarte wieder abschaffen. Der Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich, Mario Pulker: „Wir freuen uns über diese späte Unterstützung! Das Problem liegt allerdings nicht bei der österreichischen Umsetzung, sondern in Brüssel. Wenn Minister Rupprechter seinen Vorschlag ernst meint, müsste er sich dort für die Abschaffung der verpflichtenden Allergeninformation einsetzen.“ Diese wurde bekanntlich durch die EU-Lebensmittel-Informationsverordnung (Nr. 1169/2011) eingeführt. Diese Verordnung verlangt dezidiert eine schriftliche Information. Österreich hat zur Erleichterung für Gastronomiebetriebe - wie zwischenzeitig auch die meisten anderen europäischen Länder - darüber hinaus die Möglichkeit vorgesehen, dass die Information auch mündlich weitergegeben werden kann. Ein „Buchstaben-Salat“ auf der Speisekarte ist daher in Österreich nicht zwingend notwendig.   

Vorbildliche Umsetzung der Heimischen Betriebe

Die österreichische Umsetzung ist im vorgegebenen europäischen Rahmen im Großen und Ganzen maßvoll und sinnvoll erfolgt. Von Seiten der Wirtschaft scharf kritisiert wurden allerdings bereits in der Vergangenheit die völlig überzogenen Strafrahmen für die Nichteinhaltung der Informationsverpflichtung (bis zu 50.000 Euro, im Wiederholungsfalle bis zu 100.000 Euro). Pulker anerkennt aber, dass bisher so gut wie keine Strafen seitens der Lebensmittelinspektion verhängt werden mussten, da die österreichischen Betriebe – im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern - die Informationsverpflichtung vorbildlich umgesetzt haben. Der Fachverband selbst hat die Betriebe mit entsprechenden Fortbildungsangeboten für die Mitarbeiter und spezielle Service-Angebote unterstützt.  

Der Ball für die Abschaffung liegt nun in Brüssel

Nach mehr als eineinhalbjähriger Geltung der EU-Verordnung steht nun allerdings fest: Die Gäste sind kaum an der Kennzeichnung interessiert, selbst Allergiker fragen – wie auch früher bereits – zur Sicherheit lieber beim Personal nach. Der bürokratische Mehraufwand für die Betriebe steht daher in keinem vertretbaren Verhältnis zum Informationsbedürfnis der Gäste. Pulker: „Wir unterstützen Herrn Minister Rupprechter daher gerne mit Argumenten, wenn er sich in Brüssel für die Abschaffung der mit der EU-Lebensmittelinformationsverordnung eingeführten, sanktionierten Kennzeichnungsverpflichtung für die Gastronomie einsetzen will. In Österreich haben wir alles getan, damit der Aufwand nicht ausufert.“    

Der Fachverband Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich vertritt rund 60.000 Gastronomiebetriebe mit über 145.000 Beschäftigten. Mit einem Umsatz von ca. 8,8 Mrd. Euro leisten sie einen wertvollen Beitrag zur österreichischen Wirtschaft.  (PWK552/PM)

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