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Sozialpartner-Gespräche für neues Gehaltschema im Handel auf Eis gelegt

WKÖ-Bundessparte Handel bedauert vergebene Chance - Überzogene Gehaltsforderungen der Gewerkschaft verhindern Einigung

Nahezu zwei Jahre lang haben die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und die Gewerkschaft GPA-djp viel Zeit und Kraft in eine sinnvolle grundlegende Neugestaltung des Kollektivvertrages für Handelsangestellte investiert. 

Die gemeinsamen Ziele der Gespräche sind:

  • Vereinheitlichung der Gehaltstafeln mit dem Ziel einer österreichweit gültigen Tafel für alle Handelsbranchen
  • Vereinfachung des bestehenden Beschäftigungsgruppenschemas
  • Klare und unmissverständliche Formulierungen der jeweiligen Beschäftigungsgruppen

Die daraus positiv resultierenden Effekte wären:

  • Mehr Gehalt insbesondere für junge Mitarbeiter/-innen
  • Erleichterungen bei der Beschäftigung von älteren Mitarbeiter/-innen
  • Eine spezielle Förderung für Frauen, weil der Anteil an weiblichen Mitarbeiterinnen im Handel sehr hoch ist (74% im Einzelhandel)
  • Anrechnung der Karenzzeiten für Mutterschaft (bis zu 7 Jahren)
  • Weniger Berufsjahressprünge, dafür schnellerer Anstieg der Gehälter
  • Leistungsgerechtere Entlohnung durch Schaffung von 3 (statt wie bisher 2) Beschäftigungsgruppen, in die die überwiegende Anzahl der Mitarbeiter/-innen einzustufen ist. Das bedeutet mehr Gehalt für dieselbe Leistung. 

Hinsichtlich des Gehalts (kollektivvertragliche Mindestgrundgehaltstafel) hat die Gewerkschaft den Handel jedoch mit zu hohen Forderungen konfrontiert. Denn beim Umstieg ins neue System würden stets die höheren Gehälter für die Mitarbeiter zum Tragen kommen. Aufgrund der unrealistisch hoch veranschlagten finanziellen Forderungen der Gewerkschaft, würde das jedoch zu einem Anstieg der Gehälter von 4,8 bis 18% führen. Schon eine einprozentige Gehaltssteigerung bedeutet heute schon beispielsweise für ein größeres Handelsunternehmen Mehrausgaben in der Höhe von 20 Millionen Euro.

Das rüttelt an der Existenzgrundlage vieler Handelsunternehmen, die in den nächsten Jahren die deutlichen Mehrkosten des neuen Gehaltsschemas zu tragen hätten“, warnt Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel und Kollektivvertrags-Chefverhandler der Arbeitgeberseite im Handel. „Aber trotz dieser derzeit noch bestehenden Differenzen sind unsere Türen für weitere Gespräche mit unserem Sozialpartner-Vis a vis natürlich offen“, so Buchmüller. (PWK551/JR)

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