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Oligopol der Online-Buchungsplattformen: Wettbewerbssituation bleibt kritisch

Obmann Egger: Fachverband Hotellerie setzt sich weiterhin für Wahrung der unternehmerischen Freiheit ein

Brüssel/Wien. Die Dominanz einiger weniger Online-Buchungsplattformen auf dem europäischen Hotelmarkt ist ungebrochen hoch. Drei Buchungsportale, an der Spitze die Priceline Group (Booking.com) mit einem Marktanteil von über 60 Prozent, nehmen gemeinsam 92 Prozent des europäischen Marktes ein. Eine Auflockerung und Belebung des Wettbewerbes von Online-Buchungsplattformen ist nicht in Sicht, das belegt nun auch eine aktuelle Befragung von über 2.000 Hoteliers, die von HOTREC, dem europäischen Dachverband der Hotels, Restaurants und Cafés, gemeinsam mit seinen europäischen Partnerverbänden und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis durchgeführt wurde. HOTREC-Präsidentin, Susanne Kraus-Winkler, betont: “Wir sehen es sehr kritisch, dass Online-Buchungsplattformen kontinuierlich immer größere Anteile von Hotelbuchungen an sich ziehen, während die eigenen Vertriebskanäle der Hotels rückläufige Werte verbuchen. Dieses Oligopol ist vor allem für kleine Betriebe problematisch.“

Durchschnittlich wurden 2015 in Europa mehr als 22 Prozent aller Hotelübernachtungen über Online-Buchungsplattformen generiert (das ist ein Plus um 3 Prozentpunkte im Vergleich zur Erhebung 2013). In Österreich wird sogar ein Anstieg von über 6 Prozentpunkten verzeichnet und steht damit ebenso bei mehr als 22 Prozent. Parallel zum Wachstum der Buchungsportale sank der Anteil der direkten Buchungen (online und offline) beim Hotel um insgesamt 4 Prozentpunkte auf knapp 64 Prozent.

Paritätsklauseln brachten keine Wettbewerbs-Belebung

Die Einführung der sogenannten "engen Paritätsklauseln“, die im Sommer 2015 europaweit auf Druck zahlreicher nationaler Wettbewerbsbehörden eingeführt worden sind, hat zu keiner Belebung des Wettbewerbs zwischen den Portalen geführt. Die Mehrheit der Hoteliers in Europa (91,5 Prozent) gab in der Befragung an, keine Kommissions-Vergünstigung der Online-Plattformen seit Einführung dieser Klauseln erhalten zu haben. Siegfried Egger, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), bekräftigt: “In Österreich wurde aktuell ein wesentlicher Meilenstein hinsichtlich Paritäten gesetzt und dem Unternehmer dadurch wieder eine freie Preisfindung ermöglicht.“ Denn im Ministerrat wurde ein Verbot von Paritätsklauseln gegenüber Beherbergungsbetrieben beschlossen, welches als nächstes im Herbst zur Bestätigung ins Parlament geht. „Nun steht es dem Hotelier wieder frei, auf anderen Vertriebswegen inklusive seiner eigenen Webseite einen günstigeren Preis oder andere günstigere Bedingungen als auf der Buchungsplattform anbieten zu dürfen. Die Marktbedingungen wurden dadurch fairer und ausgeglichener“, ist Egger erfreut. (PWK548/PM)

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