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WKÖ-Wirtschaftsbarometer: Gezielte Investitionsimpulse dringender denn je!

Unternehmen grundsätzlich optimistischer, aber Unsicherheitsfaktoren weiterhin hoch – Ein Drittel der Betriebe plant zusätzliche Arbeitsplätze  

„Derzeit gibt es aus Sicht der heimischen Unternehmen eine Aufhellung der Geschäftsaussichten, aber auch weiterhin Zurückhaltung bei den Investitionen. Der Fokus der kommenden 12 Monate liegt weiter auf Ersatzinvestitionen und nicht auf Neuinvestitionen. Gezielte Investitionsimpulse sind deshalb der interessenpolitische Schwerpunkt der WKO“, betont heute, Freitag, Christoph Schneider, Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der WKÖ im Rahmen der Präsentation des Wirtschaftsbarometers, der Konjunkturumfrage der WKÖ. Demnach geben nur 37 % der Unternehmen Neuinvestitionen als Hauptmotiv für ihre geplanten Investitionen an. Rund 30 % der Befragten planen für die kommenden 12 Monate keine Investitionen. Dabei, so Schneider, zeige sich, dass die allgemeine Stimmung zum Wirtschaftsklima deutlich negativer sei, als die zukünftigen Geschäftsaussichten der Unternehmen. 

„Die Ergebnisse bestätigen die Trendwende, die sich bereits in der Umfrage vor einem halben Jahr abzeichnete. Die Entwicklung sollte dieses Mal mehr als eine reine Seitwärtsbewegung sein. Die Geschäftsaussichten sind deutlich positiver. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten ist für die meisten Indikatoren – Auftragslage, Beschäftigung, Umsätze - deutlich positiver. Zuletzt sind jedoch neue Herausforderungen und Risikofaktoren hinzugekommen, wie das Brexit-Votum und die Unsicherheit auch bei den Banken in Europa“, analysiert Schneider. Wichtig sei, dass man sich nun umso mehr über eine kluge Ausgestaltung der Rahmenbedingungen Gedanken mache. „Die Unternehmen haben das Start-up Paket registriert und sehen damit eine neue Herangehensweise. Einen New Deal einzugehen, bedeutet, eine umfassende Standortpolitik zu betreiben. Und hier geht es insbesondere um den Bereich der Steuer- und Abgabenbereich und Maßnahmen für eine Gegenfinanzierung von Konjunkturimpulsen. Eine degressive Abschreibung wäre nun eine goldrichtige Maßnahme zum richtigen Zeitpunkt, die Staatsreform ein längst überfälliger Punkt mit einem Bündel von rasch umsetzbaren Maßnahmen in der Schublade“, betont Schneider.  

In Hinblick auf die Standortsicherheit und eine dringend benötigte Zunahme der Investitionstätigkeit sei die Umsetzung eines Beteiligungsfreibetrags und weiterer Maßnahmen zur Stimulierung von Investitionen umgänglich. „Experten fürchten nach dem Brexit eine Kapitalflucht. Investoren, die künftig möglicherweise einen Bogen um Großbritannien machen, sollen aufgrund attraktiver Rahmenbedingungen auch nach Österreich kommen“, so der WKÖ-Experte.  

Wirtschaftsbarometer im Detail 

Trotzdem sei es erfreulich, dass zum ersten Mal Anzeichen einer Erholung sichtbar sind.

Deutlich soll sich die Lage bei Aufträge und Inlandsumsätzen verbessern: Die Zahl jener Unternehmen die gegenüber der Herbstumfrage mit einer positiven Auftragslage rechnen, hat sich auf nunmehr 46 Prozent verdoppelt. Weitere 4 von 10 Unternehmen sehen für das kommende Jahr eine gleichbleibende Auftragslage.  Ausschlaggebend hierfür sind die inlandsorientierten Wirtschaftszweige. Insbesondere die Dienstleistungen, aber auch die Bauwirtschaft äußern sich zunehmend optimistisch. Diese Entwicklung kompensiert die sich zuletzt eingetrübten internationalen Aussichten. Die Exportumsätze befinden sich zwar weiterhin auf hohem Niveau, fallen aber nicht mehr ganz so optimistisch aus wie im Herbst.  

„Die Aufhellung der Erwartungen der Unternehmen sollte sich in einer stärkeren Belebung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der österreichischen Wirtschaft widerspiegeln. Diese Erholung ist vor dem Hintergrund der nur sehr schwachen Entwicklung des BIP-Wachstums von jeweils unter 1 % in den vergangenen vier Jahren zu sehen, so Schneider.  

Zurückhaltung bei Investitionen

Nach Angaben der Unternehmen zu ihren Investitionsplänen wird die Konjunkturentwicklung auch im kommenden Jahr von schwachem Investitionswachstum geprägt sein. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen verharrt auf geringem Niveau und ist per Saldo weiterhin im negativen Bereich. Die vergangenen Jahre waren bereits von einer massiven Investitionszurückhaltung geprägt. Investitionen sind nicht nur aktuell für mehr Wachstum entscheidend, sondern auch für das langfristige Wachstumspotenzial einer Volkswirtschaft. 63 % der Respondenten geben als Motiv für Investitionen hauptsächlich Ersatzinvestitionen an. 37 % der befragten Unternehmen planen, Neuinvestitionen zu tätigen. Ein nicht realisierter Aufholbedarf an Investitionen, insbesondere Neuinvestitionen, hemmt die Beschleunigung von Wachstum und Beschäftigung. 

Beschäftigung – ein Drittel will Personal aufstocken 

Hier zeigt sich: Die verbesserte Auftragslage und Kapazitätsauslastung bringen neue Impulse für Beschäftigungsaufbau. Der Erwartungssaldo erreicht einen neuen Höchststand von 20 wie zuletzt im Frühjahr 2011, die Unternehmen planen überwiegend, die Beschäftigung konstant zu halten (53 %). Rund ein Drittel rechnet damit, Personal aufzustocken. Treiber der positiveren Entwicklung sind die großen Unternehmen, die am häufigsten die Absicht äußern, die Beschäftigung in den nächsten 12 Monaten auszubauen. „Diese Zahlen korrelieren mit den Wünschen der heimischen Unternehmen, nach einer Absenkung der Lohnnebenkosten. Insbesondere für kleine und mittlere Betriebe ein extrem wichtiges Thema, da es offensichtlich für diese aktuell am Schwierigsten ist, eine gewinnbringende Balance aus Auftragsplus und Mitarbeiterplus zu generieren  und diese stattdessen eher in einer „wait and see“-Position sind“, so Schneider abschließend.

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