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Scheichelbauer-Schuster: Gewerbe und Handwerk mit ersten Anzeichen der Erholung

Lohn und Sozialdumping, Gewerbeordnung und Brexit als heiße Themen für die Betriebe – Zuversicht für das 3. Quartal

„Mit dem dritten Quartal dieses Jahres dürften die Zeichen erstmals seit Langem auf Erholung stehen. Die Zahlen zeigen eine leichte Konjunkturbelebung und zuversichtlichere Unternehmer“, betonte heute, Donnerstag, die Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Renate Scheichelbauer-Schuster. Mit den Themen Reform der Gewerbeordnung, dem heißen Thema Lohn- und Sozialdumping aber auch dem vom Brexit betroffenen Exportunternehmen stehe der Sparte aber ein „heißer Sommer“ bevor. „Die Gewerbe- und Handwerksbetriebe sind die Schrittmacher in der heimischen Wirtschaft. Die Reform der Gewerbeordnung muss nun neue Impulse für Qualifikation, Qualität und Innovation bringen und sie muss die Ausbildungsleistung der Betriebe stärken, nicht schwächen. Gleichzeitig muss der Herbst wichtige Reformen in Hinblick auf Erleichterungen bei Bürokratie, etwa den Bereich der Betriebsanlagen, und dem Kumulationsverbot bringen“, unterstreicht die Obfrau. Es gelte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angesichts der langsam anziehenden Konjunktur durch einen tatsächlichen „New Deal“ zu verbessern, um Rückenwind für die kommenden Monate zu erhalten.  

Lohn- und Sozialdumping: Mehr Kontrollen notwendig

Im Hinblick auf Lohn- und Sozialdumping durch ausländische Mitbewerber sei es jedenfalls erfreulich, dass sich in den vergangenen Wochen zu diesem Thema ein Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Gewerkschaft ergeben habe und auch die Bundesregierung dieses sensible Thema auf europäischer Ebene platziere. „Gerade unsere Betriebe in den Grenzregionen sind stark betroffen. Der wirtschaftliche Schaden nicht nur im Bau- und Baunebenbereich sondern auch in Dienstleistungsbranchen ist teilweise enorm. Wir benötigen mehr Kontrollen und wirksame Rechtsmittel die in den Nachbarländern auch durchsetzbar sind“, unterstrich die Obfrau.  

In Sachen Brexit verwies Scheichelbauer-Schuster darauf, dass gerade exportierende Mittelbetriebe aus dem automotiven Zulieferbereich, Maschinenbauer sowie Betriebe aus dem chemischen Bereich im Fokus stünden: „Kommt der Brexit wie angekündigt, dann wird das im worst case dazu führen, dass Arbeitnehmerfreizügigkeit und Investitionsschutzregelungen in Frage gestellt werden und dass unsere Waren in Großbritannien teurer werden“.  

Zahlen noch unter Vorjahresniveau - Zarter Aufwärtstrend zu sehen

Zu den Konjunkturzahlen betonte der Direktor der KMU Forschung Austria, Walter Bornett, dass im 1. Quartal die Auftragseingänge bzw. Umsätze noch um 1,4 % unter dem Niveau des Vorjahres lagen. „Im 2. Quartal haben sich die relativ optimistischen Erwartungen der Unternehmen aus dem Vorquartal bestätigt und das Stimmungsbarometer hat sich merkbar verbessert. Das ist ein gutes Zeichen, dieser Trend sollte sich über dem Sommer hin verfestigen. Was insbesondere der Bau- als auch der Baunebenbereich aber für Herbst und Winter benötigt, ist eine Umsetzung des Wohnbaupakets“, der Experte.  

Verglichen mit dem Vorjahr ist der Anteil der Betriebe mit einer guten Geschäftslage von 16 % auf 21 % gestiegen, während der Anteil der Betriebe mit schlechter Geschäftslage von 29 % auf 25 % zurückgegangen ist. Zufrieden zeigten sich vor allem größere Gewerbe- und Handwerksbetriebe (mit mehr als 10 Beschäftigten).

Die investitionsgüternahen Branchen meldeten eine durchschnittliche Erhöhung des Auftragsbestandes um 1,7 %. Besonders erfreulich ist die positive Entwicklung großer, beschäftigungsintensiver Berufsgruppen (z. B.: Metalltechnik +12,5 %, Installateure +10,4 %, Baugewerbe +3,6 %, Tischler +2,8 %). Auch im konsumnahen Bereich verlief das 2. Quartal deutlich besser als im Vorjahr. Insbesondere Friseure, das Nahrungs- und Genussmittelgewerbe, Mechatroniker und Bäcker verzeichneten mehrheitlich Umsatzzuwächse. 

Stimmung und Auftragslage für 3. Quartal zuversichtlich

„Für das 3. Quartal sind die Unternehmerinnen und Unternehmer zuversichtlich wie schon lange nicht. Der Anteil derer, die mit stabilen bzw. steigenden Auftragseingängen und Umsätzen rechnen, ist von 77 % auf 84 % gestiegen, während nur noch 16 % Rückgänge befürchten, im Vorjahr waren es 23 %.“, so Bornett. Positiv zu werten sei zudem, dass Gewerbe und Handwerk für den Zeitraum Juli bis September 2016 eine Erhöhung des Beschäftigtenstandes um 2,1 % planen.

„Jetzt muss alles getan werden, um dieses zarte Pflänzchen „Konjunkturbelebung“ zum Blühen zu bringen, betont der Direktor der KMU Forschung Austria abschließend. (PWK529/us)

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