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EK-Vorschlag zu endokrinen Disruptoren: Chance für effizienten Gesundheitsschutz vertan

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs warnt davor, alle hormonell aktiven Stoffe über einen Kamm zu scheren

Nach sechsjähriger Vorarbeit hat die EU-Kommission heute ihren Vorschlag für Kriterien vorgelegt, nach denen in Zukunft endokrine Disruptoren identifiziert werden sollen. Nach kritischer Durchsicht kommt Sylvia Hofinger, GF des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs zu folgendem Urteil: „Die Kommission hat mit ihrer unspezifischen Definition leider die Chance verpasst, die menschliche Gesundheit durch sinnvolle Kriterien und eine wissenschaftlich basierte Risikobewertung vor tatsächlich hormonell schädlichen Substanzen zu schützen. Diese breite Definition lässt keine Konzentration auf riskante Stoffe zu und setzt die Verunsicherung der Bevölkerung fort.“

Gleichsetzung von Kaffee mit gefährlichem Weichmacher

Die Effekte auf Mensch und Umwelt, die von hormonschädigenden Stoffen ausgehen, sind eine Gefahr, die die chemische Industrie sehr ernst nimmt. Gerade deshalb setzt sich der Fachverband für Regelungen ein, die einen sicheren Umgang mit hormonschädlichen Stoffen ermöglichen. Mit dem gegenständlichen Vorschlag wird jedoch genau das Gegenteil erreicht, indem der gefährliche und in der EU verbotene Weichmacher DEHP gleich behandelt wird wie zum Beispiel Kaffee, Bier oder Tofu. Diese Lebensmittel haben alle etwas gemeinsam: Sie beinhalten Stoffe, die mitunter unerwünschte Reaktionen in unserem Hormonsystem hervorrufen. 

Eine Definition endokriner Disruptoren nach den heute vorgeschlagenen Kriterien erinnert Hofinger an die WHO-Einschätzung, dass Wurstwaren krebserregend sind: „Auch damals wurde vollkommen außer Acht gelassen, dass das Risiko, durch Wurstkonsum an Krebs zu erkranken, minimal ist. Lediglich der Konsument wurde stark irritiert.“

Ernsthafte Konsequenzen

Eine Regulierung von hormonell schädlichen Substanzen, die ihr eigentliches Ziel verfehlt, könnte entscheidende Auswirkungen auf den Konsumenten haben. Dies trifft besonders auf Pflanzenschutzmittel sowie Biozide zu. „Nicht nur, dass durch Ernteausfälle in der Landwirtschaft die Preise ansteigen werden. Es muss auch mit Gesundheitsschäden beispielsweise durch verstärkt auftretende Schimmelpilzgifte gerechnet werden, die bisher dank fungizider Wirkstoffe in Schach gehalten werden konnten“, gibt Hofinger zu bedenken. Nicht zuletzt warnen auch schon Behörden, dass durch den Wegfall von etlichen Bioziden ein Zunehmen von Resistenzen droht.

Nur Einzelstoffbewertung sinnvoll

„Wichtig ist der Schutz der Menschen und nicht ihre Verunsicherung“, fasst Hofinger zusammen. „Entscheidend für eine treffsichere Regulierung ist eine stoffbezogene, wissenschaftliche Risikobewertung, bei der das Gefährdungspotenzial hormonaktiver Stoffe einzeln ermittelt wird. Sonst endet es damit, dass man Kaffee zwar noch trinken, den Kaffeesatz aber nicht mehr gegen Blattläuse einsetzen darf.“ (PWK444/US)

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