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Erste Besserung am Arbeitsmarkt braucht dringend Rückenwind

Gleitsmann: Rasche Entlastung der Wirtschaft würde unmittelbar Beschäftigung ankurbeln

Die leicht sinkende Arbeitslosenquote Ende Mai (-0,5 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich) gibt Hoffnung, bedeutet aber noch lange keine Entwarnung. Nach wie vor steigt in Österreich die Zahl der arbeitslosen Personen (+4.063 im Vorjahresvergleich). Im EU-Vergleich gehört Österreich daher weiter mit Estland und Lettland zu den Schlusslichtern. Während in den meisten anderen EU-Ländern die Zahl der arbeitslosen Personen im Vergleich zum Vorjahr sank, stieg sie in Österreich weiter. 

Aus der Sicht von Martin Gleitsmann, Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der WKÖ, ist jetzt dringender Handlungsbedarf gegeben: „Der Rückgang der Arbeitslosenquote geht alleine auf die steigende Beschäftigung in Österreich zurück (+52.000 im Vorjahresvergleich). Jetzt müssen rasch die richtigen Weichen gestellt werden, damit die Wirtschaft an Fahrt gewinnen kann. Die Flüchtlingssituation wird sich bald auch am Arbeitsmarkt auswirken, daher braucht es jetzt die richtigen Schritte, um allen Zielgruppen am Arbeitsmarkt die Integration zu erleichtern“.

Lohnnebenkosten weiter senken – Wirtschaft fordert verbindlichen Pfad 

Österreichs Lohnnebenkosten inklusive Lohnsteuer liegen im internationalen Vergleich im Spitzenfeld, hinter Belgien an 2. Stelle. Die Lohnsteuersenkung konnte zwar die Abgabenlast der Arbeitnehmer reduzieren, änderte aber an der hohen Abgaben- und Steuerlast der Unternehmen nichts. Das jüngste Wettbewerbsranking der Lausanner Hochschule IMD reiht Österreichs Fiskalpolitik von 61 Ländern auf den vorletzten Platz -  einer der Gründe: die enorm hohen Sozialversicherungsbeiträge. „Hier muss dringend angesetzt werden, damit  Österreich als Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig bleibt und es unseren Betrieben erleichtert wird, Beschäftigung zu schaffen. Die bereits fixierte Lohnnebenkostensenkung bis 1.1.2018 ist ein erster Schritt, allerdings müssen dringend weitere Schritte gesetzt werden. Österreichs Wirtschaft braucht einen verbindlichen Pfad zur Lohnnebenkostensenkung um mindestens 5 %, um an das deutsche Niveau anschließen zu können und im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Zudem müsse ein investitionsfreundliches Klima geschaffen und Maßnahmen zur Stärkung der Unternehmensfinanzierung umgesetzt werden.

Lichtblick: Mehr Beschäftigte 50+ - Arbeitslosenquote leicht rückläufig

Ein Lichtblick der jüngsten Arbeitsmarktdaten ist die Beschäftigung in der Altersgruppe 50+, die im Mai um rund 55.000 Personen im Vorjahresvergleich gestiegen ist. Seit Jahresbeginn haben bereits 56.371 Personen 50+ ein Dienstverhältnis begonnen (das sind um 3.540 mehr im Vergleich zum Vorjahr). „Der zahlenmäßige Anstieg der arbeitslosen Personen 50+ (+5.380) spiegelt die demografische Entwicklung wider, immer mehr Personen wachsen in die Altersgruppe 50+ hinein. Aussagekräftig ist einzig und allein die Arbeitslosenquote, die das Verhältnis der Beschäftigten zu den Arbeitslosen darstellt, und diese ist leicht um 0,5 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich zurück gegangen“, erläutert der WKÖ-Experte. 

Erneut mehr offene Stellen

Erfreulich ist auch, dass die Zahl der offenen Stellen nach wie vor steigt (Oberösterreich +71%, Steiermark + 54%, Salzburg +48,3%). „Wenn es nicht gelingt, die offenen Stellen auch zu besetzen, können unserer Betriebe wichtige Aufträge nicht annehmen. Das wäre eine neuerliche Wachstumsbremse für unsere Wirtschaft. Um dem Fachkräftemangel entgegenzusteuern, braucht es praxistaugliche Bildungsangebote, die direkt in den Betrieben ansetzen. Nur so ist sichergestellt, dass die Ausbildung dem Bedarf der Wirtschaft  entspricht und die arbeitslosen Personen wieder in Beschäftigung bringt“, betont Gleitsmann. (PWK395/PM)

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