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Leitl: Österreichs Wirtschaft hofft auf Verbleib Großbritanniens in der EU

Europatag von Wirtschaftskammer und Erste Group Bank zur Frage eines allfälligen Brexit und Konsequenzen für die Wirtschaft

Der diesjährige Europatag der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Kooperation mit der Erste Group Bank stand im Zeichen des Vereinigten Königreiches und des in genau einem Monat stattfindenden Referendums über einen etwaigen Austritt aus der Europäischen Union. „Wir brauchen eine europäische Familie – gerade auch dann, wenn es einmal schwieriger wird“, betonte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl: „Als Europäer täte es mir sehr leid, wenn ein so großartiges Land wie das Vereinigte Königreich die EU verlassen würde.“ Alle Analysen zeigten, dass ein Verbleib der Briten in der EU rein sachlich richtig und notwendig sei – und im Interesse sowohl der Briten wie auch der EU liege. „Durch den freien Zugang zum EU-Binnenmarkt kommt  jährlich das 5- bis 15fache der britischen Nettozahlungen wieder ins Land zurück. Auch umgekehrt profitiert Europas Wirtschaft von der britischen EU-Mitgliedschaft: Das Land findet sich stets unter Befürwortern einer offenen und liberalen Wirtschaftspolitik, einer Vollendung des Binnenmarktes oder des Bürokratieabbaus. Wirtschaftlich gesehen ist die britische EU-Mitgliedschaft eine win-win-Situation.“ Er, Leitl, sei zuversichtlich, dass die Briten in dieser Entscheidung „Kopf gegen Bauch“ letztlich die richtige Wahl treffen.

Ingo Bleier, Head of Group Corporates bei der Erste Group Bank, betonte in seinem Begrüßungsstatement, dass „die Erste Group als überregionale Bankengruppe in Zentral- und Osteuropa für den Erfolg der europäischen Integration steht. Der europäische Binnenmarkt ist eine wichtige Grundlage des Wirtschaftswachstums in den Mitgliedstaaten und Großbritannien ein bedeutsamer Teil dieses Marktes. Eine Verkleinerung dieses Marktes kann nicht im Interesse der Mitgliedstaaten (inklusive Großbritanniens) sein und könnte auch eine Verzögerung der weiteren Expansion der EU, vor allem am Westbalkan, durch eine institutionelle Schwächung bedeuten“.

Botschafterin Susan le Jeune d‘Allegeershecque: "Wir sind ein Teil von Europa"

 „Das Vereinigte Königreich wird oft als streitbares Mitglied der europäischen Staatenfamilie betrachtet. Aber wir glauben, es ist wichtig Bestehendes zu hinterfragen und die Unzufriedenheit mit der EU, die in UK aber auch in vielen anderen Mitgliedsstaaten existiert, nicht zu ignorieren. Deshalb hat Premierminister Cameron entschieden, zum ersten Mal nach 1975 eine neuerliche Abstimmung  über die EU Mitgliedschaft durchzuführen“, so die britische Botschafterin Susan le Jeune d‘Allegeershecque:  „Der Premierminister hat auch gesagt, dass er auf Basis einer Zahl von Reformen, die er im vergangenen Februar mit unseren europäischen Partnern beschließen konnte, alles tun wird, um Großbritannien in der EU zu halten. Die Regierung ist überzeugt, dass Großbritannien als Mitglied einer reformierten EU stärker, sicherer und wohlhabender sein wird, als es dies für sich allein wäre. Geographisch, kulturell und wirtschaftlich sind wir ein Teil von Europa. Sehr vieles spricht auch dafür, Mitglied der EU zu sein und ich bin überzeugt, dass wir auch am 24. Juni weiterhin ein stolzer Teil dieser Gemeinschaft sein werden.“

Auch der österreichische EU-Abgeordnete Othmar Karas geht davon aus, dass das britische Referendum letztlich für den Verbleib in der EU ausgehen wird. Zugleich wies er darauf hin, dass es auch in vielen anderen Ländern, nicht zuletzt in Österreich, ein Spannungsverhältnis gebe zwischen den Ängsten, Sorgen und Wünschen der Bürger einerseits und den Zielen der Europäischen Union anderseits. Die zunehmende EU-Skepsis sei nicht verwunderlich, „wenn Regierungen immer nur erklären, was ihnen in der EU nicht passt anstatt darzustellen, was sie gemeinsam in der EU tun, um bestehende Probleme zu lösen“. Das britische Referendum liege auch darin begründet, dass die EU im Vereinigten Königreich in den letzten Jahren immer wieder für taktische Spielereien benützt worden sei. Alle politischen Parteien und Regierungen seien aufgefordert, so Karas, „nicht im Nachhinein Referenden zu europäischen Entscheidungen zu organisieren, an denen sie selber mitgewirkt haben“. (PWK368/SR)

Die britische Botschafterin Susan le Jeune d‘Allegeershecque und WKÖ-Präsident Christoph Leitl beim Europatag im Haus der Wirtschaft
Die britische Botschafterin Susan le Jeune d‘Allegeershecque und WKÖ-Präsident Christoph Leitl beim Europatag im Haus der Wirtschaft

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