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Chemische Industrie mit großen Erwartungen an die neue Regierung: Österreich zurück an die Spitze bringen

FCIO-Obmann Culik fordert Change Management-Prozess zur raschen Umsetzung der dringenden Reformen

Die diesjährige Jahrespressekonferenz des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs steht im Zeichen wirtschaftspolitischer Herausforderungen. Trotz guter Rahmenbedingungen wie dem schwachen Euro, günstigem Erdöl sowie niedrigen Zinsen war das Geschäftsjahr 2015 von einem leichten Rückgang des Produktionswerts gekennzeichnet. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung sind die schwächelnde Inlandsnachfrage und der Rückgang in einigen Exportdestinationen wie zum Beispiel Russland. 

Um für die Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigt die heimische chemische Industrie aus Sicht des Fachverbandes bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und ein insgesamt innovationsfreundlicheres Klima. „Die wichtigsten Reformbaustellen – wie Bürokratieabbau, Arbeitszeitflexibilisierung und Bildungsreform – wurden richtig erkannt. Jetzt geht es darum, einen Change Management-Prozess einzuleiten. Nur so gewinnt die Wirtschaft wieder Vertrauen in den Standort und Österreich kommt wieder auf die Überholspur“, so der Obmann des Fachverbandes Hubert Culik.

Politische Veränderungen als Chance nützen

Die aktuellen politischen Veränderungen sieht der Fachverband als große Chance, um reformbedürftige Themen sachlich, transparent und politisch fair abzuarbeiten. Er erwartet sich von der neuen Regierungsmannschaft eine Roadmap mit messbaren Zielen, Zeitplan, definierten Zwischenschritten und laufendem Controlling. Dies ist Voraussetzung, damit die Wirtschaft wieder Optimismus gewinnt und Investitionen tätigt.

Laut Culik ist das Potenzial für die chemische Industrie so groß wie nie zuvor: Megatrends wie das rasante Bevölkerungswachstum und globale Urbanisierung machen Innovationen aus der chemischen Industrie praktisch unverzichtbar. Um die globale Entwicklung und die Märkte der Zukunft aktiv mitzugestalten, sind geeignete handelspolitische Rahmenbedingungen die Voraussetzung. 

TTIP – weniger Bürokratie, bei gleichen Standards

Dem Abkommen „TTIP“ mit den USA kommt besondere Bedeutung zu. Einerseits weil damit die zwei größten Wirtschaftsblöcke der Welt den gegenseitigen Zugang zu Waren, Dienstleistungen und Investitionen verbessern wollen, andererseits weil TTIP Vorbild für weitere Freihandelsverträge sein könnte. „TTIP ist eine Chance für die westliche Welt, die Spielregeln für die Weltwirtschaft im 21. Jahrhundert vorzugeben. Diese Chance sollten wir nicht anderen überlassen“, mahnt Culik.

Gerade für die exportabhängige chemische Industrie – in Österreich liegt die Exportquote bei fast 70 Prozent – verspricht das große Möglichkeiten. „Die chemische Industrie Österreichs exportiert derzeit 6 Prozent ihrer Waren in die USA, welche unser viertgrößter Handelspartner sind. Das heißt, wir haben schon einen Fuß in der Tür und haben bereits die Grundlagen geschaffen, mit TTIP können wir diesen Markt noch besser für uns erschließen“, so Culik zu den erwarteten Wachstumsimpulsen.

Barrieren für Handel und Investitionen senken

Zielsetzung von TTIP ist nicht nur eine Reduktion von Zöllen, sondern auch ein Abbau von überbordenden Bürokratieaufwendungen, die Barrieren für Handel und Investitionen darstellen und langfristiges Wohlstandswachstum verhindern.

In der öffentlichen Diskussion werden häufig Ängste geschürt, dass das Sicherheitsniveau bei Chemikalien in Europa durch TTIP gesenkt werden könnte. Dazu ist festzuhalten, dass alle veröffentlichten Dokumente zeigen, dass bei TTIP die unterschiedlichen Rechtsbereiche mit ihren Schutzniveaus beibehalten werden sollen. Zusammenfassend ergänzt Culik: „TTIP bedeutet aus Sicht der chemischen Industrie: Weniger Bürokratie bei gleichen Standards auf dem Weg zu neuen Märkten.“

Wirtschaftsbericht 2015 

Der Produktionswert der chemischen Industrie Österreichs sank 2015 um 0,3 Prozent auf 14,86 Mrd. EUR. Deutliche Einbußen hatten vor allem organische und anorganische Chemikalien, Agrochemikalien sowie Kunststoffrohstoffe und Seifen-, Wasch-, Putz- und Pflegemittel zu verzeichnen. Die Branchenschwergewichte Pharma, Kunststoffwaren und Chemiefasern glichen dies jedoch wieder aus. 

Die Investitionen gingen das zweite Jahr in Folge zurück. 2015 investierten die Betriebe der chemischen Industrie Österreichs nur noch 0,57 Mrd. EUR, was einem Rückgang von 18,3 Prozent (0,70 Mrd. EUR) entspricht. Die Ein- und Ausfuhren stiegen im Geschäftsjahr 2015 um 4,3 Prozent bzw. 1,9 Prozent. Die Außenhandelsbilanz ist damit leicht negativ. Die Anzahl der Beschäftigten in der chemischen Industrie Österreichs stieg 2015 leicht. Mit Stand Dezember 2015 waren 43.418 Frauen und Männer in der chemischen Industrie beschäftigt. Im Dezember 2015 waren in Österreich 247 Betriebe in der chemischen Industrie tätig. (PWK365/RH)

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