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2015 – ein erfolgreiches Jahr für die österreichische Papierindustrie

Produktionssteigerungen in allen Sortimenten - Holzversorgung und Energiekosten bleiben weiterhin Topthemen.

„2015 war für die österreichische Papierindustrie ein gutes Jahr. Wir haben es geschafft, trotz Rückgängen im inländischen Verbrauch, die Papierproduktion um 2,0 Prozent zu steigern. Die optimale Nutzung von Holz hat oberste Priorität. Viele Unternehmen produzieren längst nicht mehr nur Papier und Zellstoff, sondern auch viele andere Faserprodukte. Die wesentlichen Herausforderungen der Branche bleiben weiterhin das Ökostromgesetz sowie die Energiekosten“, fasst Alfred Heinzel, Präsident der Papierindustrie, die Situation der Branche im Rahmen der Jahrespressekonferenz zusammen. 

Die österreichische Papierindustrie produzierte 2015 insgesamt 5,0 Millionen Tonnen Papier und damit um 2,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist insbesondere im europäischen Umfeld ständiger Kapazitätsanpassungen und Standortschließungen bemerkenswert.

Die Investitionen stiegen 2015 auf 210 Millionen Euro, der Umsatz lag bei 3,8 Milliarden Euro. Herausforderung bleibt weiterhin die Ökostromförderung, die die Branche rohstoffseitig wie durch die Energiekosten belastet. 

Wachsende Produktion in allen Sortimenten 

Die Produktion konnte im vergangen Jahr in allen Sortimenten gesteigert werden. Sogar bei den grafischen Papieren, die am stärksten unter der zunehmenden Konkurrenz der digitalen Medien leiden, gab es ein leichtes Plus von 0,2 Prozent auf 2,7 Millionen Tonnen. Der Verpackungssektor legte um 4,9 Prozent auf 1,9 Millionen Tonnen zu und die Spezialpapiere verzeichneten ein Plus von 1,5 Prozent auf 280.000 Tonnen. Auf Änderungen in der Nachfrage reagieren die Unternehmen mit Investitionen, zwei Werke planen Sortenumstellungen. Mit einer Exportquote von 87 Prozent ist die Papierindustrie weitgehend von der sinkenden Nachfrage im Inland (-5,8 Prozent bei grafischen Papieren) unabhängig.  

Durch umbaubedingte Stillstände in zwei steirischen Werken, sank die Zellstoffproduktion 2015 um 6,8 Prozent auf 1,8 Millionen Tonnen. Das hatte auch Rückgänge bei Holzeinsatz (-8,1 % auf 7,3 Mio. t) und Energieverbrauch (-2,4 % auf 14.400 GWh) zur Folge. Die Strom- und Holzpreise waren 2015 temporär zwar rückläufig, dafür müssen die Unternehmen mittlerweile 7,3 Millionen Euro in den Ökostromfördertopf einzahlen.  

Ökostromgesetz novellieren

Aufgrund der Stillstände in zwei großen Zellstoffwerken wurden nur 7,3 Millionen Festmeter – oder 8,1 Prozent weniger Holz als im Vorjahr – eingesetzt. Dadurch konnte die Importquote zu Gunsten heimischer Lieferanten auf 28% gesenkt werden. 2016 wird der Holzeinsatz bei Normalbetrieb wieder steigen. Vom zweitwichtigsten Rohstoff, Altpapier, wurden 2015 2,4 Millionen Tonnen eingesetzt. 

Trotz einer Gesamtverfügbarkeit (Inlandsaufkommen + Importe + sonstiges Holzaufkommen) von 40 Millionen Festmetern Holz, werden bereits zwei Drittel des Holzes zu Strom und Wärme umgewandelt. Nur ein Drittel wird stofflich zu Papier- und Holzprodukten verarbeitet. Die Österreichische Papierindustrie ist überzeugt, dass mit dem wertvollen Rohstoff Holz sorgsam umgegangen werden muss und vertritt das unter dem Motto „Veredeln vor Verbrennen“. Durch die stufenweise Verarbeitung von Holz zuerst zu Produkten, mehrmaligem Recycling und erst zum Schluss zu Energie, schafft die Papierindustrie eine fünffach höhere Wertschöpfung und zehn Mal mehr Arbeitsplätze als bei der rein energetischen Verwertung.  

Leider forciert das Ökostromgesetz den Trend in Richtung direkter Verbrennung und beeinflusst damit den Holzmarkt. „Das Ökostromgesetz muss endlich novelliert werden. Wir fordern nichts anderes als gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer. Die Tarifförderung lenkt immer mehr Holz in Richtung Verbrennung und unsere Betriebe müssen diese Situation auch noch über ihre Stromrechnung mitfinanzieren“ appelliert Christian Skilich, Vizepräsident der Austropapier, an die Politik und spielt dabei auf die 7,3 Millionen Euro Ökostromkosten an, die die Branche 2015 in den Ökostromfördertopf einzahlte.  

Energie effizient einsetzen 

Seit Jahren zählt die Papierindustrie zu den Vorreitern in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz. Ihren Primärenergiebedarf von 14.400 GWh deckt sie zu 90 Prozent aus standorteigener Produktion in hocheffizienten Anlagen. Ihre CO2-Emissionen konnte die Branche seit den 90er-Jahren je Tonne Papier um 40 Prozent reduzieren. Die EU-Klimapolitik stellt die Betriebe trotzdem vor Herausforderungen. „Die Papierindustrie begrüßt das Pariser Abkommen zur Eindämmung der weitweiten Treibhausgasemissionen und möchte aktiv ihren Beitrag leisten. Die CO2-Reduktion darf allerdings nicht auf Kosten der europäischen Standorte gehen. Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, dass Unternehmen im internationalen Wettbewerb weiterhin von der Abwanderung in Länder mit weniger restriktiven CO2-Vorgaben abgehalten werden“ gibt Max Oberhumer, Vizepräsident von Austropapier zu bedenken.  

Auf dem Weg zur Bioraffinerie 

Mit 1.600 GWh Ökostrom-Aufbringung zählen die Betriebe der Branche bereits heute zu den größten industriellen Ökostromproduzenten. In diesem Sinne entwickelt sich die Papierindustrie immer weiter in Richtung Bioraffinerie. „Unter der Prämisse, den Rohstoff Holz möglichst umfassend zu nutzen und wiederzuverwerten, produziert die Branche längst nicht nur mehr Papier und Zellstoff, sondern noch eine Vielzahl an innovativen Faser- und chemischen Produkten. Textilgarne, aber auch ganz neue Anwendungen wie faserverstärkte Kunststoffkomponenten, Chemikalien oder Lebensmittelzusatzstoffe können aus Nebenprodukten der Zellstofferzeugung produziert werden“, blickt Heinzel optimistisch in die Zukunft.

 

Anmerkung:

Grafische Papiere: z.B. Zeitungen, Magazine

Verpackungspapiere: z.B. Wellpappe, Faltschachtelkarton, Tragetaschen

Spezialpapiere: z.B. Hygienepapiere, Zigarettenpapiere, Gipsplattenkarton
 (PWK280/us)

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