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Aktuelle Studie belegt: Vereinsfeste schaden dem traditionellen Wirtshaus massiv

Gastro-Obmann Pulker fordert faire Wettbewerbsbedingungen: „Gleiches Recht für alle!“

„Die vielfältigen Tätigkeiten von gemeinnützigen Vereinen sind Teil der österreichischen Kultur. Allerdings wirken sich steuer-, gewerbe- und sozialrechtliche Vorteile für die Vereine klar nachteilig auf die Kleingastronomie, also Gasthäuser, aus“, fasst Prof. Friedrich Schneider von der Kepler Universität Linz die Ergebnisse einer aktuellen Studie im Auftrag des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zusammen. Insgesamt gibt es heute in Österreich rund 121.000 Vereine – die Anzahl hat sich seit den 1960-er Jahren verdreifacht. Seit der Gewerberechtsnovelle 1998, in der der Gesetzgeber sehr großzügige Privilegien für gemeinnützige Vereine vorgesehen hat, ist die Anzahl der Vereine um 16 Prozent angestiegen, während die Zahl der Wirte (Kleingastronomie) um neun Prozent zurückgegangen ist. Alleine in den fünf untersuchten Bundesländern (NÖ, OÖ, Stmk., Bgld. und Ktn.) erwirtschafteten Vereinsfeste und Vereinslokale Umsätze von bis zu 900 Mio. Euro im Jahr 2015, was rund 50 Prozent der Umsätze der gewerblichen Kleingastronomie in diesen Bundesländern entspricht. Mario Pulker, Obmann des Fachverbandes Gastronomie: „Wir bekennen uns klar zu gemeinnützigen Vereinen, wie etwa den Freiwilligen Feuerwehren, dem Roten Kreuz und karitativen Organisationen. Aber es ist nicht zu akzeptieren, dass unzählige ‚Spaßvereine‘ gegründet werden, die ausschließlich das Ziel haben, die für die gewerbliche Gastronomie geltenden strengen gesetzlichen Bestimmungen und Auflagen zu umgehen. Das ist unfair. Wir fordern gleiches Recht für alle."  

Auch die Politik versucht hier zu profitieren und verlangt dieselben steuerliche Privilegien und gewerberechtliche Ausnahmen für Parteijugendorganisationen und parteinahe Vorfeldorganisationen. „Hier sagen wir ganz klar: Keine weitere Parteienfinanzierung durch die Hintertür auf Kosten der Gastronomie“, zeigt sich Pulker verärgert. 

Pulker: Derzeitige Situation für viele Gastronomen untragbar 

„Die derzeitige Situation ist mittlerweile für viele Gastronomen untragbar geworden. Es geht nicht, dass nur die Wirte gewerberechtliche Auflagen erfüllen, Steuern zahlen, Mitarbeiter beschäftigen und Lehrlinge ausbilden, während die Spaßvereine im rechts- und steuerfreien Raum ihre Feste feiern und sich durch die Einnahmen persönlich bereichern “, stellt Pulker klar und präsentiert die diesbezüglichen Forderungen der Gastronomie: 

  • Einführung einer bundesweiten Datenbank für Veranstaltungen mit Verabreichung und Ausschank: Diese soll für Transparenz sorgen und die Überprüfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen ermöglichen.

  • Kooperationen von wohltätigen Organisationen mit Gastwirten dürfen sich nicht negativ auf steuerliche Privilegien auswirken. Dazu ist eine Überarbeitung der Vereinsrichtlinien dringend notwendig.

  • Keine Aufweichung der strengen Vorgaben für Gemeinnützigkeit: Eine Ausdehnung der rechtlichen Privilegien - wie etwa politische Organisationen für sich selbst gefordert haben - wäre nicht nur für die Gastronomie ein fatales Signal, sondern auch eine ernstzunehmende Bedrohung für die Finanzierungsbasis der echten gemeinnützigen Organisationen.

  • Rasche Bürokratieentlastung - z.B. durch Umsetzung des  Endbesteuerungsmodells für Aushilfskräfte 

 

Der hohe bürokratische Aufwand für die Betriebe bei der fallweisen Beschäftigung von Aushilfskräften könnte durch ein Endbesteuerungsmodell nach belgischem Vorbild (Flexi-Jobs) wesentlich reduziert werden. „Von einem solchen Modell würden alle Beteiligten profitieren, sowohl die Betriebe, als auch die Beschäftigten und nicht zuletzt die Sozialversicherung“, betont Pulker abschließend. (PWK276/ES)

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