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Medizinprodukte: Zukunftsbranche im Spannungsfeld zwischen Kosten und Innovation

Hochkarätige Podiumsdiskussion zeigt Ecken und Kanten einer Zukunftsbranche der Gesundheitswirtschaft auf

Von A bis Z – von der Aorta-Klemme bis zum Zahnersatz – begleiten uns Medizinprodukte durch das ganze Leben. Die Medizinproduktebranche hat eine Schlüsselrolle für die Gesundheitswirtschaft – und damit für die gesamte Volkswirtschaft, sagte Ulrike Rabmer- Koller, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich und  Vorsitzende des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, gestern Abend im Rahmen der Podiumsdiskussion „Medizinprodukte: Branche mit Zukunft oder Zukunft ohne die Branche?“ Zahlreiche Unternehmer, Experten und Interessensvertreter und Vertreter der Politik sind zu diesem Event gekommen, zu dem die Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich in Kooperation mit der AUSTROMED und dem Bundesgremium des Medizinproduktehandels in der Wirtschaftskammer Österreich geladen hatten.

Für beide ihrer Funktionen - sowohl an der Spitze des Hauptverbandes, als auch im Präsidium der WKÖ – liege der Fokus ihrer Tätigkeit darauf, einen zukunftsweisenden Weg für die Wirtschaft zu finden. „Ich habe mir für meine Tätigkeit drei Schwerpunkte gesetzt: Erstens müssen wir den Patienten in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen. Dazu gehört die bestmögliche Versorgung, deshalb sind Medizinprodukte eine Schlüsselbranche. Der zweite Schwerpunkt liegt auf dem effizienten Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln. Und last, not least, muss ein deutlicher Schwerpunkt unserer Arbeit auf Prävention liegen. Auch da spielt die Medizinproduktebranche eine wesentliche Rolle“. „Ein funktionierendes Sozialsystem und funktionierende Gesundheitsversorgung ist nicht möglich ohne funktionierende Wirtschaft  - und das ist wesentlich, um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung abzusichern“, spannte Rabmer-Koller den Bogen von den Medizinprodukten zur Volkswirtschaft. 

Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesundheitsversorgung 

Wie das Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesundheitsversorgung funktionieren kann, skizzierte Anna Vavrovsky von der Academy for Value in Health anhand von Studien zu konkreten Beispielen (Heimsauerstoffversorgung und Selbst-Kathetherismus), die mit Unterstützung der Wirtschaftskammer erstellt wurden. Ziel der Erhebungen war es, die gesamtgesellschaftlichen Kosten dieser Krankheiten zu erfassen. Fazit der Medizinerin: Die indirekten Kosten vieler Krankheiten übersteigen die direkten um ein Vielfaches. Individuelle Versorgung und Begleitung der Patienten dämmt also auch volkswirtschaftliche Kosten ein. „Medizinprodukte sind hoch innovativ, gewährleisten eine optimale Versorgung der Patienten zuhause, sie bedeuten für die Betroffene eine Steigerung der Lebensqualität - und sie sparen effektiv Kosten“, betonte Vavrovsky.

Dass die Branche im Spannungsfeld steht zwischen Innovationsdrang und Kostendruck, zwischen herausfordernden Anforderungen der Gesetzgeber – Stichwort Bundesvergabegesetz - und Wirtschaftlichkeit, das zeigte die anschließende Diskussionsrunde mit Cornelia Buchner-Jirka, Obfrau der Kontinenz-Stoma-Beratung Österreich, Martin Gleitsmann, Leiter der WKÖ-Abteilung Sozialpolitik und Mitinitiator der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich, Gerald Loacker, Abgeordneter zum Nationalrat und Gesundheitssprecher der NEOS, Ulrike Unterer, Leiterin der Abteilung Technisch-wirtschaftliche Forschung im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, und Bernhard Wurzer, Generaldirektor-Stellvertreter im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Zukunftspotenzial der Medizinprodukte-Branche ist enorm

Trotz unterschiedlicher Ansichten zu diesen Spannungsfeldern waren sich die Experten einig, dass das Zukunftspotenzial der Medizinprodukte-Branche enorm ist und zukunftsweisende Ansätze genutzt werden sollen. Martin Gleitsmann nahm Bezug auf einen Kritikpunkt von Obfrau Buchner-Jirka: „Die von Bundesland zu Bundesland abweichenden Anforderungen sorgen für Kritik, weil sie zu Ungleichbehandlungen der Patienten führen können. Doch die Sozialversicherung arbeitet bereits an einem einheitlichen Leistungsspektrum.“ 

Auch das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) unterstützt die Weiterentwicklung der heimischen Gesundheitswirtschaft: BMWFW-Expertin Ulrike Unterer führte aus, dass derzeit an einer neuen Life Science Strategie gearbeitet wird, welche die gesamte Wertschöpfungskette, von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung, abdecken soll.

Welche enorme Bedeutung die Gesundheitswirtschaft für die gesamte Wirtschaft hat, zeigen die Zahlen: Jeder fünfte Beschäftigte im Land ist in der Gesundheitswirtschaft oder den von ihr angestoßenen Wirtschaftsbereichen tätig, die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft lag 2008 in Österreich bei 41,6 Milliarden Euro. „Damit ist die Gesundheitswirtschaft ein stabilisierendes Wachstumsfeld, das gegen den allgemeinen Trend Wachstum und Beschäftigung generieren kann – somit ist dies der Hoffnungsbereich schlechthin!“

Über die Plattform Gesundheitswirtschaft

Die Plattform "Gesundheitswirtschaft Österreich“ ist eine von der Wirtschaftskammer Österreich ins Leben gerufene Initiative der österreichischen Gesundheitswirtschaft.

Über AUSTROMED

AUSTROMED ist ein österreichweiter Branchenverband für Unternehmen, die in der Entwicklung, der Produktion, der Aufbereitung und dem Handel von Medizinprodukten in Österreich tätig sind.  

Über das Bundesgremium des Medizinproduktehandels

Das Bundesgremium des Medizinproduktehandels ist die im Rahmen der Wirtschaftskammer organisierte gesetzliche Interessensvertretung der Unternehmen des Medizinproduktehandels. (PWK271/PM)

v.l.n.r.: Martin Gleitsmann, Barbara van Melle, Anna Vavrovsky, Ulrike Rabmer-Koller, Ulrike Unterer, Kornelia Buchner-Jirka, Gerald Loacker, Bernhard Wurzer (Foto: Foto4u)
v.l.n.r.: Martin Gleitsmann, Barbara van Melle, Anna Vavrovsky, Ulrike Rabmer-Koller, Ulrike Unterer, Kornelia Buchner-Jirka, Gerald Loacker, Bernhard Wurzer (Foto: Foto4u)

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