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„Die Wirtschaft braucht frisches Geld, das auch bei den Unternehmen ankommt“

Wertpapier-Experte Wolfgang Schiketanz analysiert für den Fachverband Finanzdienstleister der WKÖ

„Die Wirtschaft braucht frisches Geld, das auch bei den Unternehmen ankommt. Wachstum ist nur möglich, wenn sich die im Umlauf befindliche Geldmenge erhöht.Die Niedrigzinspolitik der letzten Jahre hat leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht, weil das Geld nicht in den heimischen Betrieben gelandet ist“, analysiert Portfolioverwalter und Wertpapier-Experte Wolfgang Schiketanz für den Fachverband Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). 

Die niedrigen Zinsen allein sind nicht ausschlaggebend, sondern die fehlende Kreditvergabe. Laut Schiketanz liegt das hauptsächlich daran, dass die Formalvorschriften für Kreditgeber viel zu streng geworden sind. Europa hinkt deshalb weit hinter den USA her. Es ist kein Zufall, dass Facebook, Google oder die großen Biotechnologie-Konzerne allesamt US-Unternehmen sind. „In Europa fehlen Investmentbanken, die neue Markttrends frühzeitig erkennen, darauf setzen und das nötige Risikokapital samt dazu gehöriger Kreditfinanzierung organisieren können. Die EU will ein erneutes Desaster wie im Jahr 2008 durch strengere Regeln im Finanzsektor verhindern und schafft dabei ungewollt neue Hindernisse für Innovation und den Mittelstand indem der Zugang zu Krediten erschwert wird“, erklärt Schiketanz.  

Schiketanz: Mittelweg zwischen Regulierung und Liberalismus

Ein konkretes Beispiel für diese Erschwernisse ist das neue Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz. Dort wird die Kreditvergabe verboten, wenn die Rückzahlung des Kredits gefährdet ist – selbst wenn genug andere Sicherheiten geboten werden. Die Beantwortung der Frage, ob die Rückzahlung gefährdet ist, liegt beim Kreditgeber. Hier muss die Bank die Balance zwischen ihrer Risikobereitschaft und der Erfüllung ihrer aufsichtsrechtlichen Anforderungen schaffen.  

„Es muss doch auch in Europa wieder möglich werden, einen Mittelweg zwischen überbordender Regulierung und totalem Liberalismus für das Wachstum der Wirtschaft zu finden“, so der Experte. (PWK244/JR)

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