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WKÖ-Zehetner-Piewald: Generalverdächtigungen der Gewerkschaft sind nicht zielführend

Statt EPU pauschal als Scheinselbständige zu verdächtigen, weiterhin an besseren Rahmenbedingungen für Kleinstunternehmer arbeiten

„Anstatt durch Generalverdächtigungen ein verzerrtes Bild zu zeichnen und so zu tun, als seien alle EPU unter Druck geratene Scheinselbständige, die es zu retten gelte, wäre es sinnvoller, weiterhin an verbesserten Rahmenbedingungen für Österreichs Kleinstbetriebe zu arbeiten,“ betont Elisabeth Zehetner-Piewald, Geschäftsführerin in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und für Ein-Personen-Unternehmen (EPU) zuständig. Aus aktuellen Umfragen unter EPU geht deutlich hervor, dass bei der Gründung der Wunsch nach Selbständigkeit klar im Vordergrund steht: Top-Gründungsmotive sind flexiblere Zeiteinteilung und Selbstverwirklichung (79%), gefolgt vom Erkennen von Marktchancen (51%) und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (37%). „Hier also Unternehmerinnen und Unternehmer pauschal als Scheinselbständige zu verdächtigen, ist schlichtweg fehl am Platz und schafft Unsicherheit bei den EPU“, so Zehetner-Piewald. 

„Stattdessen werden wir weiter wie schon bisher konsequent an besseren sozialrechtlichen und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen für die aktuell rund 280.000 österreichischen EPU arbeiten", unterstreicht Zehetner-Piewald und verweist auf die jüngsten erreichten Verbesserungen und Erfolge: "Die Mindestbeitragsgrundlage in der SVA wurde ab 1.1.2016 beinahe auf das Niveau von Arbeitnehmern gesenkt. Das bringt eine deutliche Entlastung für viele EPU. Auch die erstmalige Einführung eines Krankengeldes für Selbständige stellt einen Meilenstein und ersten Schritt in die richtige Richtung dar, wenn hier auch sicherlich weiterer Handlungsbedarf besteht", fordert Zehetner-Piewald abschließend den Bezug von Krankengeld bei längerem Ausfall rückwirkend bereits ab dem 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit.  

Zwangsumwandlungen führen zu massiven Wettbewerbsnachteilen für EPU  

Was die Prüfung durch die Gebietskrankenkassen angeht, stellt Zehetner-Piewald klar: „Das Damoklesschwert einer etwaigen rückwirkenden Zahlung ist für viele Unternehmer ein Grund, Aufträge nicht mehr an EPU, sondern an Klein- und Mittelbetriebe (KMU) zu vergeben.“ Dieser massiv steigende Wettbewerbsnachteil für EPU, der sich auch negativ auf deren Einkommenssituation auswirkt, müsse dringend beseitigt werden, fordert Zehetner-Piewald abschließend: „Die Zahlungen dürfen nicht mehr rückwirkend erfolgen. Zudem muss die SVA bei den Prüfungen beigezogen werden, um alle beteiligten Seiten gleichermaßen einzubeziehen.“ (PWK238/ES)

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