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Umfrage: Hoher Aufwand und Zeitdruck als größte Stolpersteine bei Umsetzung von Energieeffizienzgesetz

Unternehmensbefragung im Auftrag der WKÖ zieht Fazit zu Erfahrungen mit dem EEffG nach dem ersten Jahr

Seit Anfang 2015 haben Österreichs Betriebe das Energieeffizienzgesetz (EEffG) anzuwenden. Das dadurch vorgeschriebene Einsparungspotenzial hat die heimische Wirtschaft trotz schwieriger Rahmenbedingungen sogar übererfüllt. Die größten Hindernisse bei der Umsetzung zeigt jetzt eine aktuelle Unternehmensumfrage auf, die die WKÖ beim Energieinstitut der Wirtschaft in Auftrag gegeben hat. 

Fazit dieser ersten Sammlung von betrieblichen Erfahrungen, an der sich 674 Unternehmen beteiligt haben:  Anlaufschwierigkeiten gab es vor allem durch hohen administrativen Aufwand und Zeitdruck. Denn die lange erwartete Richtlinien-Verordnung kam erst im November 2015 –  für Betriebe mit Umsetzungsverpflichtung war es bis zum ersten „Zahltag“ Mitte Februar 2016 dementsprechend knapp.

„Dass unsere Betriebe dies dennoch geschafft haben, zeigt das enorme Engagement der Wirtschaft in diesem Bereich und dass den Unternehmen das Thema Energieeffizienz wirklich ein Anliegen ist. Darauf können wir stolz sein“, hält Stephan Schwarzer, Leiter der energie- und umweltpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich, fest. 

Bürokratischer Aufwand als Stolperstein

Wie die Umfrageergebnisse zeigen, sehen beide Unternehmensgruppen, die primär von den Verpflichtungen des EEffG betroffen sind - also jene mit Lieferantenverpflichtung und jene mit Audit-Verpflichtung -, den bürokratischen Aufwand als wesentlichen Stolperstein. Schwarzer: „Unseren Betrieben kostet das Zeit und Geld! In Summe fielen und fallen insgesamt rund 20 Millionen Euro an administrativen Kosten sowie Compliancekosten für ein Verpflichtungsjahr an, die Kosten für die Monitoringstelle nicht miteinberechnet.“ 

Er fordert ein benutzerfreundliches System: „Das System soll sich an die Bedürfnisse des Benutzers anpassen, nicht umgekehrt“. Das für die Dateneingabe vorgesehene EDV-Tool wurde von vielen Unternehmen als  steinzeitlich kritisiert, so Schwarzer. Eine lange Liste von Verbesserungsvorschlägen der Nutzer müsse nun Schritt für Schritt konsequent umgesetzt werden. 

Aufwand läßt sich enorm reduzieren

Daneben soll es weitere allgemein formulierte Methoden zur Energieeinsparung sowie mehr Maßnahmentypen geben, die vorab definiert werden und somit das Zuordnen leichter machen. „Es wurden rund 11.000 Maßnahmen eingemeldet – wenn man nicht jede Einzelmaßnahme einzeln nennen muss und  - wie beim Leuchtmittelaustausch schon vorgesehen - gebündelt melden darf, lässt sich der Aufwand pro Maßnahme enorm reduzieren“. 

Die meldepflichtigen Inhalte müssen reduziert werden, so Schwarzer: „Derzeit müssen die Betriebe zehntausende Seiten Auditberichte an Papier an die Monitoringstelle abliefen. Man würde  Scharen von Experten brauchen, wollte man diese Papierflut wirklich gänzlich auswerten, was aber gar nicht sinnvoll ist.“ 

„Unsere Unternehmen haben die teils spröde Gesetzesmaterie mit Leben erfüllt. Jetzt muss das Gebot der Stunde sein, den Aufwand für die Wirtschaft zu reduzieren. Mit den richtigen Ansätzen kann man den zeitlichen und finanziellen Aufwand für die Betriebe schon bis zum nächsten Jahr um rund ein Drittel senken. Hohe Administrationskosten mindern den Anreizeffekt. Alle Indikatoren der Umfrage bestätigen, dass die Betriebe das Thema Energieeffizienz weiterhin auch bei niedrigen Energiepreisen nachhaltig betreiben und Energie einsparen, wo immer es möglich und sinnvoll ist. Dringlich ist auch, dass die Finanzverwaltung endlich den Weg zur richtigen steuerlichen Behandlung der Bewertung von Effizienzmaßnahmen und von Maßnahmenübertragungen weist“, fasst Schwarzer zusammen. (PM)

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