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Magnetresonanz: An Lösung für Wartezeiten wird gearbeitet

Radiologen reagieren auf Bericht der Zeitschrift „Konsument“: Fälschliche Vergleiche zwischen Kasseninstituten und Privatinstituten

Die Zeitschrift „Konsument“ hat 61 Institute für Bildgebende Diagnostik getestet, um herauszufinden, wie lang die Wartezeiten bei Magnetresonanz und Computertomographie (MRT und CT) tatsächlich sind. Die Testergebnisse liefern keine neuen Erkenntnisse, sondern lediglich zusätzliche Belege für ein Problem, auf das die Ambulatorien für bildgebende Diagnostik seit längerem hinweisen, die teilweise sehr langen Wartezeiten. Nach Meinung des Sprechers der Institute im Fachverband der Gesundheitsbetriebe in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Doz. Dr. Manfred Baldt, sind mehrere Gründe für die steigenden Wartezeiten verantwortlich. „In der medizinischen Praxis ist zu beobachten, dass sich Schnittbilduntersuchungen gegen konventionelles Röntgen immer stärker durchsetzen und die Zuweisungen der Ärzte daher stark zunehmen. Das ist eine direkte Folge des medizinischen Fortschritts“, erklärt Baldt. 

In immer mehr Fällen gehören CT und MRT zum Standard jeder diagnostischen Abklärung. Was auch wirtschaftlich sinnvoll ist, betont Baldt: „Durch eine rasche und gründliche Diagnostik können Behandlungskosten und Krankenstandkosten verringert werden – MRT und CT helfen dem Gesamtsystem Geld zu sparen. Darüber hinaus lagern die Ambulanzen vieler öffentlichen Krankenanstalten diese Untersuchungen an die Institute aus, was dort zu einem Anstiege der Wartezeiten führt“, erläutert der Sprecher der Institute. Die Krankenkassen schreiben eine jährliche Obergrenze für die Kosten für solche Untersuchungen vor, deshalb können die Institute auch nur eine beschränkte Anzahl durchführen. „Was darüber hinausgeht, könnten sie allenfalls gratis erbringen – aber das ist jedoch angesichts der Kosten für Personal und Materialien wie beispielsweise Kontrastmittel unmöglich. Derzeit arbeiten der Fachverband und der Hauptverband der Sozialversicherungsträger gemeinsam an einer Lösung, um die angestrebte Verkürzung der Wartezeiten zu erreichen.

Private und Kasseninstitute in einen Topf geworfen

Obwohl der „Konsument“ das Problem im Wesentlichen richtig beschreibt, finden sich im Artikel eine Reihe von Recherchefehlern. So wurden in mehreren Fällen Institute mit Kassenvertrag und private Institute verwechselt. Darüber hinaus wurden im Artikel Kasseninstitute und private Institute in einen Topf geworfen. Manfred Baldt stellt klar: „Es ist unrichtig, zu behaupten, dass Patienten vorgereiht werden, wenn sie privat zahlen. Im Artikel heißt es, die Tester hätten gefragt, ob sie gegen Privatzahlung einen früheren Termin erhalten könnten und ,28 Institute gingen darauf ein‘. Das ist unrichtig. Wer eine Untersuchung privat zahlen will, muss sich vielmehr an ein anderes Institut wenden. Institute mit Kassenvertrag bieten meist keine privaten Untersuchungen an. Solche gibt es bei Radiologen, die keinen MR oder CT Vertrag haben und daher an die Deckelung nicht gebunden sind – so wie es auch private Spitäler und private Fachärzte gibt. Privat versicherte Patienten können solche Dienste natürlich in Anspruch nehmen, so wie es auch jedermann freisteht, zum Beispiel einen privaten Gynäkologen oder Internisten anstelle eines Kassenarztes zu wählen, weil er dort schneller einen Termin erhält.“ 

Die Verwechslung entsteht unter anderem deshalb, weil private Institute in manchen Fällen die Geräte von Kasseninstituten mieten und außerhalb der dortigen Ordinationszeiten benutzen. Trotzdem handelt es sich um getrennte Einrichtungen. Daher hat dieses private Angebot auch nicht den geringsten Einfluss auf das Problem der Wartezeiten.

Ampelregelung ist eine Scheinlösung

Baldt weist auch die Forderung des niederösterreichischen Patientenanwalts Dr. Gerald Bachinger nach einer „Ampelregelung“ bei den Zuweisungen als medizinisch problematisch zurück. Nach dem Vorschlag Bachingers sollten die zuweisenden Fachärzte, die eine MRT- oder CT-Untersuchung anordnen, durch die Farbe rot, gelb oder grün auf dem Überweisungsschein vorab festlegen, ob eine Untersuchung zeitlich dringend ist oder nicht.

Baldt: „Das ist eine typisch bürokratische Scheinlösung. Damit werden die Wartezeiten nicht verringert, sondern nur umverteilt. Für jeden, grün‘ markierten Patienten, der dann vorgereiht werden müsste, muss ein anderer, der, rot‘ eingestuft wurde, umso länger warten.“ Vor allem aber würde mit diesen Farbmarkierungen die Logik der medizinischen Diagnostik auf den Kopf gestellt: Ob ein Fall dringend ist oder nicht, stellt sich ja meist erst bei der Untersuchung heraus. „Kein Facharzt wird das Risiko eingehen wollen, einen Patienten als nicht dringend einzustufen, wenn dieser Beschwerden hat und die Diagnose so unklar ist, dass er ein MRT für angebracht hält“, klärt der Sprecher der Institute das grundlegende Missverständnis hinter dem Modell auf: „Bei einem solchen Ampelsystem würden zwangsläufig die meisten Patienten mit dem höchsten Dringlichkeitsvermerk versehen werden, an der Situation würde sich also nichts ändern.“(PWK213/PM)

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