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Leitl zu Wifo/IHS-Prognosen: Tournaround einleiten, um zögerliche Konjunktur nicht zu gefährden

Verstärkte Investitionsanreize notwendig - Sondereffekte sind keine nachhaltigen Wachstumsimpulse 

Die nun präsentierten und nach unten revidierten Wachstumszahlen bestätigen uns, was in den Vortagen jeweils der Stimmungsindex aus Gewerbe und Handwerk sowie Industrie gezeigt hat: Österreichs Wirtschaft wird im Wachstum heuer nicht so zulegen können wie erwartet. Das bedeutet, wir müssen einen Turnaround einleiten, um die zögerliche Konjunktur nicht weiter zu gefährden", betonte heute, Donnerstag, der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl.

Mehr Wachstum über Investitionen und Exporte

Laut den vorliegenden Zahlen, soll die Wirtschaft laut WIFO in den Jahren 2016 und 2017 real um jeweils 1,6 % wachsen, laut IHS um jeweils 1,5 %. Die Sondereffekte, die etwa durch die Steuerreform und den Migrationsstrom zu erwarten sind, sind jedoch keine nachhaltigen Wachstumsimpulse. "Die Effekte der weltweiten Konjunkturabschwächung werden durch das konsumgetriebene Wachstum kompensiert. Das Wachstum über den Konsum ist aber nicht nachhaltig. So müssen der prognostizierten Sonderkonjunktur nunmehr gezielte Maßnahmen folgen, um zu mehr Wachstum über die Wachstumstreiber - Investitionen und Exporte - zu führen“, so Leitl.

Angesichts der Gelder die von der EZB in den Markt gepumpt werden und der Tatsache, dass sich bei den heimischen Betrieben ein massiver Investitionsstau angesammelt hat, brauchen wir Anreize, damit die Betriebe wieder ins investieren kommen. "Denn ansonsten verliert der Wirtschaftsstandort Österreich an Vorsprung durch Innovation und Know How und damit den Anschluss an die Spitzennationen. Warnsignal hierfür ist auch, dass WIFO und IHS auch die Prognosen für das internationale Umfeld und für Investitionen sowie für Export nach unten revidiert haben mit 2,7 Prozent zu 4 Prozent im Dezember", so der WKÖ-Präsident, der darauf verweist, dass sich die Investitionen sich trotz niedrigster Zinsen deutlich schwächer entwickeln als in früheren Aufschwungsphasen. Laut WIFO sollen die Bruttoanlageinvestitionen real um 1,7 % im Jahr 2016 ansteigen. 

Vertrauen der Betriebe stärken und Signale setzen

Nach vier Jahren mit weniger als 1 Prozent Wachstum, sollte die Wirtschaft in dem Jahr wieder stärker wachsen. Dass nun bereits im März die erste Revision nach unten erfolge, sei eine Reaktion auf das internationale Umfeld. "Wir sehen auch, dass in den USA, in Deutschland die Wachstumsprognosen schwächer ausfallen als noch zu Ende letzten Jahres. Zudem hat sich die Stimmung bei den Verbrauchern und auch bei Unternehmen zuletzt eingetrübt. Die Anzeichen für eine Abschwächung der Konjunktur mehren sich und in den letzten Monaten haben die Prognoserisiken deutlich zugenommen", so Leitl. Die Antwort darauf könnten aktuell nur Wachstumsimpulse sein. "Grundvoraussetzung für das zukünftige Wachstum, Exporte und auch Beschäftigung sind Investitionen. Daher fordert der WKÖ-Präsident verstärkte Investitionsanreize wie die rasche Umsetzung des Handwerkerbonus, die Einführung einer degressiven Abschreibung und einen neuen Investitionsfreibetrag. „Es geht darum, das Vertrauen der Betriebe zu stärken und entsprechende Signale zu setzen", so Leitl abschließend. (PWK201/us)

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