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Bundes-Fahrprüfertag und Fahrlehrertag ist größtes Führerschein-Expertenevent

Hohe Ausbildungsqualität erhöht Verkehrssicherheit und fördert Image des Fahrlehrer-Berufs

Branchentreff am Red Bull Ring in Spielberg: Zum Bundes-Fahrprüfertag und Fahrlehrertag kamen diese Woche rund 450 Führerscheinprüfer und Fahrlehrer zusammen, um gemeinsam ihr praktisches Fahrkönnen zu schulen und ihr Wissen auf den aktuellen Stand zu bringen. Neueste Erkenntnisse zu Sicherheitsabstand, Ablenkung, Fahrzeugtechnologien,  Elektromobilität oder Eisenbahnkreuzungen waren dabei die Schwerpunkte. 

Die Veranstaltungsinnovation, bei der sich Prüfer und Fahrlehrer zur gemeinsamen Schulung den Lehrsaal und die Fahrzeuge bei Fahrübungen teilen, fand im zweiten Jahr einen noch größeren Zuspruch. „Die Kombination von freiwilliger Schulung für Fahrlehrer und verpflichtender Weiterbildung für Prüfer aufgrund der 3. EU-Führerschein-Richtlinie ist sicherlich europaweit einzigartig“, so Herbert Wiedermann, Obmann des Fachverbandes der Fahrschulen und des Allgemeinen Verkehrs in der WKÖ. Dieser von Verkehrsministerium und Fahrschulverband initiierte Expertentreff stärke auch das Image der Akteure der Führerscheinausbildung.

Bei Offroad-Fahrübungen mit dem Pkw wechselten Prüfer und Fahrlehrer in die Sitzposition des Schülers am Lenkrad. Im extremen Gelände konnten sich alle überzeugen, wie neue Assistenzsysteme unterstützend eingreifen und die Lenkbarkeit des Fahrzeugs in Steillagen gewährleisten. Offroad ABS, ESP oder Berganfahr- und Bergabfahrassistenten lassen die Räder kontrolliert blockieren bzw. greifen, so Wiedermann zum Einsatz der allradgetriebenen VW Amarok. „Dennoch gilt: Das wirksamste System zur Vermeidung von Unfällen ist aber immer ein gut ausgebildeter Fahrer. Auch die 1800 neuen Fragen der Führerschein-Computerprüfung für den Pkw, die seit Anfang März in Verwendung sind, leisten dazu einen wichtigen Beitrag.“

Neueste Technologien getestet

Auch auf Lkw und Bussen wurden neueste Technologien getestet: Dafür standen Schwere Lkw für Schleuder-Übungen, Muldenfahrzeuge des Baustellenverkehrs, ein voll beladener 40-Tonnen-Gliederzug des Fernverkehrs zum Anhänger-Schieben und ein 560 PS-Sattel für Straßenfahrten von MAN zur Verfügung, weiters ein Luxus-Doppeldeckerbus von Neoplan und ein Fahrschulbus mit Doppelkabine. Abstandsregeltempomaten (ACC), Spurassistenten (LGS), Bremsassistenten (EBA) oder GPS-gesteuerte Temporegelungen zum wirtschaftlichen, vorausschauenden Fahren erhöhen die Sicherheit und steigern den Fahrkomfort. 

Auch Traktoren von John Deere standen am Parcour zur Verfügung. Prüfer und Fahrlehrer konnten ausprobieren, wie Doppelkupplungsgetriebe samt Tiptronic Gangschalthebel hinter dem Lenkrad es ermöglichen, Gänge manuell oder automatisch zu wechseln. „Automatisierte Lenksysteme gewährleisten ein ermüdungsfreies Lenken über längeres Arbeiten und erhöhen den Komfort der Traktoren, die bereits die strengste Off-Road-Abgasnorm TIER 4 erfüllen“, so Wiedermann. 

Trend zu Kleinmotorrädern

Bei Motorrädern geht der Trend zu Kleinmotorrädern (Motorrollern) bis 125 ccm, die einen Führerschein der Klasse A1 erfordern. Scooter, die mit einem Start-Stopp-System ausgestattet sind, helfen im Stadtverkehr Sprit sparen. „Für einen E-Scooter ist keine NoVA und keine Kfz-Steuer zu zahlen, zudem ist die Versicherung niedrig. Die Lenkberechtigung kann über den sogenannten Code 111, bei dem am Übungsplatz sechs Unterrichtseinheiten ohne Prüfung absolviert werden müssen, erworben werden“, berichtet Stefan Ebner, Geschäftsführer des Fachverbandes der Fahrschulen und des Allg. Verkehrs. 

Bei Touringmotorrädern und Supersport-Bikes mit automatisiertem Doppelkupplungsgetriebe ist auch kein Verschalten mehr möglich, was anhand von Honda-Modellen vorgestellt wurde. Der Biss der Zweiräder steigt aufgrund der stufenlosen und blitzschnellen Gangwechsel. „Die 300 neuen Motorrad-Theoriefragen bei der Führerscheinprüfung beschäftigen sich mit Neuerungen der Fahrzeugtechnik, gehen auf viele Gefahrensituationen ein und berücksichtigen geänderte Verkehrsregeln für einspurige Kfz. Seit dem vergangenen Jahr müssen Einsteiger verpflichtend 14 Fahrstunden absolvieren“, so Ebner.

Alternative Antriebe

Bei Elektrofahrzeugen kamen zu den 7000 Elektroautos seit Jahresanfang  - auch durch die Steuerreform – bis dato weitere 1000 Pkw dazu. „Fahrschüler sollen Chancen und Grenzen der Elektromobilität kennenlernen, indem wir sie über die Technik, das geänderte Fahrverhalten oder die neue Ladetechnik für die Routenwahl informieren“, verweist Ebner darauf, dass alternative Antriebe verstärkt in den neuen Prüfungsfragen zu finden sind.

Hot Spots für Sicherheitsfragen sind Eisenbahnkreuzungen. Zwar investieren ÖBB und Privatbahnen laufend in die Verbesserung der Sicherheit der 2800 Eisenbahnkreuzungen, dennoch bestehen weiterhin beachtliche Unfallgefahren. Mangelnde Aufmerksamkeit ist eine der Hauptursachen für Unfälle. Die Fahrschulen unterstützen daher die ÖBB-Sicherheitskampagne „Bleib auf der sicheren Seite“. 

Schwerpunkt Ladungssicherung

Bei der Ladungssicherung sollen Berufslenker anhand der Stabilität des Fahrzeugaufbaus, der Festigkeit der Versandstücke, der Reibung der Ladefläche und der vorhandenen Zurrgurte einfache Vorgehensweisen für die Sicherung erklären können. Dies wird in die Reform der Prüfungsfragen für die Führerscheinklassen C (Lkw) und E (Anhänger) Eingang finden, so Ebner bei der Weiterbildungs- und Dialogplattform am Red Bull Ring mit insgesamt mehr als 500 Teilnehmern.

Pkw-Anhänger, deren Ladeflächen flach auf den Boden absenkbar sind und auf die Waren barrierefrei verladen werden können, sind ein jüngerer Trend bei Anhängern. Sie ermöglichen eine einfache Be- und Entladung zu ebener Erde, wie an Pongratz Load & Lift Trailern demonstriert wurde. Die Bodenfläche des Anhängers kann stufenlos von Hubwägen („Ameisen“) mit Transportpaletten, Gitterrollwägen oder Fahrzeugen befahren werden.

Reifen-Luftdrucküberwachungssysteme verhindern das Liegenbleiben von Nutzfahrzeugen. Sie entdecken schleichende und schnelle Luftdruckverluste sofort. Das Fahren mit stets optimalem Reifendruck reduziert auf Dauer Dieselkosten und kommt der Langlebigkeit der Bereifung zugute. „Gerade bei der Personenbeförderung und sensibleren Gütern mit höherem Gefahrenpotential ist dieser besondere Schutz vor Fahrzeugdefekten ein zusätzlicher Sicherheitsgewinn“, so Wiedermann. (PWK191/PM)

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