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Hochhauser: Bessere Rahmenbedingungen, nicht Zwangsbeglückung bringt Frauen weiter

Frauen sind in der Wirtschaft am Vormarsch, so die WKÖ-Generalsekretärin zum Frauentag – bessere Bedingungen für Vereinbarkeit bleiben aber aktuell

„Frauen sind quer durch die Wirtschaft am Vormarsch, auch wenn da und dort durchaus noch ein höheres Tempo wünschenswert wäre. Dazu braucht es aber keine Zwangsbeglückung, sondern die richtigen Rahmenbedingungen, damit Beruf und Familie besser vereinbar sind“, betont Wirtschaftskammer-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser zum Internationalen Frauentag. Sie verweist etwa darauf, dass 2015 bereits 43 Prozent der Firmen-Neugründungen von Frauen getätigt wurden (verglichen mit erst 37 Prozent zehn Jahre davor). Zudem wird bereits jedes dritte Einzelunternehmen von einer Frau geführt. Erfreulich sei zudem, dass die Arbeitszufriedenheit von Frauen deutlich höher sei als die von Männern, wie der Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich seit Jahren zeigt.  

Statistiken wenig aussagekräftig

Die alle Jahre anlässlich des Frauentages strapazierten Statistiken zur Einkommensschere (Gender Pay Gap) seien hingegen wenig aussagekräftig. Statistisch zeigt sich nämlich über Jahre, dass Länder mit geringer Frauenerwerbsbeteiligung wie Italien und Malta einen geringen Einkommensunterschied aufweisen, weil dort vor allem qualifizierte Frauen am Arbeitsmarkt Fuß fassen. Weniger qualifizierte Frauen sind arbeitslos oder Hausfrau und finden deshalb keine Berücksichtigung in der Einkommensstatistik. Im Gegensatz dazu verzeichnen fortschrittliche Länder mit hoher Frauenerwerbsbeteiligung wie Österreich, Deutschland, Finnland und die Niederlande größere Einkommensunterschiede. Trotzdem haben Frauen in diesen Ländern bessere Arbeitsmarkt- und Verdienstchancen. „Das behauptet nicht die Wirtschaftskammer, auf diesen Zusammenhang verweisen die EU und das WIFO ausdrücklich“, so die WKÖ-Generalsekretärin.   

Berufsinformation und Kinderbetreuungsangebote

Zudem sei es ein Fakt, dass ein Großteil des bestehenden Einkommensunterschieds auf objektive Faktoren wie Berufswahl, Karriereunterbrechungen, früherer Pensionsantritt und Teilzeit zurückzuführen sind. „Hier etwas zu verändern, heißt etwa, Mädchen und Frauen bei der Ausbildungs- und Berufswahl entsprechend zu informieren und zu beraten. Es heißt, ausreichend Kinderbetreuungsangebote bereitzustellen. Und es heißt auch, Frauen zur Karriere zu ermutigen.“ Zwangsmaßnahmen wie Quoten oder Verschärfungen im Arbeitsrecht (z.B. bei Einkommensberichten) führen in der Praxis nicht zum Ziel. Um Frauen den Weg nach oben zu erleichtern, hat die Wirtschaftskammer gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium und der Industriellenvereinigung das Führungsprogramm „Zukunft.Frauen“ entwickelt und eine Aufsichtsrätinnendatenbank eingerichtet. (PWK166/SR)

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