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WKÖ zieht positive Bilanz nach einem Jahr Energieeffizienzgesetz: Wirtschaft hat alle Einsparziele erfüllt

Organisatorische und technische Verbesserungen können Meldeaufwand weiter reduzieren  - Stromlieferanten müssen Energieeffizienzzuschläge an betriebliche Kunden rückerstatten

Der 14.2.2016 war der erste „Zahltag“ gemäß dem neuen Energieeffizienzgesetz. Nunmehr haben Wirtschaftsministerium und Monitoringstelle die Ergebnisse präsentiert. Dazu die Bewertung der Wirtschaftskammer: „Erfreulich ist, dass die Einsparverpflichtungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen wurden, und die Kosten der Zielerreichung etwa auf ein Viertel früherer Befürchtungen reduziert werden konnten“, sagt Stephan Schwarzer, Leiter der WKÖ-Abteilung Umwelt- und Energiepolitik. „Verbesserungen im organisatorischen und technischen Bereich sowie die Ergänzung des Methodenhandbuchs durch weitere Maßnahmentypen können den Dokumentationsaufwand für die Wirtschaft weiter verringern“, regt Schwarzer an.

Für das erste Verpflichtungsjahr konnten zwei Maßnahmenjahrgänge herangezogen werden, um den Start des aufwändigen Systems zu erleichtern. Wenn heuer die Ziele deutlich übertroffen werden konnten, so kann man somit nicht ohne weiteres darauf schließen, dass dies auch in den Folgejahren der Fall sein wird.

Die anerkennenswerten heurigen Einsparergebnisse waren möglich, weil „in letzter Sekunde“ die dringend benötigten Anrechnungsmodalitäten festgelegt wurden. Schwarzer: „Ohne diese Partitur, in die wichtige Anliegen und Vorschläge der WKÖ eingeflossen sind, hätte das Orchester das Musikstück nicht so wohlklingend aufführen können.“ Damit entstand jene Rechts- und Planungssicherheit, die Voraussetzung jeglicher Investitionen in Effizienzmaßnahmen ist.

Verhandlungserfolg trägt Früchte

Das Herzstück des Energieeffizienzgesetzes (EEffG) ist die Übertragung von Energieeffizienzmaßnahmen. Denn die Energielieferanten können ihre Einsparverpflichtungen im Regelfall nur durch Erwerb von Maßnahmen bei Dritten erfüllen. Die Wirtschaftskammer konnte erreichen, dass Betriebe, die Maßnahmen gesetzt haben, diese für spätere Jahre zurücklegen können. Auf ein Ablaufdatum wurde verzichtet.

„Wir haben immer gesagt, dass die Wirtschaft freiwillig in Energieeffizienzverbesserungen investiert, wo immer dies wirtschaftlich und praktisch möglich ist. Dies bestätigt die Bilanz 2015 eindrucksvoll: 2015 und im Vorjahr wurden mehr Maßnahmen als vorgeschrieben gesetzt. Dies hilft uns in den kommenden Jahren bei der Erfüllung der gesetzlichen Ziele“, ist der WKÖ-Experte überzeugt. Das eingetragene Volumen von 11 Petajoule übertrifft alle Erwartungen.

Kosten auf ein Viertel gesenkt – Kostensenkungen an Betriebe weitergeben

Worst-Case-Berechnungen der Energiewirtschaft gingen davon aus, dass die ersatzweise Erfüllung der Einsparverpflichtungen durch Ausgleichszahlungen rund 300 Mio. Euro jährlich kosten würde, wenn keine anrechenbaren Maßnahmen definiert seien. Tatsächlich wird der Großteil der Verpflichtungsvolumens aber durch realisierte Effizienzmaßnahmen abgedeckt, teure Ausgleichszahlungen sind somit kaum erforderlich gewesen. Dies machte die am 1. Jänner 2016 in Kraft getretene Verordnung möglich. Auf den Handelsplätzen wurden Maßnahmen in der Größenordnung von bloß 5 Cent pro Kilowattstunde gehandelt. Dies ist ein Viertel des Tarifs der Ausgleichszahlung (20 Cent). Somit konnten die Kosten um 75% gesenkt werden.

„Von dieser Senkung der Kosten profitieren die Betriebe. Sofern sie Accontozahlungen in höherem Ausmaß bezahlt haben, sind die Mehrkosten zu refundieren. Wie uns Kunden berichten, haben Stromlieferanten mit der Rückzahlung bereits begonnen. Ob Energieeffizienzzuschläge an sich bei laufendem Vertrag eingehoben werden dürfen, ist strittig und letztlich von der konkreten Ausgestaltung des Dauerlieferungsvertrags abhängig“, erläutert Schwarzer.

Weitere Reduktion des Meldeaufwandes geboten und möglich

Das Einmelden von tausenden Maßnahmen ist mit entsprechendem administrativen Aufwand verbunden, denn es müssen Daten erhoben, Unterlagen zusammengestellt und Meldeformulare ausgefüllt werden. Erfreulicherweise hat die Maßnahmendatenbank den Anforderungen im Wesentlichen Stand gehalten. Dennoch gibt es Verbesserungsmöglichkeiten im technisch-organisatorischen Bereich, bei der Abstimmung der Meldeinhalte und vor allem auch bei der anzustrebenden Bündelung breitenwirksamer Maßnahmen, um von individuellen Eingaben wegzukommen.

Die Wirtschaft begrüßt, dass die Monitoringstelle und das Wirtschaftsministerium als deren Auftraggeber dazu bereits Bereitschaft signalisiert haben. Je geringer die Transaktionskosten sind, desto stärker wirken die zu erzielenden Erlöse als Anreize für die Maßnahmensetzer. Ein weiterer Weg zur Minimierung des Meldeaufwands ist die Erweiterung der vorweg anerkannten Methoden für Effizienzmaßnahmen.

Eindrucksvolle Zahlen auf Energielieferantenseite

Lieferanten haben insgesamt Maßnahmen im Umfang von knapp 10 PJ für das Verpflichtungsjahr 2015 gemeldet. Damit haben sie ihre Verpflichtung um 70% übererfüllt. Sogar der verpflichtend vorgeschriebene Anteil von 40% an Energieeffizienzmaßnahmen im Haushaltsbereich, ein sehr hochgestecktes Ziel, wurde im ersten Jahr erfüllt. In diesem Bereich wurden 5 PJ eingespart, somit deutlich mehr als die vorgegebenen 2,2 PJ. (PWK131/PM)

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