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IHS-Studie zu I-Pensionen durch psychische Erkrankungen zeigt Handlungsfelder auf

WKÖ-Gleitsmann: Frühere Erkennung – schrittweise betriebliche Wiedereingliederung

Aus der Sicht der Wirtschaft ist es erfreulich, dass die nun vorgelegte Studie des IHS einen Fokus auf Ursachen und Auslöser von Invaliditätspensionen aufgrund psychischer Erkrankungen legt. 

Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozial- und Gesundheitspolitik in der WKÖ: „Im Bereich der Invaliditäts-Pensionen durch psychische Erkrankungen haben wir Handlungsbedarf, wie auch die Studie aufzeigt. Es geht darum, die Datenlage zu verbessern und zu erweitern, um in der Folge Systemdefizite beseitigen zu können“. 

Psychische Erkrankungen: Oftmals private Ursachen

Die aktuellen Daten zeigen, dass die Zahl der Invaliditätspensionen aufgrund psychischer Erkrankungen zwar steigt – dies aber nicht auf einen tatsächlichen Anstieg der Fälle zurückzuführen ist, sondern auf die verstärkte Diagnose dieser Krankheitsbilder. Auch eine umfassende OECD-Studie zu psychischen Erkrankungen in Österreich hat diesen Zusammenhang belegt. Gleitsmann: „Es gilt also zu bedenken, dass dies nicht eins zu eins Schlüsse auf den Gesundheitszustand der betroffenen Personen zulässt. Zudem muss man festhalten, dass die Ursache psychischer Erkrankungen häufig nicht im Berufsleben zu suchen ist“. 

Dies wird auch durch Daten untermauert, die sich beim Bundesländer-Vergleich des IHS zeigen: Die in der Studie aufgezeigten Unterschiede beim Aufkommen der I-Pensionen in den Ländern, die in den Analysen nicht mit Unterschieden in der Krankheitslast erklärbar sind, legen nahe, dass die Invaliditätspension oft auch als Weg in eine frühe Pension genutzt wird. Gleitsmann: „Hier zeigt die Studie einen weiteren Ansatzpunkt für Reformierung der Zugänge deutlich auf. Denn Fakt ist: derzeit ist die I-Pension ein Weg in die Frühpension“.

Präventiv-Maßnahmen als Um und Auf

Weiters erläutern die Studienautoren des IHS unter anderem, dass es an Sensibilisierung für psychische Krankheiten fehlt und dass viel zu spät Maßnahmen gegen die Erkrankung und ihre Konsequenzen ergriffen werden. „Wie auch in anderen Bereichen im Gesundheitswesen zeigt sich auch hier: Präventiv-Maßnahmen sind das Um und Auf. Und wenn die Krankheit einmal manifest ist, braucht es neue, verbesserte und an die Arbeitsrealität angepasste Ansätze der Rehabilitation“, betont Gleitsmann.  

Wiedereinstieg ins Berufsleben

Auch die Notwendigkeit einer stufenweisen Reintegration lässt sich an den Studienergebnissen ablesen. „Das schafft eine Win-Win-Situation: Arbeitnehmer erhalten ihren Arbeitsplatz und den Anschluss im Job durch schrittweisen Einstieg je nach körperlicher Leistungsfähigkeit, Betriebe erhalten erfahrene Facharbeiter“, erläutert der WKÖ-Experte. Zudem erspare sich das Sozialsystem mit jedem erfolgreichen Wiedereinstieg Transferleistungen und erhalte Beitragszahler. (PWK108/PM)

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