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WKÖ: finanzielle Situation des Pensionssystems nach wie vor kritisch

Pensionsaufwand wird bis 2020 beträchtlich steigen – Ausscheiden der Baby-Boomer-Jahrgänge aus Erwerbsleben zusätzliche Budgetbelastung

Im Gegensatz zu den heutigen Aussagen von Sozialminister Hundstorfer und der Arbeiterkammer zur Sicherung der Finanzierbarkeit des Pensionssystems und diesbezüglich keinem bestehenden Handlungsbedarf, warnt Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), davor, dass die finanzielle Situation des Pensionssystems nach wie vor kritisch ist. Außerdem stimme die Aussage so nicht, dass das Pensionsantrittsalter in diesem Ausmaß angestiegen sei. Es müssen nämlich nach der formellen Änderung des Systems (Invaliditätspension für Unter-50-Jährige wurde durch ein Reha-Geld abgelöst) auch die Reha-Bezieher in die Rechnung miteinbezogen werden. 

Die Aufwendungen für die gesetzliche Pensionsversicherung sind zwar geringer als erwartet, jedoch werde der Pensionsaufwand bis zum Jahr 2020 in Summe beträchtlich steigen – nämlich um über 23 Prozent auf rund 42 Milliarden Euro. Und mit dem Ausscheiden der so genannten Baby-Boomer-Jahrgänge aus dem Berufsleben werden in Zukunft die Pensionsaufwendungen zu einer noch stärkeren Budgetbelastung. Daher seien sehr wohl weitere Strukturreformen, das österreichische Pensionssystem betreffend, künftig notwendig. „Darunter fallen etwa das Schließen von Schlupflöchern in die Frühpension, eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters oder eine raschere Angleichung des Frauenpensionsalters. Ebenso wäre die Koppelung des Pensionsantrittsalter an die steigende Lebenserwartung ein Schritt in die richtige Richtung“, so Gleitsmann. (PWK1020/BS)

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