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Aktuelle Krankenkassenzahlen: WKÖ fordert rasches Handeln

Negative Gebarungsvorschau für 2016 bis 2018 – Konsolidierungskurs muss fortgesetzt werden

Während die Krankenkassen in den vergangenen Jahren Überschüsse erzielen konnten und sich erfolgreich entschuldet haben, sehen die heute veröffentlichten vorläufigen Gebarungsergebnisse für 2015 sowie die Gebarungsvorschauen für die Jahre 2016 bis 2018 weniger günstig aus. 2015 haben die Kassen nach vorläufigen Zahlen mit einem Verlust von rund 22 Mio. Euro zu rechnen. 2016 wird von einem Verlust von 94 Mio. Euro ausgegangen, 2017 sollen es bereits 234 Mio. Euro sein und für 2018 rechnet man mit Verlusten von 425 Mio. Euro.

Geringere Verluste als erwartet

Entgegen den Befürchtungen hielt sich der Verlust für 2015 mit rund 22 Mio. Euro – bei einem Gesamtbudget von 17,1 Mrd. Euro – in Grenzen. Auch zur befürchteten Explosion der Medikamentenausgaben kam es nicht. Mit einem Plus von 5,4% lag deren Steigerung deutlich unter den Erwartungen und verzeichnete einen geringeren Zuwachs als die Ausgaben für Zahnbehandlungen.

Dennoch bereiten die prognostizierten hohen Verluste für 2016 bis 2018 Sorgen. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), sieht daher dringenden Handlungsbedarf: „Die Arbeitsmarktsituation ist angespannt, die Beitragseinnahmen werden nicht mehr in derselben Höhe wie in der Vergangenheit ausfallen. Daher gilt es die Ausgaben in den Griff zu bekommen.“

Die Pharmawirtschaft hat im Zuge des Rahmen-Pharmavertrages bereits einen Beitrag zur Unterstützung der finanziell angespannten Situation der Krankenkassen geleistet. So soll es 2016 zu einem Solidarbeitrag von 125 Mio. Euro kommen; für 2017 und 2018 sind ebenso Unterstützungszahlungen zugesagt.

Gesamtkonzept zu Konsolidierung gefordert

Jetzt gilt es laut Gleitsmann, ein Gesamtkonzept zur Konsolidierung der Kassen auf den Tisch zu legen, in dem auch Kostendämpfungen und Einsparungen in anderen Ausgabenbereichen angegangen werden.

Das betrifft laut Gleitsmann insbesondere den mit Abstand größten Ausgabenbrocken: die Finanzierung der Spitäler durch die Krankenkassen mit rund 4,5 Mrd. Euro. Hier darf es zu keinen Erhöhungen der Überweisungen an den Krankenanstaltenfonds kommen, meint Gleitsmann im Hinblick auf die zurzeit stattfindenden Finanzausgleichsverhandlungen. Im Gegenteil: in Umsetzung der Gesundheitsreform sollen Leistungen aus dem stationären in den niedergelassenen Bereich verlagert werden. Entsprechend dem Grundsatz „Geld folgt Leistung“ muss es hier zu einer entsprechenden Anpassung der Finanzierungsströme kommen.

Verstärkte Zusammenarbeit der Krankenkassen

Aber auch im Bereich der Verwaltungskosten sieht Gleitsmann Einsparungspotential: „Eine verstärkte Zusammenarbeit der Krankenkassen ist das Gebot der Stunde. Weitere Synergieeffekte, etwa im Back-Office Bereich, sind zu heben, das Betreiben eigener Einrichtungen der Kassen ist zu hinterfragen.“

Weiters schlägt Gleitsmann eine Reform des Ausgleichsfonds der Krankenkassen vor. Der Ausgleichsfonds soll die unterschiedlichen Versicherten-Strukturen und die unterschiedliche Liquidität der Kassen ausgleichen. Tatsächlich gelingt dies jedoch nur sehr bedingt. Daher soll der der Ausgleichsfonds künftig nicht jene Kassen belohnen, die die größten finanziellen Abgänge zu verzeichnen haben, sondern jene, die effizient mit den Beiträgen der Versicherten umgehen. Die Fonds-Einnahmen sollten daher nach Zielerreichungskriterien vergeben werden.

Wichtig ist Gleitsmann, dass noch mehr Anstrengungen unternommen werden, um die Lebensqualität der Versicherten zu erhöhen. Das betrifft etwa die konsequente Umsetzung der Gesundheitsreform, mit der Einführung von Primärversorgungszentren, der elektronischen Gesundheitsakte ELGA sowie des 24-Stunden telefon- und webbasiertes Erstberatungsservices. Darüber hinaus soll ein stärkerer Fokus auf die Behandlung von chronischen Erkrankungen gelegt werden. (PWK095/PM)

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