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„Falle Subauftrag“: Brisantes Thema für Österreichs Kreative

Klare Rahmenbedingungen nötig – Kleinteiligkeit der Kreativbranche erfordert moderne Kooperationsformen

„Die heimische Kreativwirtschaft hat die größte Kooperationshäufigkeit. Kaum ein Projekt, das nicht zumindest in einem Teilbereich einer Kooperation entstammt“, betonte gestern, Montag, Barbara Abel, stellvertretende Vorsitzende der Kreativwirtschaft Austria im Rahmen des Exchange Netzwerktreffens zum Thema „Falle Subauftrag“. Aufgrund der Kleinteiligkeit der Betriebe – zwei Drittel der Kreativ-Betriebe sind EPU, führe kein Weg an einer Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen der Branche vorbei. Das Thema sei insofern hoch brisant, als es in den vergangenen Wochen und Monaten vermehrt im Rahmen von Prüfungen der Gebietskrankenkassen zu nachträglichen Umdeutungen von Kooperationsverhältnissen in Arbeitgeber/Arbeitnehmerverhältnisse gekommen ist. „Hält diese Entwicklung an, dann wäre das für viele Kreative existenzbedrohend, denn drei Viertel der Kreativ-Betriebe kooperieren!“, so Abel.  

Gleitsmann: Gemeinsame Lösungen finden

Von den Gebietskrankenkassen bzw. von den Finanzbehörden werde die Einhaltung der Versicherungs-, Melde- und Beitragsbestimmungen der Sozialversicherung derart streng geprüft, dass die Wahl der falschen Vertragsform schnell mit nachteiligen und sehr kostspieligen Folgen für Selbstständige verbunden sei. Die Wirtschaftskammer Österreich selbst ist hierzu in Gesprächen und fordert bei einer Umwandlung Rechtsfolgen, die verhältnismäßig sind sowie ein partnerschaftliches und faires Verfahren bei der Zuordnung ermöglichen. „Es liegen dazu Lösungsvorschläge auf dem Tisch: Statt einseitige Betrachtungen anzustellen, sollten wir hier gemeinsam versuchen, Lösungen zu finden, wie dies auch das Regierungsprogramm vorsieht“, betont der Leiter der Sozialpolitischen Abteilung der WKÖ, Martin Gleitsmann, im Rahmen des Expertentalks.  

Wie die richtige Herangehensweise an dieses Thema zu finden ist, stand im Mittelpunkt der Keynote von Stefan Schuster, Steuerberater und Vertreter der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, aufzeigen: „So überzeugend und wichtig Zusammenarbeit ist, so wichtig ist auch zu wissen, dass einige Gefahren auf den Unternehmer lauern. Kurz einen Auftrag übernehmen oder einen Teil zuarbeiten, das ist Arbeitsalltag für die Kreativwirtschaft. Eine verunglückte Gestaltung der zugrundeliegenden Vereinbarungen kann Kooperationspartner aber schnell mit einem Dienstverhältnis konfrontieren und gleichzeitig mit Abgabennachforderungen, Lohnnebenkosten bis hin zu arbeitsrechtlichen Ansprüchen und verwaltungsrechtlichen Konsequenzen“, so Schuster.  

„Vernetztes Arbeiten und Kooperationen sind Grundlage für das Entwickeln und Umsetzen von Innovationen und damit ein wichtiger Erfolgsfaktor für unseren Wirtschaftsstandort“, hob Christoph Schneider, Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der WKÖ in seinem Resümee hervor.  

Klare Rahmenbedindungen für Branche überlebenswichtig

„Kooperationen sind bei unserer Arbeit notwendig, sie erleichtern es Aufträge abzuwickeln und den Projektanforderungen zu entsprechen. Das ist es, was Unternehmenswachstum ausmacht. Stolpersteine wie dieser sind hier nicht zielführend“, kritisiert so Gerin Trautenberger, Vorsitzender der Kreativwirtschaft Austria. Aus Sicht der heimischen Kreativwirtschaft ist deshalb folgendes wichtig: „Es ist  Rechtssicherheit notwendig. Denn nur wenn die Rahmenbedingungen klar sind, können Kreative erfolgreich kooperieren. Und dies ist für die Branche überlebenswichtig!“, so Trautenberger abschließend.  (PWK038/US)

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