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Beratung aus einer Hand durch Interdisziplinäre Gesellschaften

WKÖ: Gemeinsame Gesellschaften zwischen Freiberuflern und Gewerbetreibenden ermöglichen

„Leistungen aus einer Hand sind zunehmend gefragt“, so Rosemarie Schön, Leiterin der Abteilung für Rechtspolitik der Wirtschaftskammer Österreich, in Bezug auf die gestern von Vizekanzler Mitterlehner und WKÖ-Präsident Leitl vorgestellte Initiative zur leichteren Gründung von Interdisziplinären Gesellschaften. 

Beispiele sind die Übersiedelung eines Unternehmens vom Ortskern in ein Betriebsgebiet am Rande einer Stadt wegen Betriebserweiterungen oder Nachbareinwendungen oder die Ansiedelung eines Betriebs aus dem Ausland. „Der Beratungskomfort ist ein wesentliches Kriterium im Rahmen von Standortentscheidungen internationaler Unternehmen. Für diese Um- bzw. Ansiedlung kann das Tätigwerden vieler Berufe sinnvoll und zweckmäßig sein“, erläutert Schön.

Das betroffene Unternehmen will nicht jeden Berufsträger einzeln beauftragen und diese dann miteinander koordinieren, es spart Aufwand und Zeit, nur eine Ansprechperson und einen Vertrag zu haben. Während Gewerbetreibende ohne Hindernisse miteinander Gesellschaften betreiben können, schließen die meisten Berufsrechte der freien Berufe den gesellschaftsrechtlichen Zusammenschluss mit anderen freien Berufen und/oder mit Gewerbetreibenden kategorisch aus. Das habe historische Ursachen, sei aber im heutigen wirtschaftlichen Umfeld zu überdenken, erläutert Schön: „Die Wirtschaftskammer ist sich der Bedenken der freien Berufe gegen Interdisziplinäre Gesellschaften bewusst, ist aber ebenso davon überzeugt, dass in einer konstruktiven Diskussion Lösungen gefunden werden können, die diesen Bedenken Rechnung tragen.“ 

Verschwiegenheitsverpflichtungen auch im gewerblichen Bereich

So stellen die Verschwiegenheitspflichten der freien Berufe ein wesentliches Vertrauensmoment im Verhältnis zwischen dem Klienten und den freien Berufen dar. Verschwiegenheitsverpflichtungen sind auch im gewerblichen Bereich, z.B. bei Lebens- und Sozialberatern, anerkannt.  

Beispielsweise nicht nur der Anwalt oder der Wirtschaftstreuhänder selbst unterliegen dieser Verschwiegenheitspflicht, sondern auch deren Angestellte, wie etwa Berufsanwärter oder Assistenten. Es lässt sich daher durchaus gesetzlich regeln, dass Verschwiegenheitspflichten auch im Rahmen einer Interdisziplinären Gesellschaft sichergestellt sind.  

Dass ein berufsübergreifender Zusammenschluss zwischen freien Berufen schon derzeit rechtlich zulässig ist, zeigt das Berufsrecht der Wirtschaftstreuhänder. In Deutschland ist allgemein ein derartiger Zusammenschluss zwischen freien Berufen gesetzlich zulässig.  

Keine unüberwindbaren rechtlichen Hindernisse

Es bestehen keine unüberwindbaren rechtlichen Hindernisse, die eine derartige Zusammenarbeit verunmöglichen würde. „Wir laden daher die freien Berufe zu konstruktiven Gesprächen über dieses Regierungsvorhaben ein“ so die WKÖ-Expertin. „Interdisziplinäre Gesellschaften bieten neue Möglichkeiten, aber selbstverständlich kann niemand verpflichtet werden, sich zu einer solchen mit anderen zusammenzuschließen.“ (PWK037/PM)

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