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Leitl: Jugendliche Flüchtlinge ausbilden – Fachkräfte für morgen gewinnen

AMS-Kompetenzcheck liefert wichtige Fakten für Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen

Der heute präsentierte Kompetenzcheck des AMS liefert wichtige Orientierungspunkte für die Einordung des Qualifikationsniveaus von Flüchtlingen: So weisen demnach anerkannte Flüchtlinge aus Syrien (26 % Studium, 29 % Matura), Iran (39 % Studium, 43 % Matura) und dem Irak (40 % Studium, 15 % Matura) eine vergleichsweise hohe Qualifikation auf.

Das Qualifikationsniveau von anerkannten Flüchtlingen aus Afghanistan ist hingegen deutlich geringer (7 % Studium, 17 % Matura). Über alle Nationalitäten hinweg weisen 23 % der anerkannten Flüchtlinge ein abgeschlossenes Studium und 27 % Matura auf. Allerdings ist dieses allgemeine Qualifikationsniveau aufgrund der deutlichen Unterschiede zwischen den Nationalitäten wenig aussagekräftig.  

Qualifikationsniveau höher als vermutet

„Es ist erfreulich, dass das Qualifikationsniveau der anerkannten Flüchtlinge deutlich höher ist als vermutet. Dennoch stellt die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen, auch angesichts der schwierigen Arbeitsmarktlage, eine große Herausforderung dar“, hält Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl fest. 

„Mit dem Kompetenzcheck hat das AMS jetzt genau den richtigen Weg eingeschlagen und die entscheidende Basis für eine sachliche Diskussion geschaffen. Jetzt müssen die weiteren Schritte folgen“, so Leitl. „Viele Flüchtlinge verfügen über sehr gute Qualifikationen. Wenn diese Menschen nicht möglichst rasch mit Deutschkursen unterstützt würden, besteht die Gefahr, dass sie bald resignieren und große Chancen vergeben werden“, warnt Leitl.  

Mehr als ein Viertel der anerkannten Flüchtlinge ist unter 25 Jahre alt und hat noch den Großteil des Berufslebens vor sich, daher ist es hier besonders wichtig, sinnvoll in Qualifikation zu investieren. 

WKO-Pilotprojekt in Kooperation mit dem BMWFW und BMASK

Die WKO ist auch selbst im Bereich Integration aktiv und startete  - wie heute in der PK erwähnt - gemeinsam mit dem AMS und in Kooperation mit dem BMWFW und BMASK ein Pilotprojekt zur überregionalen Lehrstellenvermittlung. Ziel ist es, in einer Erstphase 100 jugendlichen Flüchtlingen aus Wien im Zuge einer überregionalen Vermittlung eine berufliche Perspektive in Berufen und Regionen mit Lehrlingsmangel zu bieten. Lehrling und Betrieb werden bei einem erfolgreichen Start in die Berufsausbildung begleitet.  

Leitl: „Mit diesem Projekt schaffen wir eine Win-Win-Situation: Die Jugendlichen bekommen eine Perspektive und ein berufliches Rüstzeug fürs Leben. Und in unseren Betrieben können offene Lehrstellen, die sonst frei bleiben würden, besetzt werden“. Mit der Testung „WKO Job Profil“ hat die WKÖ bereits im Rahmen dieses Pilotprojektes ein Testverfahren für jugendliche Flüchtlinge in den Sprachen Arabisch, Englisch und Deutsch (in weiterer Folge Farsi) entwickelt - mit dem Ziel, den passenden Lehrberuf zu finden bzw. Berufsmöglichkeiten auszuloten. 

Dieses Unterstützungsangebot bezieht sich nicht nur auf anerkannte junge Flüchtlinge, sondern auch auf andere mobile Jugendliche in Österreich. 

Die positiven Erfahrungen der AMS-Berater aus den Kompetenzcheck hinsichtlich Engagement und Lernbereitschaft der anerkannten Flüchtlinge deckt sich laut Leitl auch mit den Rückmeldungen von Betrieben. 

Berufsbezogene Testverfahren 

In Hinblick auf eine verbesserte Anerkennung von Qualifikationen erstellt die Wirtschaftskammer ein breitangelegtes Instrumentarium an praktischen berufsbezogenen Testverfahren für unterschiedliche Sprach- und Qualifikationsniveaus.  

Die WKÖ stellt auf der Website www.fachkraeftepotenzial.at weiters den Betrieben umfassende Informationen rund um das Thema Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen – angefangen von rechtlichen Informationen bis zu konkreten Unterstützungsangeboten - zur Verfügung. 

Auch das Programm „Mentoring für MigrantInnen“ von WKO, Integrationsfonds und AMS läuft seit Jahren erfolgreich. Beim aktuellen Durchgang liegt ein spezieller Schwerpunkt auf syrischen Flüchtlingen. (PWK013/PM)

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