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JW-Rohrmair-Lewis: „Konjunkturbarometer-Ergebnis ist lauter Reform-Appell an die Bundesregierung“

Aktuelle market-Umfrage: Stimmung unter Jungunternehmern weiterhin gedämpft,  es gibt aber starke Bereitschaft, eigenes unternehmerisches Handeln voranzutreiben

„Die rapide Talfahrt der letzten Jahre konnte zwar angehalten werden, dennoch bleibt der Ausblick auf die wirtschaftliche Gesamtentwicklung unter den Jungunternehmern eher gedämpft. Die Jungen resignieren aber nicht, sondern treiben weiterhin ihre Unternehmen voran. Dazu muss die Bundesregierung jetzt rasch konkrete Impulse setzen und beweisen, dass die punktuellen Reformen im letzten Jahr, wie z.B. das lang ersehnte Crowdfunding-Gesetz, keine Eintagsfliegen waren“, sprechen die aktuellen Konjunkturbarometer-Ergebnisse für Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW), eine klare Sprache. Er fügt hinzu: „Wir Jungunternehmer sind als Optimisten die treibende Kraft für den zukünftigen Wirtschaftserfolg Österreichs. Dazu brauchen wir aber die entsprechenden Rahmenbedingungen.“ 

Zum Jahreswechsel hat das market-Institut im Auftrag der JW 1.212 Jungunternehmer zu ihren Einschätzungen der kommenden zwölf Monate befragt. Das Ergebnis: Der große Stimmungsumschwung ist ausgeblieben, aber Verbesserungen bei unternehmensspezifischen Faktoren sind zu verzeichnen und legen nahe, dass mutige Reformen für einen Umschwung sorgen können.  

Allgemeine Konjunktureinschätzung auf neuem Tiefstand

Die Grundstimmung unter den Jungunternehmen hat zu Jahresbeginn 2016 einen Tiefstand erreicht. Mit 48 Prozent gehen mit Abstand die meisten Befragten von einer schlechter werdenden gesamtwirtschaftlichen Lage Österreichs aus – ein Anstieg von 7 Prozent im Vergleich zum Sommer 2015. Nur mehr 13 Prozent (-2%) glauben an einen Aufschwung, wogegen 39 Prozent mit einer gleich bleibenden Lage rechnen. „Auch wenn knapp die Hälfte der Befragten von einer Verschlechterung der Wirtschaftslage in Österreich ausgeht, sind wir Jungunternehmer weiterhin bereit anzupacken. Diese Optimismus-Tankstellen der österreichischen Wirtschaft dürfen durch den fehlenden Reformeifer der Regierung nicht auch noch austrocknen“, so Rohrmair-Lewis. 

Leichter Anstieg bei Investitionen möglich

Etwas bessere Werte offenbart der aktuelle Konjunkturbarometer hinsichtlich der geplanten Investitionstätigkeiten. Hier geben 21 Prozent (+5%) an, ihre Investitionen im Jahr 2016 erhöhen zu wollen. Bei 41 Prozent (-2%) werden sie gleich bleiben und 34 Prozent (-6%) planen, diese zu verringern. Damit konnte bei der Investitionsbereitschaft der Talsohle vom Sommer 2015 überwunden werden.  

Dennoch zeigen sich die Jungunternehmer sehr vorsichtig, was man bei der Einstellung zu neuen Mitarbeitern ablesen kann. Knapp drei Viertel (73%) planen nämlich, kein neues Personal einzustellen. Besonders bitter dabei ist, dass das nach wie vor 50 Prozent dezidiert ausschließen. Auch die Betriebe, die Mitarbeiter aufnehmen wollen, sind weniger geworden: 11 Prozent sagen ja (-2%), 14 Prozent eher ja (-1%).  

Bei der Kostensituation konnte der schlimmste Negativtrend gestoppt werden und auch bei der Ertragslage gibt es positive Anzeichen. 21 Prozent erwarten eine Verbesserung (+2%), 40 Prozent rechnen mit einer konstant bleibenden Ertragslage (+1%) und 33 Prozent sehen eine Verschlechterung auf sich zukommen (4%). Von einer echten Trendumkehr zu sprechen, ist aber noch zu früh. Im langfristigen Vergleich bleiben die Werte nämlich bescheiden. 

Klarer Appell: Jetzt muss der Reformmotor gestartet werden

Im nach wie vor trüben Konjunkturausblick sieht der JW-Bundesvorsitzende einen eindeutigen Auftrag: „In Zeiten von mäßigen Wachstumsraten brauchen wir in Österreich endlich effektive Impulse, wie einen Beteiligungsfreibetrag von 100.000 Euro und eine Lohnnebenkostenbefreiung für den ersten Mitarbeiter im ersten Jahr. Nur so können wir unsere vielversprechenden, jungen Unternehmen stärken und deren Potential für Wachstum, Innovation und Jobs ausschöpfen.“  

In Richtung Bundesregierung meint Rohrmair-Lewis: „Das Alternativfinanzierungsgesetz sowie die Aufstockung der AWS-Garantien waren im letzten Jahr erste wichtige Schritte, die von den Jungunternehmern positiv aufgenommen wurden. Für einen echten Stimmungsaufbruch muss aber endlich der Reformmotor gestartet und die großen Baustellen angegangen werden. Das ist jetzt die große Chance für die Bundesregierung.“  

Unternehmer notwendig für Österreich

Diese Forderungen sowie die großen Herausforderungen von Wachstumsflaute bis Massenarbeitslosigkeit beinhalten eine klare Botschaft: „Die großen Chancen des digitalen Wandels lassen sich nur dann in Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand in Österreich verwandeln, wenn man Unternehmer fördert und sie nicht als Melkkuh der Nation versteht. Dazu brauchen wir ein neues, unternehmerisches Mindset statt Bürokratiewahnsinn und staatliche Bevormundung“, stellt Rohrmair-Lewis abschließend fest. (PWK012/ES)

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