th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Positive Bilanz: 1 Jahr Energieeffizienzgesetz

Wirtschaft hat alle Einsparziele erfüllt

Organisatorische und technische Verbesserungen können Meldeaufwand weiter reduzieren - Stromlieferanten müssen Energieeffizienzzuschläge an betriebliche Kunden rückerstatten
©

Der 14.2.2016 war laut dem neuen Energieeffizienzgesetz der erste „Zahltag“. Nun haben Wirtschaftsministerium und Monitoringstelle die erfreulichen Ergebnisse präsentiert: Die Einsparverpflichtungen wurden nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen und die Kosten der Zielerreichung für Betriebe etwa auf ein Viertel früherer Befürchtungen reduziert.

Für das erste Verpflichtungsjahr konnten zwei Maßnahmenjahrgänge herangezogen werden 2014 und 2015, um den Start des aufwändigen Systems zu erleichtern. Die Tatsache, dass heuer die Ziele deutlich übertroffen werden konnten, lässt nicht ohne weiteres darauf schließen, dass dies auch in den Folgejahren der Fall sein wird.

Die anerkennenswerten heurigen Einsparergebnisse waren möglich, weil „in letzter Sekunde“ die dringend benötigten Anrechnungsmodalitäten festgelegt wurden. „Ohne diese Partitur, in die wichtige Anliegen und Vorschläge der WKÖ eingeflossen sind, hätte das Orchester das Musikstück nicht so wohlklingend aufführen können. Damit entstand jene Rechts- und Planungssicherheit, die Voraussetzung jeglicher Investitionen in Effizienzmaßnahmen ist, meint Stephan Schwarzer, Leiter der WKÖ-Abteilung Umwelt- und Energiepolitik.

Als wichtige nächste Schritte sieht die Wirtschaftskammer Verbesserungen im organisatorischen und technischen Bereich, sowie die Ergänzung des Methodenhandbuchs durch weitere Maßnahmentypen, um den Dokumentationsaufwand für die Wirtschaft weiter zu verringern.

Verhandlungserfolg trägt Früchte

Das Herzstück des Energieeffizienzgesetzes (EEffG) ist die Übertragung von Energieeffizienzmaßnahmen. Denn die Energielieferanten können ihre Einsparverpflichtungen im Regelfall nur durch Erwerb von Maßnahmen bei Dritten erfüllen. Hier konnte die Wirtschaftskammer erreichen, dass Betriebe, die Maßnahmen gesetzt haben, diese für die folgenden Verpflichtungsjahre zurücklegen und erst zu einem anderen Zeitpunkt an Energielieferanten übertragen können. Auf ein Ablaufdatum wurde verzichtet.

Die WKÖ hat immer gesagt, dass die Wirtschaft freiwillig in Energieeffizienzverbesserungen investiert, wo immer dies wirtschaftlich und praktisch möglich sind. Die Bilanz 2015 bestätigt das nun eindrucksvoll: 2015 und im Vorjahr wurden mehr Maßnahmen als vorgeschrieben gesetzt. Das hilft in den kommenden Jahren bei der Erfüllung der gesetzlichen Ziele. Das eingetragene Volumen betrieblicher Maßnahmen von 11 Petajoule übertrifft alle Erwartungen.

Kosten auf ein Viertel gesenkt – Kostensenkungen an Betriebe weitergeben

Worst-Case-Berechnungen der Energiewirtschaft gingen davon aus, dass die ersatzweise Erfüllung der Einsparverpflichtungen durch Ausgleichszahlungen rund 300 Mio. Euro jährlich kosten würde, wenn keine anrechenbaren Maßnahmen definiert seien. Tatsächlich wird der Großteil der Verpflichtungsvolumens aber durch realisierte Effizienzmaßnahmen abgedeckt, teure Ausgleichszahlungen sind somit kaum erforderlich gewesen. Dies machte die am 1. Jänner 2016 in Kraft getretene Verordnung möglich. Auf den Handelsplätzen wurden Maßnahmen in der Größenordnung von bloß 5 Cent pro Kilowattstunde gehandelt. Dies ist ein Viertel des Tarifs der Ausgleichszahlung (20 Cent). Somit konnten die Kosten um 75 % gesenkt werden. Von dieser Senkung der Kosten profitieren die Betriebe. Sofern sie Accontozahlungen in höherem Ausmaß bezahlt haben, sind die Mehrkosten zu refundieren.

Wie Kunden berichten, haben Stromlieferanten mit der Rückzahlung bereits begonnen. Ob Energieeffizienzzuschläge an sich bei laufendem Vertrag eingehoben werden dürfen, ist strittig und letztlich von der konkreten Ausgestaltung des Dauerlieferungsvertrags abhängig.

Weitere Reduktion des Meldeaufwandes geboten und möglich

Das Einmelden von tausenden Maßnahmen ist mit entsprechendem administrativen Aufwand verbunden, denn es müssen Daten erhoben, Unterlagen zusammengestellt und Meldeformulare ausgefüllt werden. Erfreulicherweise hat die Maßnahmendatenbank den Anforderungen im Wesentlichen Stand gehalten. Dennoch gibt es Verbesserungsmöglichkeiten im technisch-organisatorischen Bereich, bei der Abstimmung der Meldeinhalte und vor allem auch bei der anzustrebenden Bündelung breitenwirksamer Maßnahmen, um von individuellen Eingaben wegzukommen.

Die Wirtschaft begrüßt, dass die Monitoringstelle und das Wirtschaftsministerium als deren Auftraggeber dazu bereits Bereitschaft signalisiert haben. Je geringer die Transaktionskosten sind, desto stärker wirken die zu erzielenden Erlöse als Anreize für die Maßnahmensetzer. Ein weiterer Weg zur Minimierung des Meldeaufwands ist die Erweiterung der vorweg anerkannten Methoden für Effizienzmaßnahmen.

Eindrucksvolle Zahlen auf Energielieferantenseite

Lieferanten haben insgesamt Maßnahmen im Umfang von knapp 10 PJ für das Verpflichtungsjahr 2015 gemeldet. Damit haben sie ihre Verpflichtung um 70 % übererfüllt. Sogar der verpflichtend vorgeschriebene Anteil von 40 % an Energieeffizienzmaßnahmen im Haushaltsbereich, ein sehr hochgestecktes Ziel, wurde im ersten Jahr erfüllt. In diesem Bereich wurden 5 PJ eingespart, somit deutlich mehr als die vorgegebenen 2,2 PJ.  

Rückfragen
Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik
Univ. Doz. Dr. Mag. Stephan Schwarzer
T: +43 5 90 900 4195
E: stephan.schwarzer@wko.at 

Das könnte Sie auch interessieren

  • Weitere Erfolge
Newsportal Duale Ausbildung noch attraktiver

Duale Ausbildung noch attraktiver

Weiterentwicklung mit zahlreichen Verbesserungen mehr

  • Weitere Erfolge
Newsportal Moderner Markenschutz

Moderner Markenschutz

Kosten sinken, Formvorschriften werden gelockert mehr

  • Weitere Erfolge
Newsportal Kreativwirtschaftsscheck

Kreativwirtschaftsscheck

Förderung für KMUs geht in die nächste Runde mehr