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Beschäftigung Älterer – Anreize statt Strafen

Position der WKÖ


2018 waren in Ö 76,2 % der Menschen im erwerbsfähigen (20 – 64) Alter erwerbstätig[1], in der EU 73,1%. Bei den 55 bis 64Jährigen waren 2018 in Ö 54,0% erwerbstätig im EU-Schnitt waren es 58,7%. Hauptgrund für die unterdurchschnittliche Erwerbsbeteiligung Älterer ist das frühe Pensionsantrittsalter in Ö. Auch stabile Dienstverhältnisse älterer Beschäftigter, Arbeitsrecht und höhere Lohnansprüche erschweren die Reintegration älterer Arbeitsloser.  

Der Arbeitsmarkt Älterer

2018 waren in Österreich1,03 Mio. Personen über 50 unselbständig beschäftigt, ein Plus von 5,6% (+54.000) gegenüber dem Vorjahr. Bei den unter 50-Jährigen stieg die Beschäftigung im selben Zeitraum nur um 32.200 (+1,2%) Personen an.  

Erwerbsquoten der 50 plus in Prozent  

Entwicklung Erwerbsquoten
© WKÖ Quelle: BALIWeb Sozialministerium, Anteil der Erwerbspersonen (= Arbeitnehmer, Selbständige und Arbeitslose) an der Wohnbevölkerung, Abfrage Mai 2019

Die Grafik zeigt einen kräftigen Anstieg der Erwerbsquote in den letzten Jahren. Die Erwerbsquoten sinken jedoch stark ab, sobald der Pensionsantritt möglich wird – bei Frauen früher als bei Männern. Das faktische Pensionsantrittsalter lag unter Einbeziehung der Reha-Geldbezieher in Ö 2018 bei nur 59,6 Jahren[2].  


Arbeitslosenquote der 50+ nur knapp über dem Durchschnitt

2018 waren 8,7% der 50 plus arbeitslos (-0,8%-Punkte ggü. 2017), über alle Altersgruppen waren es 7,7% (-0,8%-Punkte). Unter Einbeziehung der Schulungsteilnehmer liegt die Al-Quote der 50 plus sogar etwas unter der allgemeinen Arbeitslosenquote. Ältere sind somit nicht stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als andere Altersgruppen. Werden sie allerdings arbeitslos, dauert die Rückkehr in die Beschäftigung länger. 2018 dauerte die Jobsuche bei den 50 plus 184 Tage, im Schnitt aller Altersgruppen 125 Tage. Hauptgründe dafür sind die höhere Beschäftigungsstabilität von Älteren in Unternehmen. Das bedeutet niedrige Fluktuation und damit weniger offene Stellen für Ältere. Gesundheitliche Einschränkungen: 40% der Arbeitslosen 50+ haben gesundheitliche Einschränkungen (alle Altersgruppen: 23,6%). 

In Deutschland ist der Anteil der 60-Plus im Erwerbsleben doppelt so hoch wie in Österreich

Deutschland, Anteil der 60-Plus im Erwerbsleben
© WKÖ Quelle: Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung, Werte für 2018

Hauptursachen Pensionssystem und Pensionsmentalität

Hauptursachen für die geringe Erwerbsintegration Älterer sind das Pensionssystem, das trotz aller Reformen einen frühen Pensionsantritt ermöglicht, sowie das immer noch niedrigere gesetzliche Frauenpensionsalter von 60 Jahren.  

Maßnahmen zugunsten der Beschäftigung Älterer

Im Interesse aller ist die Beschäftigung Älterer zu steigern: Die Betroffenen erzielen so höhere Einkommen und Pensionen. Die Unternehmen halten oder bekommen qualifizierte Arbeitskräfte mit viel Erfahrung. Das Sozial-, insbesondere das Pensionssystem bleibt finanzierbar.  

  1. Pensionssystem: Dem Hauptproblem, dem frühen Pensionsantrittsalter, kann nur an der Wurzel, nämlich im Pensionssystem begegnet werden. Notwendig wäre eine bessere AM-Integration nach erfolgter Rehabilitation, höhere Altersgrenzen bei Frühpensionen, die Koppelung des gesetzlichen Pensionsalters an die Lebenserwartung nach dem Vorbild vieler anderer EU-Länder.  
  2. Löhne: Ältere Arbeitskräfte sind für Unternehmen teurer als Jüngere: Sie haben aufgrund der Seniorität in vielen Kollektivverträgen Anspruch auf einen höheren Lohn, mehr Urlaub, längere Entgeltfortzahlung im Krankenstand, Jubiläumsgelder, längere Kündigungsfristen, etc. Da die Produktivität Älterer oft nicht entsprechend höher ist, haben Jüngere am Arbeitsmarkt Vorteile. Gegengesteuert werden kann:
  • durch eine gezielte Senkung der Lohnnebenkosten für ältere Arbeitskräfte
  • durch eine Abflachung der Einkommensentwicklung in den Kollektivverträgen, wie in der Industrie, im Handel, bei Banken und im IT-Sektor schon umgesetzt. 
  1. Altersteilzeit: Die Altersteilzeit fördert einen teilweisen Rückzug aus dem Erwerbsleben. Bis Jänner 2019 stiegen die Personen in Altersteilzeit auf 44.800 Personen an. De facto eine neue teure Form der Frühpension. 2018 machten die jährlichen Kosten fast ½ Milliarde Euro aus. Das Antrittsalter für die Altersteilzeit wird bis 2020 auf 55/60 Jahre angehoben.  
  2. Beschäftigungsanreize: Die Eingliederungsbeihilfe (EB) des AMS geht an Unternehmen, die ältere Arbeitslose einstellen. Evaluierungen zeigen, dass die EB die Beschäftigung Älterer wirksam und dauerhaft steigert und viel weniger kostet, als andere Förderungen für ältere Arbeitslose. Die wirksame EB für Ältere ist daher fortzusetzen.



[1] Quelle: Eurostat, Erwerbstätigenquote; Anteil der erwerbstätigen Personen (ohne Arbeitslose) im Alter zwischen 20 und 64 Jahren an der Gesamtbevölkerung derselben Altersklasse.

[2] Bei der Berechnung des Durchschnittsalters wird das Rehabilitationsgeld statistisch wie eine befristete Invaliditätspension behandelt.

 


Autor: Mag. Maria Kaun
Stand: Mai 2019


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