th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

WKO-Analyse: Mobilität – Ein Grundbedürfnis für Wirtschaft und Gesellschaft

Räumliche Mobilität umfasst die physische Beweglichkeit von Personen und Gütern sowie von Dienstleistungen und Kapital. Zudem stellt die Übermittlung von elektronischen Daten ebenso ein zentrales Element der räumlichen Mobilität dar.

Räumliche Mobilität (in weiterer Folge kurz als Mobilität bezeichnet) geht weit über das Thema Verkehr hinaus. Es ist ein Grundbedürfnis der Gesellschaft und eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren einer Marktwirtschaft, mobil sein zu können – und somit auch eine Voraussetzung für den Wohlstand. Nur mit Mobilität sind die Entwicklung eines Gemeinwesens, der Güter- und Arbeitsmärkte sowie der Zugang zu Bildung und zu den Leistungen von Wirtschaft und Staat möglich. 

Mobilität bedeutet Beweglichkeit auf verschiedenen Ebenen, beispielsweise:

  • räumliche Mobilität
  • Verkehrsmobilität
  • soziale Mobilität
  • geistige Mobilität (inkl. Wissensaneignung,
    Wissensvermittlung)

Räumliche Mobilität (in weiterer Folge kurz als Mobilität bezeichnet) geht weit über das Thema Verkehr hinaus. Es ist ein Grundbedürfnis der Gesellschaft und eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren einer Marktwirtschaft, mobil sein zu können – und somit auch eine Voraussetzung für den Wohlstand. Nur mit Mobilität sind die Entwicklung eines Gemeinwesens, der Güter- und Arbeitsmärkte sowie der Zugang zu Bildung und zu den Leistungen von Wirtschaft und Staat möglich. 

Um heute Mobilität zu ermöglichen, bedarf es:

  • Infrastrukturen – sie bilden die sog. Verkehrsträger und die dafür nötigen Anlagen (Straße, Schiene, Häfen, Flughäfen, Leiteinrichtungen, IKT-Netze etc.)
  • Verkehrsmittel (zu Fuß, Fahrrad, Kfz, Schiff, Flugzeug)
  • Energie für Betrieb der Infrastrukturen und Verkehrsmittel
    (Muskelkraft, Benzin, Diesel, Erdgas, elektrischen Strom, Wasserstoff)
  • Verkehrssteuerung über IT-Systeme
    (Lenkung komplexer Verkehr, vgl. auch Intelligente Verkehrssysteme)

Mobilitätsbedürfnisse

Das Bedürfnis nach Bewegung oder Mobilität entsteht durch den Willen einer Person, die eigene Position oder die eines Gutes im Raum zu verändern. Gründe dafür können insbesondere wirtschaftlicher sowie persönlicher Natur sein. Zu beachten ist, dass sich die Mobilitätsbedürfnisse einer Gesellschaft auch über Jahrzehnte nur geringfügig verändern. Was sich jedoch verändert, ist das individuelle Verkehrsverhalten, um ein jeweiliges Mobilitätsbedürfnis zu befriedigen. Dies liegt vorrangig am technologischen Fortschritt, aber auch an der individuellen Nutzungsmöglichkeit von bestimmten Verkehrsmitteln.

Mobilitäts-
bedürfnisse einer Gesellschaft
ändern sich nur
geringfügig

Beispielsweise hatten auch frühere Generationen Mobilitätsbedürfnisse hinsichtlich Arbeit, Einkauf und Freizeitgestaltung. Heute stehen den Menschen andere Mobilitätsangebote zur Verfügung, zudem wird mit IT-Lösungen eine physische Mobilität durch eine digitale Mobilität zum Teil ersetzt (z.B. Home-Office, E-Commerce, Video on Demand etc.), aber zum Teil entsteht wieder neuer physischer Mobilitätsbedarf.

Das Mobilitätsbedürfnis ist im Tages- und Lebensablauf jedes Einzelnen eingebettet. Daher sind Gestaltung und Entwicklung der Mobilität im Spannungsfeld von Wirtschaft und Gesellschaft von unterschiedlichen Faktoren begleitet:

  • Kosteneffizienz
  • Zeiteffizient
  • Umweltgerechtigkeit
  • Nachhaltigkeit
  • konkurrierende Ansprüche an die Nutzung des geographischen Raums

Das jeweilige Mobilitätsverhalten steht dabei im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen, den räumlichen Verhältnissen und dem Verkehr- bzw. Leistungsangebot. Die sozialen Rahmenbedingungen beinhalten Merkmale wie Alter, Geschlecht, Nutzungsvoraussetzung und Nutzungsverfügbarkeit, Stellung im Erwerbsprozess, Haushaltseinkommen und auch Lebenszyklus
einer Person, ihrer aktuellen Rolle und ihrer Prioritäten (Pendler, Urlauber, Käufer).

Für Unternehmen ergeben sich zur Mobilität mehrere Fragestellungen, z.B.:

  • Wie erreichen Kunden und Mitarbeiter den Unternehmensstandort?
  • Wie werden Grundstoffe und Produkte von und zu den Produktionsstandorten 
    und Märkten geliefert bzw. wie werden Datenpakete übermittelt?
  • Dabei sind Kosten- und Wettbewerbsaspekte zu berücksichtigen.
Individuelles Mobilitätsverhalten wird von persönlichen und externen Rahmen-
bedingungen bestimmt

Verkehrs- bzw. Übertragungsmittelwahl

Die Wahl von Verkehrsträgern und Transport- bzw. Übertragungsmitteln richtet sich nach technischen Aspekten und individuellen Präferenzen:

  • Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit
  • physische und gesetzliche Nutzungsregelungen
  • Transport- und Reisezeit sowie Übertragungsdauer
  • Transport- und Reisekosten bzw. Kosten für Datenübermittlung
  • Ladevolumen bzw. Transportkapazitäten
  • ökologische Verträglichkeit und Sicherheit

Darüber hinaus beeinflussen gesellschaftliche Zwänge, wirtschaftliche Möglichkeiten und soziale Erwartungshaltungen die Entscheidung, welches Verkehrs- oder Übertragungsmittel genutzt wird. Dies wird auch von technologischen Möglichkeiten und Innovationen beeinflusst. Im Güterverkehr bestimmen auch Kundenwünsche und Imageaspekte die Verkehrsmittelwahl.

In der Erfüllung der Mobilitätserfordernisse arbeiten private Anbieter und die öffentliche Hand arbeitsteilig zusammen und erbringen Mobilitätsleistungen. Grund-
legende Infrastrukturen werden aufgrund ihrer volkswirtschaftlichen Relevanz vom Staat bereitgestellt, die als meritorische Güter zu sehen sind (z.B. Autobahnen, Bahnstecken, Leiteinrichtungen).

Auch in einem vollständig liberalisierten Markt wie im Bereich der Telekommunikation greift der Staat im Falle eines Marktversagens ein, wenn beispielsweise aufgrund geringer Nachfrage im ländlichen Raum ein betriebswirtschaftlicher Breitbandausbau nicht möglich ist. Hier werden mit Förderungen aus der „Breitband-Milliarde“ Anreize für den Ausbau geschaffen.

Mobilitäts-
leistungen privater Anbietern und öffentlicher Hand


Transport-, Logistik- und IT-Leistungen und teilweise auch Infrastrukturleistungen sind in jeder Volkswirtschaft ein bedeutender Wirtschaftszweig, der buchstäblich als  Bindeglied zwischen Anbietern und Nachfragern fungiert (z.B. Taxis, Speditionen, Fuhr- und Flugunternehmungen, Seilbahnen etc.), wobei dessen Leistungen zum Teil internationale Bedeutung haben (z.B. Transport und Logistik, internationale Flughäfen).

Zur Gewährleistung einer hohen Effizienz des Transportsystems und einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft müssen die Infrastrukturen komodal ausgerichtet sein. Das bedeutet, dass die Infrastrukturen bedarfsorientiert und leistungsfähig ausgebaut werden, um die Vorteile der jeweiligen Verkehrsträger bereitstellen zu können.
Damit wird die effiziente Nutzung der Infrastrukturen optimiert– sowohl jene von einzelnen Verkehrsträgern alleine als auch die multimodale Kombination verschiedener Verkehrsträger. Komodalität ermöglicht dem jeweiligen Nutzer eine – aus ökonomischer und ökologischer Sicht – optimale Verkehrsträgerwahl.

Komodalität für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft



Kenngrößen der Mobilität 

Basierend auf statistischen Erhebungen und Mobilitätsbefragungen gibt es unterschiedliche Kenngrößen, mit denen die Mobilität im regionalen Vergleich oder im zeitlichen Verlauf charakterisiert und dargestellt werden kann. Ein wichtiges Maß ist der Modal Split, also die Verteilung des Transportaufkommens nach Verkehrsmitteln oder Verkehrsträgern, weil dies unmittelbare Auswirkungen auf die dafür nötigen Infrastrukturinvestitionen hat. Der Modal Split kann sowohl für den Personenverkehr als auch für den Güterverkehr dargestellt werden.

Beispiel einer Mobilitätskenngröße: 

Güter-Modal Split im Landverkehr 2016 in Österreich im Vergleich mit der EU

Kuchengrafi Eurostat
© wkö Güterverkehr (Anteil an Verkehrsleistung in Tonnen-Kilometer in %)

Weitere Kennzahlen zur Mobilität, die vor allem aus Mobilitätsbefragungen ermittelt werden, sind:

  • Häufigkeit der Nutzung bzw. der Wege (beispielsweise an einem Werktag)
  • Länge der Wege
  • Wegzeiten bzw. Nutzungsdauer
  • Wege- bzw. Transportketten

 Ziel der Befragungen ist die Kenntnis des Mobilitätsverhaltens und der Mobilitätspräferenzen im Güter- und Personenverkehr sowie bei IT-Anwendungen, um das Mobilitätsumfeld optimal zu gestalten.


Themenstellungen zur Mobilität für die Wirtschaftskammer Österreich

Die Stabsabteilung Wirtschaftspolitik der Wirtschaftskammer Österreich setzt sich systematisch mit dem breiten Thema der Mobilität für die Unternehmen in Österreich auseinander. Themenstellungen, die dazu behandelt werden, sind z.B.:

  • Mobilität der Zukunft – Anforderungen und Chancen für die Wirtschaft (Personen und Güter)
  • Wirkungen und Optionen für die Sicherung von Mobilität in Hinblick auf Wirtschaftsstandort und Wettbewerbsfähigkeit und Optionen für den Bau und
    Betrieb von Infrastrukturen
  • Chancen für Unternehmen aus einem betrieblichen, lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Mobilitätsmanagement
Mobilität von
Personen, Gütern, Dienstleistungen
und digitalen Daten als Zukunftsthema

Fazit

Ein auf die Zukunft ausgerichteter Staat plant die erforderlichen Infrastrukturen in vorausschauender Weise und setzt angemessene Rahmenbedingungen für nutzerorientierte Transportdienstleistungen. Dies muss unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Wirtschaft und Bevölkerung sowie hinsichtlich Umwelt und Bodenverbrauch erfolgen. 

Solche Themenstellungen der Mobilität haben für die Wirtschaftskammer Österreich zunehmende Bedeutung und werden in enger Abstimmung zwischen Abteilungen, Sparten und Fachverbänden umgesetzt. 

Weitergehende Abstimmungen und Einbindungen zu den Themenstellungen der Mobilität erfolgen mit den EU-Institutionen sowie in Österreich auf den Bundes-, Landes- und  Gemeindeebenen, mit öffentlichen und privaten Unternehmen sowie mit weiteren Nutzergruppen.

Das könnte Sie auch interessieren

  • 2009

Novelle des Eisenbahngesetzes 1957 und des Schieneninfrastruktur-Finanzierungsgesetzes

Österreich übernimmt das Dritte EU-Eisenbahnpaketes in nationales Recht mehr

  • News
WKÖ-Präsident Christoph Leitl mit den Siegern des JUNIOR-Wettbewerbs 2017 vom Gymnasium Stainach

WKÖ-Präsident Leitl zeichnete die erfolgreichsten Schüler-Unternehmen aus

Sieger des JUNIOR-Wettbewerbs 2017 ist die „5pm Junior Company“ des Gymnasiums Stainach mehr

  • Analyse Wirtschaftspolitik

WKO Analyse: Immaterielle Investitionen in Österreich

Oktober 2017: Publikation der Stabsabteilung Wirtschaftspolitik mehr