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Lehrberufe-Schnuppern in der virtuellen Welt: Ab sofort auch an den Schulen

WKÖ-Kühnel, BM Polaschek, StS Plakolm: Digitale Möglichkeiten in der Berufsorientierung nutzen 

v.l.n.r. WKÖ-Projekt VR-Brillen zur Berufinformation: StS Claudia Plakolm, stv WKÖ-Generalsekretärin Mariana Kühnel sowie Bildungsminister Martin Polaschek mit Schüler:innen
© WKÖ/Nadine Studeny v.l.n.r. WKÖ-Projekt VR-Brillen zur Berufinformation: StS Claudia Plakolm, WKÖ-Generalsekretär-Stv. Mariana Kühnel sowie Bildungsminister Martin Polaschek mit Schüler:innen

Wie fühlt sich das an, als Hochbauerin in luftiger Höhe eine Betondecke zu gießen? Was genau macht ein Hafner? Und wie sieht der Arbeitsplatz einer Kälteanlagentechnikerin aus?

Virtuelle Realität macht’s möglich: Österreichs Jugendliche können solche Erfahrungen jetzt recht unmittelbar erleben.  Die Virtuellen Betriebsbesichtigungen, ein Projekt der WKO Bildungsoffensive, lassen in Berufswelten „eintauchen“ und führen exemplarisch typische Arbeitssituationen vor.

Mittlerweile stehen dafür österreichweit 160 Virtual-Reality-(VR)-Brillen in allen WKO Berufsinformationszentren zur Verfügung. Durch ein Technologie-Update kann nun aber jedes handelsübliche Smartphone zur VR-Brille werden – mit einem günstigen Karton-VR-Aufsatz.  Dadurch kommt die App ab diesem Schuljahr auch im  Berufsorientierungsunterricht an den Schulen zum Einsatz. Schüler:innen können sich quasi in Betriebe „teleportieren“, umsehen und von Alterskolleg:innen direkt am Arbeitsplatz ihren Lehrberuf vorstellen lassen.

80 Berufsbilder stehen momentan zur Verfügung, davon bereits 40 mit hochmoderner 3D-VR-Rundum-Technologie und Raumklang, laufend kommen neue Berufsbilder dazu. Die Virtuellen Betriebsbesichtigungen sind zudem über Computer oder Notebook zugänglich, am Smartphone oder Tablet ermöglicht die Gyroskop-Funktion, sich (auch ohne VR-Brille) um 360 Grad zu drehen und frei umzusehen (wko.at/vbb).

„Schule ist Zukunftsplatz! Wir schreiben also die Geschichte von morgen! Das Bildungsressort ist nicht zuletzt mit dem neuen Pflichtfach „Digitale Grundbildung“ und der Geräteinitiative Digitales Lernen ein Motor für digitale Skills. Die „Digitale Kompetenzoffensive“ bietet willkommenen Rückenwind für eine digital-innovative Bildungslandschaft, die durch verlässliche digitale Kompetenzen sicherstellt, dass wir digitale Chancen bestmöglich nutzen können. Mit den neuen VR-Brillen, die im Zuge der WKÖ-Initiative zur Verfügung gestellt werden, bekommen die Schülerinnen und Schüler eine weitere Möglichkeit Digitalisierung in unseren Schulen zu leben!“, so Bildungsminister Martin Polaschek.

„Die virtuelle Realität ermöglicht Digital Natives ein spielerisches Eintauchen in die künftige Arbeitswelt und vermittelt so eine spannende Live-Experience: Sehe ich mich selbst in diesem Beruf?“, sagt WKÖ-Generalsekretär-Stv. Mariana Kühnel. „Uns war wichtig, dass das ganz authentisch geschieht. Hier sind keine Schauspieler am Werk, sondern echte Betriebe und Lehrlinge, die den Alterskolleginnen und Alterskollegen auf Augenhöhe ihren Beruf präsentieren.“

„Berufsinformation ist einer der Schlüssel um die klügsten Köpfe zu gewinnen und wenn die Berufe noch dazu cool aufbereitet sind, hat man auch Lust hineinzuschnuppern. Man kann sich hier ein tatsächliches Bild von Berufen machen, von denen man vielleicht noch nie etwas gehört hat. Das Projekt der Wirtschaftskammer ist nicht nur eine tolle Sache für Schülerinnen und Schüler, sondern aus meiner Sicht ein wesentlicher Beitrag zur Imagepolitur der Lehre“, so Staatssekretärin Claudia Plakolm.

Der Überblick über die Lehrberufsangebote wird immer wichtiger - es gibt aktuell mehr als 210 Lehrberufe in Österreich; laufend kommen neue dazu und die Lehrinhalte bestehender Berufsbilder werden aktualisiert.

„Mit den Virtuellen Betriebsbesichtigungen kann sich ein interessierter Jugendlicher in kurzer Zeit viele Berufe anschauen und seine Interessen ausloten. Es hilft uns auch dabei, in Zeiten des akuten Fachkräfte- und Lehrlingsmangels den Scheinwerfer auf einige etwas weniger bekannte Lehrberufe zu lenken“, betont Kühnel. Für die Unternehmen, die um junge Mitarbeiter:innen werben, sind die hochauflösenden Videos eine attraktive „Visitenkarte“, mit der sie sich bei Bildungsmessen, an den Schulen oder im Recruiting ideal in Szene setzen können.

Und auch der erste große Schritt in Richtung Internationalisierung ist bereits gesetzt: Für drei aktuell besonders gefragte Berufe (Koch/Köchin, Elektrotechniker:in, Hochbauer:in) sind die VR-Videos auf Englisch, Albanisch und Portugiesisch verfügbar (https://international.berufe-vr.at/).

Diese internationale Version kommt besonders im Rahmen der Internationalen Fachkräfteoffensive zur Rekrutierung aus Drittstaaten zum Einsatz – für 2023 ist eine Erweiterung der Berufe vorgesehen.

Das Projekt entstand 2019 aus einem Projekt des Vereins „Lehre in Vorarlberg“ mit dem Innsbrucker VR-Unternehmen Mediasquad & VRme.eu und wurde 2020 mit der „Silbernen Victoria“ der Wirtschaftsfilmtage ausgezeichnet. Im Mai 2021 wurde das Projekt, das im Rahmen der WKO Bildungsoffensive laufend verbessert und ausgeweitet wird, erstmals österreichweit vorgestellt. (PWK524/HSP) 

Zusatzinfos

Wo kommen die Brillen zum Einsatz?

Durch die Verfügbarkeit der VR-Brillen, Karton-Brillen und der WebApp für Desktop, Tablet und Smartphone sind die Einsatzmöglichkeiten recht unterschiedlich und vielfältig: 

  • Bei den WKO Berufsinformationszentren in allen Bundesländern sind österreichweit 160 VR-Brillen im Einsatz (Adressen und Kontakte siehe hier)
  • Pro Jahr absolvieren 65.000 Jugendliche einen Talente Check, somit werden rund 70 Prozent der 13-bis 14-Jährigen erreicht.
  • Sie kommen im Berufsorientierungsunterricht in den Schulen zum Einsatz
  • Es gibt jährlich Kontakte mit 200.000 Besucher:innen von Bildungsmessen
  • Über den Berufsinformationscomputer BIC.at gibt es 650.000 Zugriffe (hier sind die Videos in den Lehrberufsprofilen verlinkt)
  • Die Virtuellen Betriebsbesichtigungen sind eingebunden in unsere Plattform „Schule trifft Wirtschaft“, die Pädagog:innen adressiert (WebApp)


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