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Lebensmittelhandel: Preisexplosion bei Energie und Vorleistungen erfordert staatliche Entlastungsmaßnahmen für Konsumenten und Unternehmen

WKÖ-Bundesgremialobmann Prauchner: Lebensmittel müssen für alle leistbar und die Betriebe entlang der Lieferkette überlebensfähig bleiben

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Die aktuellen internationalen Entwicklungen, die teils zu massiven Preissteigerungen bei Agrarrohstoffen, Energie, Verpackungen und Transport führen, bereiten auch dem Lebensmittelhandel Sorge. Denn die Kostensteigerungen, die durch den Krieg in der Ukraine weiter angeheizt werden, schlagen auf die Preise entlang der gesamten Lebensmittelkette durch: So stieg die Inflationsrate in Österreich im Februar auf knapp 6 Prozent, die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise erhöhten sich bereits im Jahr 2021 um 10 Prozent, bei pflanzlichen Produkten laut Statistik Austria sogar um 19 Prozent. Hinzu kommen nun die explodierenden Energiekosten.

"Angesichts der signifikanten Kostensteigerungen entlang der gesamten Lebensmittelkette ist es unvermeidbar, einen Teil der Mehrkosten auch an die Konsumenten weiterzureichen. Dadurch kommt es auch im Lebensmittelhandel aktuell zu punktuellen Preisanstiegen in betroffenen Produktkategorien. Und es ist damit zu rechnen, dass die Preissituation in der ersten Jahreshälfte 2022 weiter angespannt bleiben wird“, sagt Christian Prauchner, Obmann des Bundesgremiums Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).  

"Um die Kostensteigerungen zu meistern, braucht es ein gemeinsames, koordiniertes und behutsames Vorgehen aller Partner der Lieferkette. Nur so ist sichergestellt, dass Lebensmittel in Österreich weiterhin für alle leistbar bleiben und gleichzeitig die Betriebe entlang der Lieferkette wirtschaftlich überlebensfähig bleiben“, so Prauchner. Hingegen seien einseitige und unsachliche Schuldzuweisungen an einzelne Stufen in der Lebensmittelkette seitens der Politik wenig hilfreich. 

"Die Politik ist dringend gefordert, die Konsumenten und Unternehmen in Österreich durch gezielte Entlastungen zu unterstützen, beispielsweise im Steuerbereich“
Christian Prauchner, Obmann Bundesgremium Lebensmittelhandel 

Die im Lebensmitteleinzelhandel erzielten Umsatzrenditen liegen mit 0,9 Prozent deutlich unter jenen der Vorstufen, d.h. von 100 Euro Umsatz verbleibt weniger als 1 Euro als Gewinn (vor Steuer) beim Lebensmittelhandel. "Die Branche befindet sich damit in einer Klammer-Situation: Wir sind einerseits mit steigenden Einkaufspreisen konfrontiert, andererseits mit dem Erfordernis von maßvollen Preisanhebungen für Konsumenten bei gleichzeitig extrem knapp kalkulierten Margen“, schildert Prauchner. Darüber hinaus belasten die steigenden Energiekosten auch die Lebensmittelhändler selbst massiv.
"Allein der Stromtarif, etwa für den Betrieb von Kühlanlagen, beträgt im März das Drei- bis Vierfache als noch im Februar. Dazu kommt der laufend teurer werdende Treibstoff. Es gilt daher alles zu tun, um die explodierenden Energiekosten abzufedern“, sagt Prauchner abschließend.

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