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WKÖ-Wirtschaftsbarometer Sommer 2021

Zuversicht steigt - Jetzt Recovery unterstützen

Positiver Ausblick der Unternehmen

Die aktuellen Befragungsergebnisse zeigen eine deutliche Verbesserung der Erwartungen der Unternehmen. Die Erwartungsindikatoren liegen alle im positiven Bereich und erreichen wieder das Vorkrisenniveau. Die nächsten ein bis drei Jahre werden für mehr als 40 % entscheidend, um das Vorkrisenniveau zu erreichen. Daher gilt es, diese Phase durch gezielte Maßnahmen zu flankieren, um die Rahmenbedingungen für die Wiederkehr der Wirtschaft zu schaffen.

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© WKÖ

In allen Erwartungsindikatoren weisen die Unternehmen mehrheitlich optimistische Erwartungen auf. Die Erwartungssalden liegen im positiven Bereich und zum großen Teil wieder über dem Vorkrisenniveau. Insbesondere Auftragslage und Umsätze sollten sich in den kommenden 12 Monaten verbessern. Die Impulse kommen dabei aus dem Inland und Export. Weiters fallen die Salden für Beschäftigung und Investitionen positiv aus, das bedeutet, dass mehr Unternehmen aufstocken als abbauen wollen. Deutlich steigend sind die Preiserwartungen, bedingt durch gestiegene Kosten. 

Unterschiede nach Branchen

Dabei schätzen die Wirtschaftsbereiche die weitere Entwicklung sehr unterschiedlich ein, und zwar vor allem danach, wie stark sie weiterhin von Einschränkungen der Geschäftstätigkeit betroffen sind. Besonders deutlich fällt die Verbesserung des Ausblicks in der Industrie aus.

Zuversicht steigt mit zunehmender Größenklasse

Die mittleren und großen Unternehmen äußern sich besonders positiv, insbesondere in Hinblick auf die Erwartung zu Auftragslage und Umsätzen. Während bei den kleinen Unternehmen der Saldo aus positiven und negativen Antworten zur künftigen Auftragslage bei 13 liegt, erreicht dieser bei großen Unternehmen einen Wert von 50. Kleine Unternehmen zeigen sich zudem zurückhaltender bezüglich Investitionen und Neueinstellungen. 

Wann kann das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden?

Insgesamt sagen 41 % der Unternehmen, dass die kommenden ein bis drei Jahre entscheidend werden. Rund ein Fünftel der Befragten geht vom Erreichen des Vorkri-senniveaus im kommenden Jahr aus. Mit einer Rückkehr zum Niveau vor Covid-19 rechnen 27 % der kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern in den kom-menden ein bis drei Jahren. In Summe haben 42% bereits wieder das Vorkrisenniveau erreicht, wobei dies insbesondere mittlere und große Unternehmen sind.


Bereits vor einem halben Jahr gaben 46 % der Unternehmen an, dass sie erwarten, das Vorkrisenniveau in den kommenden ein bis drei Jahren zu erreichen. Damals hatten 22 % das Vorkrisenniveau erreicht. Der Anteil der Unternehmen, die zumindest das Vorkrisenniveau erreicht haben, hat sich damit in den vergangenen 6 Monaten verdoppelt.

Aus den Erwartungen der Unternehmen lässt sich ein günstiges Bild der Entwicklung der Konjunktur in den kommenden Monaten ableiten. Insbesondere durch die schrittweise Rücknahme der Restriktionen haben sich die Erwartungen deutlich aufgehellt. Gerade diese Phase soll durch entsprechende Maßnahmen flankiert werden, um die Rahmenbedingungen für den Recovery-Prozess der Unternehmen zu unterstützen.  

Herausforderungen für 2021 und 2022

Icon Fachkräfte
© WKÖ/DMC

75 %

Fachkräftemangel

Icon Lieferengpässe
© WKÖ/DMC

58 %

Lieferengpässe

Icon Arbeitskosten
© WKÖ/DMC

49 %

Arbeitskosten

Icon Energiepreise
© WKÖ/DMC

47 %

Energiepreise


Die Rückmeldungen der Unternehmen zu den Herausforderungen für die Zeit nach Covid-19 zeigen eindeutig, dass der Fachkräftemangel als das größte Risiko eingeschätzt wird. So gehen drei Viertel der Befragten davon aus, dass der Fachkräftemangel auch in den kommenden Jahren anhalten wird.

Der Fachkräftemangel war bereits vor Covid-19 ein Problem, das sich trotz der hohen Arbeitslosigkeit in der Krise nicht aufgelöst, sondern sogar verstärkt. Zum Ende des vergangenen Jahres gaben 60 % an, dass der Fachkräftemangel ein Problem darstellt. Der Fachkräftemangel stellt vor allem für große Unternehmen eine noch höhere Herausforderung dar als für kleine Unternehmen. Während bei den kleinen 65 % angeben, dass sie den Fachkräftemangel weiterhin als Herausforderung ansehen, sind es bei den großen sogar 85 %.

Verbunden mit der Fachkräftethematik stellen auch die hohen Arbeitskosten für die Unternehmen eine Belastung dar. 55 % der kleinen Unternehmen nennen die Arbeitskosten als Herausforderung für die kommenden Jahre, bei mittleren und großen sind es jeweils 46 %.

Durch die Covid-19-Pandemie und auch temporäre globale Entwicklungen haben sich Lieferengpässe zuletzt als zunehmende Herausforderung für die Unternehmen manifestiert. Besonders betroffen sind große Unternehmen, von denen mehr als drei Viertel Lieferkettenprobleme anführen.

Steigende Energiepreise und Preise von Rohstoffen und Vorleistungen sind für alle Größenklassen herausfordernd. Überdurchschnittlich belastet sind Unternehmen aus dem Gewerbe und Handwerk, der Industrie und dem Handel.

InsgesamtGewerbe & HandwerkIndustrieHandel
Lieferkettenprobleme58 %62 %78 %71 %

Der Themenkomplex Kapital und Finanzierung stellt für über 31% der Unternehmen eine Herausforderung dar und umfasst sowohl die Rückzahlung von Covid-19 bedingten Schulden als auch Finanzierungskonditionen. Bei den kleinen Unternehmen geben sogar 48 % Kapital und Finanzierung als Herausforderung an. Bei den großen Unternehmen liegt der Wert deutlich geringer bei 13 %.  

Kleine
Unternehmen
Mittlere
Unternehmen
Große
Unternehmen
Fachkräftemangel65 %84 %85 %
Arbeitskosten55 %46 %46 %
Lieferkettenprobleme48 %57 %77 %
Energiepreise und Preise von Rohstoffen und Vorleistungen45 %47 %51 %
Kapital und Finanzierung48 %23 %13 %


Auftragslage: Erwartungen über Vorkrisenniveau

  • Starker Aufholprozess erwartet
  • Impulse vor allem im produzierenden Bereich
  • KMU weniger optimistisch als große Unternehmen

Die Öffnungen lassen die Erwartungen deutlich steigen. 44 % der Befragten gehen von einer steigenden Auftragslage auch in den kommenden 12 Monaten aus. 31 % blicken einer gleichbleibenden Entwicklung entgegen. Von der anziehenden Konjunktur profitieren die mittleren und großen Unternehmen aktuell stärker als kleine Unternehmen. Bei den mittleren und großen Unternehmen erwarten jeweils mehr als die Hälfte der Befragten einen Anstieg der Auftragslage. Im Vergleich dazu ist nur ein Drittel der kleinen Unternehmen optimistisch. 

Auch in Hinblick auf die Kapazitätsauslastung zeigt sich eine deutliche Verbesserung der Unternehmensaussichten: 42 % der Betriebe gehen von einer steigenden Kapazitätsauslastung in den kommenden 12 Monaten aus, weitere 36 % erwarten eine gleichbleibende Entwicklung. Wie bei der Auftragslage sind es vor allem mittlere und große Unternehmen, die besonders optimistische Aussichten zur Kapazitätsauslastung aufweisen.


Umsätze: Impulse aus In- und Ausland

Ein ähnliches Bild wie bei der Auftragslage zeigt sich auch bei den Umsatzerwartungen: In Summe 47 % geben an, dass sie von einem Anstieg der Umsätze in den kommenden 12 Monaten ausgehen. Das Bild nach Größenklassen fällt wiederum differenziert aus. Der Optimismus steigt mit der Unternehmensgröße: Von den großen Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten erwarten bereits 58% steigende Umsätze. Etwa 3 von 10 Unternehmen gehen von einer konstanten künftigen Entwicklung aus. Die Unsicherheit ist nach wie vor gegeben und fällt auch nach Größenklassen unterschiedlich aus: bei den kleinen Unternehmen können aktuell 17 % nicht einschätzen, wie sich die Umsätze zukünftig entwickeln, bei den großen Unternehmen sind es nur 3 %. 

Exporteure besonders optimistisch

Im Sommer befanden sich die Exportaussichten auf einem Tiefpunkt. Aktuell zeigt sich eine sehr positive Tendenz bei den Einschätzungen der exportierenden Unternehmen. 39 % gehen in den kommenden 12 Monaten von steigenden Exportumsätzen aus. Rund die Hälfte erwartet eine stabile Entwicklung.

Die Aufschlüsselung nach Wirtschaftsbereichen zeigt, dass der Anteil der Optimisten im verarbeitenden Gewerbe mit 58 % mit Abstand am höchsten ist. Potenziale gibt es auch im Dienstleistungsbereich und im Handel, so gehen jeweils rund 40 % von Impulsen aus dem Exportgeschäft aus. Gleichzeitig sind im Dienstleistungsbereich und im Handel auch die Unsicherheitsfaktoren noch besonders hoch, jeweils 14 % geben an, dass sie die Entwicklung derzeit noch nicht einschätzen können. 

Die exportierenden Unternehmen weisen in Hinblick auf die Erwartungsindikatoren Auftragslage, Kapazitätsauslastung, Investitionen und Beschäftigung wesentlich posi-tivere Aussichten auf als nicht-exportierende Unternehmen. Eine Verbesserung der Auftragslage erwarten von den Exporteuren 60 %, bei den nicht-exportierenden Unternehmen fällt der Anteil nur etwa halb so hoch aus. 

ExporteureNicht-Exporteure
Auftragslage53 %11 %
Kapazitätsauslastung51 %11 %
Beschäftigung32 %5 %
Investitionsvolumen29 %1 %


Investitionen: Schlüssel für Erholung

  • Mehr als ein Drittel wollen Investitionsvolumen steigern
  • Neuinvestitionen gewinnen an Bedeutung, besonders bei großen Unternehmen
  • Digitalisierung, Innovation und ökologische Investitionen als Haupttreiber für Neuinvestitionen

Mit Blick auf das kommende Jahr wollen mehr als ein Drittel der Unternehmen das Investitionsvolumen steigern und 40% gleich behalten. Ein Fünftel geht von einem sinkenden Investitionsvolumen aus. Die Bereitschaft, das Investitionsvolumen zu erhöhen, ist bei kleinen Unternehmen am geringsten: Diese äußern sich mehrheitlich (41 %) abwartend hinsichtlich der Aufstockung ihres Investitionsvolumens. Mehr als ein Viertel der Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten will das Investitionsvolumen reduzieren. Investitionsfreudiger sind die mittleren und großen Unternehmen, von denen 39 % bzw. 46 % planen, das Investitionsvolumen in den kommenden 12 Monaten aufzustocken. 

Das Investitionsvolumen aufstocken wollen insbesondere Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe, Information und Kommunikation sowie dem Grundstücks- und Wohnungswesen. Deutlich negativ fällt der Saldo bei der Erbringung von sonstigen Dienstleistungen und im Gastgewerbe und der Beherbergung aus. Im Dienstleistungssektor und im Gastgewerbe ist die Entwicklung der Investitionspläne weiterhin stark durch die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geprägt.

Trotz der Herausforderungen haben die Maßnahmen der Regierung – insbesondere die Kurzarbeit sowie die Investitionsanreize – dazu beigetragen, die Auswirkungen auf die Beschäftigung und die Investitionen bestmöglich abzufedern. Mehr als 40 % ge-ben in Summe an, dass die Investitionsprämie für getätigte Investitionen der vergan-genen 12 Monate entscheidend war. Alle Größenklassen haben von der Investitions-prämie profitiert. Ein deutlicher Unterscheid zeigt sich, dass bei den kleinen Unter-nehmen der Anteil jener, die keine Investitionen zuletzt getätigt haben mit 23 % deut-lich höher ist als bei mittleren und großen Unternehmen. 

Positive Signale bei Neuinvestitionen

Im Vergleich zur Befragung vor einem halben Jahr gewinnen sowohl die Ersatzinvesti-tionen, aber insbesondere die Neuinvestitionen an Bedeutung, gleichzeitig sinkt der Anteil der Unternehmen, die keine Investitionen planen. Aktuell steigt die Zahl der Un-ternehmen, die Neuinvestitionen planen, auf 51 %. Die Rationalisierungsinvestitionen bleiben im Schnitt der vergangenen Umfragen bei knapp über 30 %.

Einen deutlichen Rückgang zeigt sich bei dem Anteil der Befragten, die keine Investitionen tätigen. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei über einem Drittel, aktuell sind es nur 13 %. Dies entspricht einer Halbierung gegenüber der Befragung im Winter 2020.

Industrieunternehmen haben expansive Investitionspläne, so planen 6 von 10 Unternehmen Neuinvestitionen und setzen sich damit deutlich von anderen Sparten ab. Gemischt fallen die Signale im Tourismus und im Bereich Information und Consulting aus: Jeweils mehr als die Hälfte beabsichtigt, Neuinvestitionen in den kommenden 12 Monaten zu tätigen, gleichzeitig liegt aber auch der Anteil der Unternehmen, die keine Investitionen beabsichtigen, bei rund 20 %. Ersatzinvestitionen dominieren im Transport und Verkehr.

NeuinvestitionenKeine Investitionen geplant
Gewerbe und Handwerk46 %17 %
Industrie60 %2 %
Handel50 %15 %
Transport und Verkehr42 %11 %
Tourismus und Freizeitwirtschaft52 %20 %
Information und Consulting53 %20 %

Investitionsbereitschaft steigt mit Größe des Unternehmens 

Bei den Ersatzinvestitionen zeigt sich wenig Unterschied nach Größenklassen, somit tätigen die kleinen Unternehmen zumindest auch Ersatzinvestitionen. Neuinvestitionen werden insbesondere von mittleren und großen Unternehmen für das kommende Jahr geplant. Im Gegensatz dazu äußern sich die kleinen Unternehmen zurückhaltender. Rund ein Viertel der kleinen Unternehmen plant gar keine Investitionen. Bei den Neuinvestitionen zeigt sich ein deutlich differenzierteres Bild: Das Motiv Neuinvestitionen der großen Unternehmen ist mit 65 % auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau. Neuinvestitionen sind insbesondere aufgrund ihres Beitrags zu Wirtschaftswachstum und Beschäftigung als wichtig für die weitere konjunkturelle Entwicklung und die erfolgreiche Transformation der Wirtschaft einzustufen. 

Im Vergleich der Sparten nach Wirtschaftskammersystematik zeigt sich, dass sich die Neuinvestitionsabsichten hauptsächlich aufgrund von Investitionen im Bereich Digitalisierung, Innovation und ökologische Investitionen ergeben. Damit tätigen die Unternehmen die entscheidenden Investitionen für die Zukunft.

Gründe für Neuinvestitionen

Icon Digitalisierung
© WKÖ/DMC

66 %

Digitalisierung

Icon Innovation
© WKÖ/DMC

61 %

Innovation

Icon Ökologische Investitionen
© WKÖ/DMC

53 %

Ökologische Investitionen


Zudem zeigt sich in der Sparte Industrie, dass geplante Investitionen auch stärker aufgrund der hohen Kapazitätsauslastung (75%) und dem Marktausblick (51%) beabsichtigt werden. In den übrigen Sparten ist die Einschätzung zu diesen Faktoren wesentlich zurückhaltender. 

Gründe für Neuinvestitionen nach Sparten

InnovationDigitalisierungÖkologische, nachhaltige InvestitionenKapazitäts-auslastungMarktausblick
Gewerbe und
Handwerk

67 %

61 %58 %44 %39 %
Industrie73 %75 %42 %75 %51 %
Handel49 %71 %63 %21 %43 %

Transport und 
Verkehr

55 %56 %66 %51 %35 %

Tourismus und 
Freizeitwirtschaft

60 %51 %51 %24 %21 %
Information und
Consulting
56 %69 %35 %24 %37 %


Beschäftigung: Stabile Lage erwartet

Mit Blick auf das kommende Jahr wollen 57 % der Unternehmen die Beschäftigung stabil halten und 28 % sogar ausbauen. Damit hat der Anteil, der zusätzliche Mitarbeitende einstellen will, wieder das Vor-Pandemie-Niveau erreicht. Nur mehr rund 12 % der Befragten sieht sich mit Stellenabbau konfrontiert, in der Umfrage vor einem halben Jahr waren es noch rund ein Viertel. Entsprechend der zurückhaltenden Einschätzungen zu den Ertragsaussichten äußern sich die kleinen Unternehmen auch am stärksten abwartend beim Personalaufbau. Die Erwartungssalden zur Beschäftigung liegen jedoch für alle Größenklassen im positiven Bereich, auch bei kleinen Unternehmen. Am meisten Dynamik bei Einstellungen erwarten mittlere Unternehmen (Saldo 32). Insgesamt zeichnet sich über alle Wirtschaftsbereiche eine Stabilisierung ab. Das verarbeitende Gewerbe und die Bauwirtschaft äußern sich etwas optimistischer in Hinblick auf einen geplanten Stellenaufbau. Im verarbeitenden Gewerbe geht dies einher mit besseren Aussichten auf Auftragslage und Kapazitätsauslastung im Vergleich zu den Dienstleistungsbereichen. 

Die positivsten Beschäftigungsaussichten weisen Unternehmen des Bereichs Information und Consulting auf, der Saldo liegt bei plus 27. Drei weitere Bereiche weisen per Saldo negative Beschäftigungserwartungen auf. Besonders betroffen von den Auswirkungen von Covid-19 und wenig optimistisch blicken Unternehmen aus der Beherbergung und Gastronomie sowie aus dem Bereich KFZ-Handel und -Reparatur in die Zukunft. Herausfordernd bleiben die Aussichten für Unternehmen, die überwiegend personenbezogene Dienstleistungen anbieten.

Kleine Unternehmen zurückhaltend bei Neueinstellungen

Entsprechend des optimistischeren Ausblicks der mittleren und großen Unternehmen weisen diese auch die positivsten Erwartungen zur Beschäftigung auf. Von den mittleren Unternehmen wollen sogar 4 von 10 Unternehmen die Beschäftigung aufstocken. Bei den kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern liegt der Anteil bei knapp einem Fünftel. 


Im Vergleich zur Befragung im Winter hat sich der Anteil der Unternehmen, die von einem Stellenabbau ausgehen, wesentlich reduziert. 


Wirtschaftsklima: Überdurchschnittlich hohes Niveau

Trotz der anhaltend hohen internationalen Risiken weisen die Unternehmen aller Größenklassen positive Erwartungssalden zum allgemeinen Wirtschaftsklima auf. Es scheint, als ob höhere Risiken für Unternehmen vorerst zur neuen Realität geworden sind. Auch beim Wirtschaftsklima bestätigt sich das differenzierte Bild, wonach insbesondere die kleinen Unternehmen noch etwas zurückhaltender in die kommenden 12 Monate blicken. Während bei den mittleren und großen Unternehmen der Saldo zu den Wirtschaftsklimaerwartungen mit 47 % und 40 % sogar wieder deutlich über dem Vorkrisenniveau liegt, erreicht der Saldo für kleine Unternehmen einen Wert von 5.

Durch die positive Stimmung besteht die Hoffnung, dass Wachstum auch über Aufholprozess hinaus generiert werden kann. Je gefestigter die Unternehmen in der Einschätzung und den Erwartungen des Wirtschaftsklimas sind, desto eher steigt die Bereitschaft, den Personalstock auszubauen und die für einen selbsttragenden Aufschwung notwendigen Investitionen zu tätigen.


Preise: Anstieg erwartet durch gestiegene Kosten

Die Unternehmen sehen sich mit steigenden Kosten konfrontiert. Der überwiegende Anteil erwartet, dass die Preise im kommenden Jahr deutlich steigen werden. Von den großen Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten erwarten zwei Drittel in den nächsten zwölf Monaten eine Erhöhung der Preise. Auch die großen Unternehmen, die tendenziell stärker und direkter im internationalen Wettbewerb stehen, gehen von steigenden Preisen aus. Vor allem die Sparten Industrie und Handel sehen einer Steigerung der Preise entgegen. Ausschlaggebend für die steigenden Preiserwartungen sind insbesondere der Fachkräftemangel und Lieferengpässe. Zudem zeigt sich in den Ergebnissen, dass die Befragten, die steigende Preise erwarten, steigende Rohstoffpreise überdurchschnittlich oft als Herausforderung angeben. 


FAZIT: Durch die deutliche Lockerung der Restriktionen blicken Österreichs Unternehmen wesentlich optimistischer in die Zukunft. Aus den Erwartungen der Unternehmen ist eine starke Dynamik in den kommenden Monaten des gesamtwirtschaftlichen Aufholprozesses absehbar. Der Aufschwung wird in den kommenden Monaten zunehmend ausbalanciert und von Impulsen aus dem In- und Ausland getragen. Noch reichen die Verbesserungen nicht aus, um in allen Branchen wieder das Vorkrisenniveau zu erreichen. Die mittleren und großen Unternehmen spüren den Aufschwung zuerst, sind optimistischer und zeigen höhere Bereitschaft, Investitionen zu tätigen und Neueinstellungen durchzuführen. Jetzt sollten die verbesserten Aussichten durch zielorientierte Maßnahmen flankiert werden, um die Rahmenbedingungen für Wachstum, Beschäftigung und Investitionen zu gestalten. So kann der Strukturwandel und die Transformation der Wirtschaft nach Covid-19 begleitet und gestützt werden. Es gilt, die klassischen Wachstumstreiber durch eine Senkung der Kosten des Faktors Arbeit, gezielte Investitionsanreize und das Begleiten des Wandels ins Richtung Ökologisierung und Innovation zu stärken.

WKÖ-Wirtschaftsbarometer

Der WKÖ-Wirtschaftsbarometer ist die größte Umfrage der gewerblichen Wirtschaft und wird halbjährlich durchgeführt. An der aktuellen Umfrage im Mai 2021 beteiligten sich 5.835 Unternehmen.


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