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WKÖ-Wirtschaftsbarometer Winter 2019

Aktuelle Konjunkturumfrage: Geschäftsaussichten trüben sich ein.

Die Ergebnisse des WKÖ-Wirtschaftsbarometers zeigen für das Jahr 2020 eine Eintrübung der Geschäftsaussichten. Die Erwartungen der befragten Unternehmen liegen deutlich unter der Einschätzung der bisherigen Lage, insbesondere bei Gesamtumsatz, Auftragslage, Beschäftigten und Investitionen. Auch die bisherige Lage wird weniger positiv eingeschätzt. Die konjunkturelle Eintrübung und hohe Risiken lasten auf der Stimmung.

Logo Wirtschaftsbarometer
© WKÖ

Halbjährlich führt die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) mit dem Wirtschaftsbarometer Austria die größte Umfrage zur gewerblichen Wirtschaft durch. Dabei geht es um das Aufzeigen von Wendepunkten in der Konjunktur und eines Stimmungsbildes der österreichischen Unternehmen. Im Winter 2019 zeigt sich dabei klar: Eine Phase langsameren Wachstums steht bevor, die hohe bisherige Dynamik schwächt sich ab und die Themen Fachkräftemangel und Arbeitskosten werden für die heimischen Unternehmen immer drängender.


Bisherige Lage wird noch positiv eingeschätzt 

Im Sommer 2018 lag die Bewertung der bisherigen Lage auf dem höchsten Wert seit der Krise 2007/ 2008. Aktuell können die Salden zur bisherigen Lage nicht mehr das Niveau der vergangenen Umfragen erreichen. Der Saldo zu den Exportumsätzen erreicht 20 und ist somit nur mehr halb so hoch wie noch im Sommer. Mit Ausnahme des Investitionsvolumens, bei dem die letzten 6 Monate besser verlaufen sind als noch im Sommer eingeschätzt, werden sämtliche Indikatoren wesentlich weniger optimistisch eingeschätzt als in den letzten zwei Jahren.

Bewertung der bisherigen Lage der vergangenen 12 Monate 

Sommer 2018Winter 2018Sommer 2019Winter 2019
Auftragslage534838

24

Exportumsatz61504120
Inlandsumsatz53453623
Beschäftigung36323327
Investitionsvolumen25282126

Unsicherheiten trüben Stimmung

Die Stimmung der österreichischen Wirtschaft ist angesichts der hohen Risiken und der allgemeinen Abkühlung der internationalen Konjunktur zum dritten Mal in Folge im negativen Bereich. Der Erwartungssaldo zum Wirtschaftsklima bricht gegenüber der Umfrage vor einem halben Jahr von minus 9 auf minus 31 ein. Wachsende Sorgen um die politischen Rahmenbedingungen gehen mit sinkenden Erwartungen hinsichtlich der Geschäftstätigkeit einher. 

Risiken national und international hoch

Im Rahmen der Umfrage wurden die Unternehmen zu ihrer Einschätzung von Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung befragt.  

Risiken auf nationaler Ebene 

Icon Fachkräfte
© WKÖ

Fachkräftemangel

64 %

Arbeitskosten
© WKÖ

Arbeitskosten

61 %

Inlandsnachfrage
© WKÖ

Inlandsnachfrage

26 %

Standort
© WKÖ

Schlechtere Standortbedingungen

14 %


Auf nationaler Ebene stufen 64 % der Unternehmen den Fachkräftemangel als größtes Risiko ein. Dabei wird der Fachkräftemangel sowohl von KMU als auch großen Unternehmen (mit mehr als 250 Beschäftigten) als größtes Risiko genannt. 61 % nennen die hohen Arbeitskosten als Problem für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens. Auch dieses Risiko trifft alle Unternehmensgrößenklassen gleichermaßen. An dritter Stelle der Risiken auf nationaler Ebene steht die Inlands-nachfrage, die in den traditionell binnenmarktorientierten Bereichen der Bauwirtschaft und Handel Sorge bereiten. In Summe zeigt sich aber, dass auf nationaler Ebene die Sorgen um den Fachkräftemangel und die Arbeitskosten dominieren und von jeweils mehr als 60 % der Unternehmen als Risiko eingestuft werden.

Internationale Risiken

Schwache Wirt-schaftsdynamik in Europa, insb. Deutschland
© WKÖ

Schwache Wirtschaftsdynamik in Europa, insbesonders Deutschland

49 %

Schwache internati-onale Wirtschaftsdy-namik
© WKÖ

Schwache internationale Wirtschaftsdynamik


29 %

Energie- und Rohstoffpreise
© WKÖ

Energie- und Rohstoffpreise

24 %

Protektionismus
© WKÖ

Handelsbarrieren / Protektionismus

14 %


Aktuell ausgeprägt sind auch die Risiken auf internationaler Ebene, die die Unternehmen treffen. Allen voran die schwache Wirtschaftsdynamik in Europa, insbesondere in Deutschland, die der Hälfte der Unternehmen in Österreich Sorge bereitet. Bei mittleren und großen Unternehmen ist die Sorge besonders stark und wird jeweils von 55 % der Befragten genannt. Weiters sehen 29 % der Befragten die international schwache Wirtschaftsdynamik als Risiko. Das Bild differenziert je nachdem wie sehr die Unternehmen im internationalen Handel engagiert sind: 44 % der heimischen Exporteure macht die internationale Wirtschaftsdynamik Sorge, bei den Nicht-Exporteuren sind es 15 %.

Interessant sind die Ergebnisse zu Handelsbarrieren und No-Deal Brexit. Diese sind auf den ersten Blick weniger deutlich ausgeprägt. Betrachtet man aber die Ergebnisse aufgeschlüsselt nach Branchen, zeigt sich, dass 23 % der Exporteure sich aufgrund der Handelsbarrieren und des zunehmenden Protektionismus Sorgen machen. 14 % der großen Unternehmen sorgen sich um den No-Deal Brexit. Diese Ergebnisse sind insofern bedeutend, da sich die internationalen Risiken direkt auf die exportierenden und großen Unternehmen auswirken, dies aber auch indirekt Wirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen nach sich ziehen kann.  

Erwartungen trüben sich sukzessive ein

Im Sommer äußerten sich die Unternehmen in Hinblick auf die Erwartungen noch zuversichtlich, jedoch nicht mehr mit dem großen Optimismus des Vorjahres. Die aktuellen Ergebnisse deuten auf eine Eintrübung im Jahr 2020 hin, die Erwartungssalden sind überwiegend negativ. Insbesondere bei der Auftragslage zeichnet sich aus eine schwächere Entwicklung ab. Dabei beschleunigt sich der Rückgang der erwarteten Auftragslage und der Saldo liegt mit minus 13 deutlich im negativen Bereich.


Erwartungen zu Exporten und Inlandskonsum nur verhalten

Die Exporterwartungen liegen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Abkühlung des außenwirtschaftlichen Umfeldes trifft dabei Unternehmen aller Größen, insbesondere kleine Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten äußern sich zurückhaltend. Die mittleren Unternehmen weisen vergleichsweise einen positiven Erwartungssaldo auf. Die weitere Entwicklung ist von den internationalen Entwicklungen im Handelsstreit und dem Brexit wesentlich beeinflusst.

Auch von den Inlandsumsätzen erwarten die Unternehmen in den kommenden 12 Monaten geringere Impulse. Wiederum sind es vor allem kleine Unternehmen, die von einer langsameren Gangart ausgehen. Die Eintrübung trifft den Handel und den Dienstleistungsbereich, aber auch das verarbeitende Gewerbe weist unterm Strich eine negative Erwartungshaltung auf. 

Investitionsbereitschaft nimmt ab

Die erwartete Eintrübung der Geschäftsaussichten spiegelt sich in der abnehmenden Investitionsbereitschaft wider. Die Investitionsabsichten der Unternehmen liegen erstmals seit Herbst 2016 wieder im negativen Bereich. 6 von 10 Unternehmen wollen das Investitionsvolumen beibehalten. Nur mehr ein Fünftel der Unternehmen gibt an, das Investitionsvolumen in den kommenden 12 Monaten erhöhen zu wollen. Kleine Unternehmen äußern sich besonders zurückhaltend. Die großen Unternehmen wollen trotz schwächerer Geschäftsaussichten antizyklisch handeln und weisen unterm Strich positive Investitionsaussichten auf.

Bei den Investitionsmotiven dominieren weiterhin Ersatzinvestitionen. Zwei Drittel der Befragten planen im kommenden Jahr Ersatzinvestitionen. Deutlich geringer ist der Anteil der Unternehmen, die Neuinvestitionen planen. Im Sommer lag der Anteil noch bei 49 %, aktuell wollen nur mehr 41 % Neuinvestitionen tätigen. Ausschlaggebend für einen nicht noch stärkeren Einbruch der Neuinvestitionen sind die großen Unternehmen, nur 32 % der kleinen Unternehmen wollen Neuinvestitionen tätigen. Als Gründe für Neuinvestitionen werden Innovation und Digitalisierung (69 %), Marktausblick (45 %) und Gewinnerwartungen (39 %) genannt. 


Unternehmen, die keine Neuinvestitionen tätigen, begründen dies vorwiegend damit, dass sie keine Notwendigkeit für Neuinvestitionen sehen.

Unterschiede in Branchenaussichten

Die Rückmeldungen aus den Branchen fallen differenziert aus: die Eintrübung hinterlässt nicht nur in der Industrie, sondern zunehmend auch im Dienstleistungsbereich und Handel Spuren. Die Bauwirtschaft äußerte sich im Sommer noch besonders optimistisch, die Erwartungen zur Auftragslage brechen aktuell ein. Dies ist einerseits als Normalisierung von den Höchstständen und weiters als saisonale Schwankung einzustufen. Bei der Aufstockung von Beschäftigten sind vor allem Handelsunternehmen abwartend, der Saldo fällt wesentlich negativer als in den übrigen Wirtschaftsbereichen aus. 

Große Unternehmen wenig zuversichtlich bei Auftragslage

Die großen Unternehmen spüren besonders die langsamere Gangart der Konjunktur und der Erwartungssaldo zur Auftragslage bricht auf minus 25 ein. Auch bei den Umsätzen liegen die Erwartungssalden der großen Unternehmen im negativen Bereich. Trotz der schwächeren Geschäftsaussichten handeln die großen Unternehmen antizyklisch bei den Investitionen. Die Abkühlung zeigt auch Auswirkungen auf die Beschäftigten, die Unternehmen warten überwiegend ab. Die Zurückhaltung äußern alle Unternehmensgrößenklassen.


Positives Standortzeugnis und klarer Auftrag an Regierung  

40 % der Unternehmen geben den Standortbedingungen aktuell die Note 1 (Sehr gut) oder 2 (gut). 44 % schätzen die Standortbedingungen als befriedigend ein. Nur 7 % vergeben die Noten 4 oder 5.



TOP-Standortfaktoren aus Sicht der Unternehmen

Note 1 oder 2

Davon Note 1

Finanzierungsbedingungen

62 %

12 %

Infrastruktur

62 %

19 %

Qualität der Aus- und Weiterbildung

53 %

8%

Forschung und Entwicklung

50 %

7 %

Am schlechtesten bewertete Standortfaktoren aus Sicht der Unternehmen

Note 4 oder 5

Davon Note 5

Verfügbarkeit von Fachkräften

65 %

30 %

Arbeitskosten

58 %

37 %

Steuern und Abgaben

51 %

39 %

Bürokratie

51 %

34 %

Im Mittelfeld liegt die Reformbereitschaft der Regierung, die von 42 % der Befragten mit Note befriedigend bewertet wird. 33 % stellen der Regierung in puncto Reformbereitschaft ein Zeugnis mit Note 1 oder 2 und 26 % mit Note 4 oder 5 aus.  

Blick in die Zukunft: Wie werden sich die Standortbedingungen in den kommenden 5 Jahren entwickeln?

insgesamt

klein

mittel

groß

verbessern

15%

13%

19%

14%

konstant

59%

53%

57%

67%

verschlechtern

25%

34%

24%

19%

15 % der Unternehmen erwarten in den kommenden 5 Jahren eine Verbesserung der Standortbedingungen in Österreich. Demgegenüber steht ein Viertel der Befragten, die von einer Verschlechterung ausgehen. Bei den kleinen Unternehmen ist die Befürchtung einer Verschlechterung am meisten ausgeprägt. Rund 6 von 10 Unternehmen rechnen mit stabilen Standortbedingungen. Vor allem bei den großen Unternehmen ist die Einschätzung einer konstanten Entwicklung der Standortbedingungen vorherrschend. Im Frühjahr 2018 waren die Aussichten noch wesentlich optimistischer und doppelt so viele Unternehmen, nämlich 30 %, gingen von einer Verbesserung der Standortbedingungen in den kommenden fünf Jahren aus. 

Klarer Auftrag an die neue Regierung

Die Ergebnisse zu Investitionsanreizen zeigen ein eindeutiges Bild: 7 von 10 Unternehmen sprechen sich für eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten aus. An zweiter Stelle folgt die Forderung nach einer Senkung der Unternehmenssteuern, die mehr als 60 % für notwendig erachten. Ebenfalls einen hohen Wert erreichen die steuerliche Begünstigung von Abschreibungen, wie etwa durch eine degressive/ vorzeitige Abschreibung (52 %) und Verwaltungsvereinfachungen bzw. –beschleunigung. 

test

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