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Investitionen lassen als Wachstumstreiber nach

WKÖ Investitionsradar 2020

Quelle: Europäische Kommission, AMECO. Stand: November 2019
© WKÖ Quelle: Europäische Kommission, AMECO. Stand: November 2019

Investitionen leisten einen wichtigen Beitrag zum BIP-Wachstum eines Landes. Der Beitrag der Investitionen zum Wachstum bricht in Österreich jedoch seit 2018 stark ein, während der Konsum einen konstanten Beitrag leistet. 2017 wurde 44,5 % des Wachstums von Investitionen getrieben, 2020 nur mehr 21,6 %.

Der Wachstumsbeitrag von Investitionen geht in Österreich seit 2018 kontinuierlich zurück.

Betrachtet man die Komponenten des BIP-Wachstums sticht hervor, dass Nettoexporte in z.B. 2018 einen sehr hohen Beitrag lieferten. Es ist aber wichtig anzumerken, dass die Exporte von heute nur durch Investitionen in der Vergangenheit möglich sind. Unternehmen aus Österreich bleiben auf den internationalen Märkten nur wettbewerbsfähig, wenn sie klug investieren und dadurch ihre Produktivität erhöhen. Bleiben Investitionen aus, erodiert das Fundament auf dem der Wachstumsbeitrag von Exporten steht.


Exkurs: Klimaschutz braucht Investitionen

Klimaschutz birgt eine riesige Chance für Österreich, da innovative Lösungen nötig sind, um die globalen CO2-Emissionen zu reduzieren und unsere Gesellschaften an den Klimawandel anzupassen. Unternehmen aus Österreich können mit ihrer Expertise in der Umwelttechnologie international punkten. Vor allem Unternehmen investieren, um diese Technologien weiterzuentwickeln und international zu verbreiten. Wenn der österreichische Staat den optimalen Rahmen schafft, können Unternehmen ihre Investitionen steigern.

2018 machten nachhaltige Kapitalanlagen („Sustainable Assets“) weltweit bereits 30,7 Billionen US-Dollar aus, wovon 2018 insgesamt 46 % in Europa angelegt waren. Global gesehen ist dies ein wesentlicher Wachstumsmarkt für die Finanzindustrie, Europa ist jedoch die einzige untersuchte Region, in der der Anteil von nachhaltigen Kapitalanlagen am gesamten regional veranlagten Vermögen rückläufig ist.

Sustainable Finance ist ein stark wachsender Teil des Finanzsystems, der viel Kapital für nachhaltige Innovationen und Investitionen bereitstellt. Die EU hat den Anspruch auf diesem Gebiet führend zu sein. Österreich kann sich aktiv einsetzten, um EU-Initiativen zu begleiten und zu gestalten.

Österreich liegt mit Wien derzeit im Global Financial Centres Index am 54. Platz weltweit. Das Wachstumspotential von nachhaltigen Finanzprodukten kann genutzt werden, um Österreichs internationale Position zu verbessern. Damit mehr Kapital in nachhaltige Finanzprodukte fließt, müssen diese attraktiver gestaltet werden. Ein wesentlicher Hebel wäre die KESt-Befreiung von nachhaltigen Finanzprodukten für private und institutionelle Anleger.

Ebenso ist es wichtig, Genehmigungsverfahren für klimaschutzrelevante Großprojekte effizienter zu gestalten. Pro Jahr finden in Österreich ca. 1.500 Großprojekte statt, von denen einige zum Klimaschutz beitragen. Allein von den Investitionsvorhaben, die von der UVP-Behörde bisher genehmigt wurden, sind 50 % [1] in den Kategorien Windkraft, Wasserkraft, Eisenbahn, Abfallwirtschaft, Stromleitungen sowie Schutz- und Regulierungsbau (inkl. Renaturierung). Das österreichische Verfahrensrecht ist jedoch veraltet und auf verschiedene Gesetze „zersplittert“, wodurch Vorhaben massiv verzögert werden können. Gleichzeitig entwickelt sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch in Österreich nur relativ schleppend. Werden die Verfahrensdauern für Großprojekte nicht reduziert, riskiert Österreich seine CO2-Ziele zu versäumen.

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[1] Umweltbundesamt: Von UVP-Behörde genehmigte Vorhaben. http://www.anpassung.at/uvp-map/

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